Fortsetzung von Blog 13. Mongolei

13.05.2019  137.729 km Tag 293                       

Danilo's Trans-Mongolian Border

50°19'25.3"N 106°29'20.7"E

50.323691, 106.489069

Wider Erwarten hat der russische Grenzübertritt tatsächlich 3 Stunden gedauert. 80% davon war Wartezeit bis wir dran kommen. Zuerst dieses Mal Passkontrolle und schon waren Jerry und ich raus aus dem Spiel und Thomas musste sich noch mit dem Zoll beschäftigen. Dieses Mal musste die Zollerklärung zweimal ausgefüllt werden. Das Auto wurde sehr intensiv inspiziert. Alles wurde gefilmt. Die Medikamente wurden von einer Doktorin und einem Drogenhund kontrolliert. Dann bekamen wir den 3. Stempel und konnten gehen. Zwei Beamte konnten englisch und haben sehr für Ordnung gesorgt, weil die Mongolen ständig versucht haben, sich vorzudrängeln. Eine dieser penetranten Vordränglerinnen wurde extrem zurecht gewiesen und musste nachher viel länger warten, bis sie dann dran genommen wurde. Alle Beamte dieser russischen Grenze waren wirklich super freundlich, aber auch hier war es ein leichtes Problem, dass wir Europäer sind und das scheint hier nicht häufig zu sein, dass sie es mit Europäer zu tun haben. Wir wurden wohlwollend behandelt, aber wir merkten dass sie ein organisatorisches Problem mit uns und auch mit dem Wohnmobil haben, was hier auch nicht häufig durchreist. Wir konnten wahrnehmen, dass sie darüber diskutieren, wie sie das Auto am Besten kontrollieren. Auch gibt es immer Probleme an der Grenze mit Drogenhunden und unserem Jerry. Dadurch, dass das Auto nach Hund riecht, geht der Hund nur schwer auf Drogensuche.

 

Es hat zwar lange gedauert, aber es war alles easy going. Wir hatten eher auch persönliche Gespräche und sie zeigten Interesse an unserer Reise. Wir verspürten Erstaunen und Freude und auch Wohlwollen, dass wir uns tief in das Russland hier rein gewagt haben als Europäer. Nach dem Passieren der Grenze waren wir schon erleichtert, da sich die Straßenverhältnisee von jetzt auf gleich spürbar verbesserten und entschlossen uns noch hier direkt hinter der Grenze einen Schlafplatz zu suchen und den Rest des Abends zu geniessen. Morgen geht es dann Richtung Baikalsee.  

50°22'17.0"N 106°27'21.2"E

50.371390, 106.455900


14.05.2019  138.163 km Tag 294

zurzeit aus dem weg zum Baikalsee   (319 km gemacht) 

 

14.5.-17.5.2019

Der Weg zum Baikalsee führt durch ein kleines Gebirge mit dichtem Nadelwald. Unsere Idee, unsere Füße in den Baikalsee zu stellen, den größten Süßwassersee der Welt, verpuffte, denn an der Stelle, auf die wir zuführen, war er noch zugefroren. ZUGEFROREN, der größte See der Welt. Die Schlittschuhe sind leider zuhause geblieben. Wir fuhren 200 km am Baikalsee entlang, aber an das Ufer zu kommen war so gut wie unmöglich, weil über die gesamte Strecke eine Eisenbahnlinie direkt am Ufer entlang führte oder die wenigen Wege, die es gab total schlammig waren. Temperaturmäßig liegen wir z.Z. bei ca. 12°C tagsüber, wenn kein Wind geht ist es auch ganz angenehm. Die Straßen sind weitestgehend richtig gut, bis auf kleine Ausnahmen, aber nachdem wir aus der Mongolei raus sind, sind für uns alle Straßen gut und ein Geschenk. Man darf nur 90 kmh fahren, was auch immer wieder, manchmal sehr extrem und oft, manchmal in längeren Abschnitten weniger, kontrolliert wird. Was uns gerade wirklich sehr bewusst wird, ist, wie weit wir auf unserer Reise in den Osten gekommen sind. Wir hatten bisher immer ein Ziel vor Augen, wohin wir wollten. Jetzt sind wir auf dem Rückweg, unser nächstes Zwischenziel ist Sankt Petersburg, wir werden 14 Tagen brauchen um dorthin zu kommen. Das bedeutet täglich mindestens 500 km. Da Russland nicht so klein ist und wir ständig auf unserer Straße durch kleine Dörfer kommen, in denen man nur 50 kmh fahren darf, schafft man auch wirklich nur 500 km pro Tag. Diese kleinen wunderschönen Dörfer faszinieren uns sehr. Es ist als ob man in ein anderes Jahrhundert eintaucht. Diese kleinen Holzhäuschen, dunkles Holz, mit meist grün oder blau verzierten Schnitzereien um die Fenster herum, sehen aus wie aus dem Bilderbuch. Es liegen riesige Mengen von Holz vor den Häusern, das wartet, von den Bewohnern klein gehackt zu werden für den nächsten Winter, der schon in ein paar Monaten kommt. Es gibt auch hier wie in der Mongolei keine Wasserleitungen, sondern ein Wasserhaus im Dorf, in dem sich die Menschen das Wasser für sich in großen Kannen und für die Tiere in Tankanhängern holen und eine geringe Gebühr dafür bezahlen. Geheizt und gekocht wird mit Holz. Stromleitungen gibt es aber. Hier ist so gut wie alles aus Holz, die Häuser, die Gartenzäune um die kleinen Häuschen, oft farblich auf die Farbe der Fensterumrandungen abgestimmt. Heute war ich in einem kleinen Supermarkt, der aus einem Raum bestand. Es gab so gut wie alles, in Regalen aufgereiht an den 4 Wänden. Dafür rundum ein sich durchziehender Verkaufstresen. Wenn man hier einkaufen möchte, muss man der Verkäuferin sagen, was genau man möchte, sie holt es dann und stapelt es auf der Theke. Mit Händen und Füßen und Lachen ging es einigermaßen. Ist aber ein sehr ungewohntes Gefühl, wenn man sein Leben lang bisher in Selbstbedienungssupermärkten eingekauft hat.

Unser Ziel ist es jetzt erstmal, wieder in den europäischen Teil Russland zu kommen bei Ekatarinenburg. Aber selbst dafür müssen wir eine Woche durch Sibirien fahren. Die Landschaft ist wieder flach inzwischen, die Birkenwälder sind wieder zu beiden Seiten der Straße. Wir genießen diese Landschaft, immer wieder unterbrochen durch die kleinen Dörfer und saugen es ihn uns auf.

 

Ja, Russland ist richtig richtig groß, das spüren wir gerade. Hörbücher machen uns die Zeit kurzweilig. Viel Abenteuer ist jetzt erstmal nicht mehr, sondern einfach nur gemütliches zurück reisen. Aber, auch wenn ich mich wiederhole, uns wird auch gerade bewusst, was für ein Abenteuer wir hinter uns haben. Wenn wir auf dem Weg nach Ulaan Baatar und der Chinggis Khan Statue gar nicht gemerkt haben, wie weit wir im Osten waren, wie weit weg von zuhause, und immer nur fokussiert auf das nächste Ziel waren, wird das jetzt schlagartig klar. Jetzt ist das Gefühl der Rückreise da.

@ Lena 10.721 km de frango piripiri

52°04'50.6"N 106°59'40.7"E

52.080710, 106.994650

ein Dorf in Sibirien


15.05.2019  138.482 km Tag 295

@ Lena 10.063 km de frango piripiri

54°05'47.7"N 102°01'54.6"E

54.096581, 102.031827

Bild 1: Baikalsee, in der Mitte noch zugefroren.

Bild 2 und 3: bei Irkutsk beginnt der See und ist hier nicht mehr zugefroren. Der Baikalsee ist der größte Süßwassersee der Welt. 

der Baikalsee, hier werden Fische am Straßenrand geräuchert mit den einfachsten Mitteln und zum Verkauf angeboten.

Bild 1: noch 1900 km bis Novosibirsk

Bild 2: so war die Straße, immer geradeaus

Bild 3: in jedem kleinen Dorf, in jeder Stadt gibt es Denkmäler zu Ehren der Gefallenen mit dem Datum 1941-1945. Wir haben Unmengen davon gesehen mit unendlich vielen Namen. Das ist selbst hier hinten in Sibirien der Fall.


16.05.2019  139.774 km Tag 296

@ Lena 9.429 km de frango piripiri

55°52'33.8"N 94°59'24.4"E

55.876042, 94.990117


17.05.2019  140.424 km Tag 297

xxx

@ Lena 8.684 km de frango piripiri

55.29390 85.68127

55°17'38.0"N 85°40'52.6"E

55.293900, 85.681270


18.05.2019  140.547 km Tag 298

xxx

@ Lena 7.939 km de frango piripiri

55°06'38.0"N 75°15'14.3"E

55.110560, 75.253970


19.05.2019  141.292 km Tag 299

 

17.-19.5.2019

Tag 5 unserer Rückreise. Oder 3000 km geschafft von 6000 km. Oder wir haben jetzt so ziemlich die Mitte geschafft von der Strecke, die wir durch Russland fahren dürfen. Oder noch 1000 km bis Perm, dann sind wir wieder in Europa und haben Asien/ Sibirien hinter uns gelassen. 5 oder 6 tagelang fahren wir jetzt immer geradeaus Richtung Westen. Die Landschaft ist immer gleich, flach, Birkenwälder, die aber jetzt im Gegensatz zur Hinreise ihre Blätter haben. Übernachten ist überall möglich, wobei wir uns in die Truckerrastplätze verliebt haben, weil dort immer alles geht und sie somit auch nutzen. Man bekommt Wasser, es gibt meistens einen kleinen Shop, Essen ist möglich, bei vielen ist Wäsche waschen lassen möglich. Das haben wir auch gestern getan haben, zwei große Tüten für ca. 5€. Abends abgeben und morgens sauber und getrocknet wieder bekommen. Das doch jetzt mittlerweile triste Abspulen von Kilometern wird langsam zu einer monotonen Eintönigkeit. Nichts ändert sich seit 5 Tagen. Wir lenken uns damit ab, wieder Hörbücher zu hören. Inzwischen sind wir bei den Krimis von Andreas Franz angekommen, die wirklich gut und spannend sind. Wir haben gerade sein Buch „Das Verlies“ beendet, was uns 3 Tage lang begleitete.

Ja, Russland ist groß, um nicht zu sagen sehr sehr sehr groß....jetzt nachdem wir tagelang geradeaus fahren und eigentlich das Gefühl haben gar nicht voran zu kommen, wird uns das überdeutlich. Wenn man z.b. von Polen nach Frankreich fährt schafft man das innerhalb eines Tages. Russland hat völlig andere Dimensionen.

Morgen ist unser 300. Tag im Auto. Wir sind zwar eigentlich schon etwas länger unterwegs, aber wir haben die Tage, die wir zuhause verbrachten aus organisatorischen Gründen, rausgerechnet. Wir sind uns aber beide einig, dass wir nicht einen einzigen Tag missen möchten, kein Erlebnis hergeben wollen. Gefahren sind wir ca. 100.000 km in diesen 300 Tagen.

Momentan legen wir zwischen 500 und 600 km pro Tag zurück, aber das Autofahren bestimmt auch jetzt auf dem Rückweg komplett unseren Tag, nur unterbrochen von ab und zu Einkaufen, Wasser auffüllen und meist einmal pro Tag Diesel tanken.

Ja eine Kleinigkeit haben wir noch: da man täglich 4-5 Mal von der Polizei kontrolliert wird, das ist hier normal und sie jedes Mal auf uns einredeten und wir aber nie verstanden, was sie wollten, haben wir uns inzwischen einen Zettel vorbereitet, auf dem auf russisch steht, wer wir sind, was wir machen, wie unsere Route aussieht und wie lange wir unterwegs sind. Seitdem verlaufen die Kontrollen total easy, die Polizisten lesen den Text, grinsen uns an und winken uns weiter.

Was unsere Gedanken betrifft, haben wir ständig Heißhunger auf viele unserer Leibgerichte, wie z.B. eine Pizza von unserer Lieblingspizzeria, eine richtig scharfe Currywurst, oder wieder wie schon in den USA, richtig gutes deutsches Brot, Wurst- und Käseauswahl aber auch schwelgen wir in Gedanken, welches Land besuchen wir als nächstes und wie ja schon ein fleißiger Mitleser per Whatsapp heute morgen bemerkte, ganz so viele gibt es ja auch nicht mehr und manche braucht man einfach nicht auf der Liste.

Auch mache ich mir Gedanken, gehe ich wieder arbeiten, oder hängen wir noch ein Jahr dran. Es kreiselt in meinem Kopf. Aber mir ist auch bewusst, dass ein Wiedereinstieg nicht so einfach ist, weil ich jetzt etwas völlig anderes kennen gelernt habe, was auch immer für Unruhe in mir sorgen wird, eine völlig andere Betrachtung der Welt und des eigenen Lebens und wie will ich es gelebt haben.

Für Thomas ist es einfacher, er ist in Rente und er kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten. Bei mir mit meinen 48 Jahren ist das schon ein Gewissenskonflikt.

Auf der einen Seite steht das schönste, abenteuerlichste und intensivste Jahr meines Lebens, ich habe so intensiv wie noch nie gelebt und erlebt, auf der anderen Seite steht die Tretmühle/ heimische Geborgenheit/ Sicherheit/ Routine/ Familie/ Freunde....und sicher noch vieles mehr, was einem den Start in so einen Aufbruch sehr erschwert hat.

 

Naja, wir haben ja noch ein bisschen Zeit, es geht ja noch ein paar Tage so weiter wie bisher, immer Richtung Westen. Momentan ist unser nächstes Zwischenziel St. Petersburg, was wir auch richtig besichtigen möchten. Dann geht es weiter zurück über Estland, Lettland, Litauen nach Deutschland. Wenn wir dann Zuhause sind, werden wir einige Dinge erledigen, Mutter knutschen, Freunde besuchen und dann geht es erstmal kurz nach Portugal, um uns klar zu werden, wie es weiter geht, um Lena und Sid zu sehen, und um uns mit dem besten Essen der Welt zu verwöhnen.

@ Lena 7.085 km de frango piripiri

57°03'58.6"N 64°39'26.7"E

57.066285, 64.657420


20.05.2019  142.146 km Tag 300

Hurra!! Wir sind wieder in Europa. Mit einem Foto können wir leider nicht dienen dieses Mal, denn es gab einen Platz mit einem Symbol, dass hier die Grenze zwischen Asien und Europa ist, es liegt aber direkt an einer, sagen wir mal, Autobahn und als wir es bemerkten, war ein anhalten nicht mehr möglich. Wenden auch nicht. Und die Schilder hier waren alle in russisch, was wir ja so gut lesen können. Ansonsten hatten wir heute auch kein gutes Wetter, es war sehr kalt und es regnete, bzw. schneite, als wir den Ural überquerten. Landschaftlich hat es sich verändert. Inzwischen fahren wir oft durch dichte Nadelwälder. Die Städte werden wieder europäischer. Je mehr wir Richtung Westen kommen, gleichen Die Städten den unsrigen. Eigentlich fühlen wir uns vom Optischen her, als wären wir schon fast Zuhause. Leider erleben wir gerade nicht viel, was ja auch was Gutes ist, wir fahren und fahren, wir sind mittlerweile bei Hörbuch Nr. 3, "die Bänkerin" von Andreas Franz. Er hat 19 Bücher geschrieben, also haben wir noch genug Stoff vor uns

56°49'54.9"N 60°21'02.0"E

56.831914, 60.350543          Europa-Asia Border                                    

@ Lena 6.522 km de frango piripiri

57°22'54.2"N 56°54'28.8"E

57.381731, 56.908002

 


21.05.2019  142.709 km Tag 301

Bisher fuhren wir rein Richtung Westen. Ab heute geht es Nordwestlich, weg von den großen Hauptstraßen. Was aber auch bedeutet, die Straße ist teilweise viel schlechter, Schlaglöcher sind auch wieder dabei. Die Straße ist viel weniger befahren, wir fahren teilweise sehr einsam, durch dichte Nadelholzwälder. Heute haben wir ein Bombenwetter, mal zur Abwechslung, 20 Grad und wenig Wind. Aber dafür wie auf Kommando die ersten Mückenschwärme, aber wir wollen uns nicht beschweren, die hätten, wäre es etwas wärmer gewesen uns auch schon in Sibirien das Leben zur Hölle machen können. Was uns auffällt, sind diese extremen Wetterschwankungen, einen Tag 20 Grad, einen Tag -5 Grad, starker Wind, das kennen wir so nicht aus Deutschland. Und obwohl wir den ganzen Tag fast einsam durch Wälder gefahren sind, wenig Dörfer, haben wir nicht ein einziges Tier gesehen, keinen Elch, keinen Bär, keinen Fuchs, kein Reh, absolut nichts. Warum ist das so? 

Jetzt, da wir nur noch 1500 km bis St. Petersburg haben und von dort nur noch 200 km bis zur Grenze nach Estland vor uns haben, und uns die ersten Gedanken gemacht haben, sagen wir, russland ist ein riesengroßes Land, ein sehr raues Land, aber für Wohnmobile super geeignet, alles ist viel einfacher als wir uns im Vorfeld gedacht haben, eigentlich sogar viel einfacher als bei uns. Es gibt überall Eurodiesel, man kann überall schlafen, wo man will, Die Polizisten sind sehr nett und lassen uns eigentlich in Ruhe, wir hatten lediglich 2 Kontrollen auf der Rückreise bisher. Naja, und die Menschen sind eher hilfsbereit. An das Sprachproblem haben wir uns mittlerweile so gewöhnt. 

Seit wir in Russland auf den  Truckerraststätten schlafen, kostet es, ganz egal bisher wo, immer die gleichen 100 Rubel (1,43 €) pro Übernachtung, als hätten sie sich abgesprochen. Optimal für uns, da wir hier gut stehen und ruhig übernachten können. Die Truckerparkplätze sind überwacht.  Obwohl wir das eigentlich nicht bräuchten, da wir nicht das Gefühl haben, dass es hier gefährlich ist.

 

@ Lena 5.889 km de frango piripiri

58°44'04.8"N 49°14'32.9"E

58.734670, 49.242470


22.05.2019  143.342 km Tag 302

Heute haben wir einen wunderbaren Tag, 23°C, blauer Himmel, wir durchfuhren eine abwechslungsreiche Landschaft. Wir haben einen unendlichen Blick über grüne Wiesen voller gelbleuchtender Löwenzahnblüten. Die Vögel zwitschern und singen. Wir kamen wieder durch viele kleine Dörfchen. Es ist immer noch ein Augenschmaus und irgendwie müssen wir beide dauernd an den Film „Dr. Schiwago“ denken.

Ganz im Gegenteil zu den letzten Tagen haben wir uns heute sehr viel Zeit genommen, längere Pausen eingelegt und alles hier nochmal intensiv auf uns wirken lassen. Dieses Land hat so eine atemberaubende Natur.

Innerlich spürt man jetzt, dass wir das Land bald verlassen, es sind heute Mittag noch 1100 km bis St. Petersburg, von dort nochmal 300 km bis an die estnische Grenze. Wir sind melancholisch, es war wirklich schön hier, obwohl es die meiste Zeit wirklich kalt war. Eins steht für uns fest, wenn sie uns nochmal rein lassen, dann werden wir wieder kommen und dieses Land noch weiter entdecken, die Landschaft und Natur bestaunen und uns wieder wohlfühlen.

Was die Mücken betrifft, sie sind jetzt allgegenwärtig, aber hier noch erträglich, es sind noch keine Riesenschwärme, was bei diesen Temperaturen aber vermutlich nicht mehr lange dauern wird.

Wenn wir an der Grenze zu Estland angekommen sind, werden wir voraussichtlich rund 2 Wochen gebraucht haben, um dieses große Land zu durchqueren.

Etwas für uns drei Lustiges, vor ziemlich genau 2 Jahren standen wir in Narwa in Estland an der Grenze zu Russland. Das war auf dem Rückweg von unserer Tour nach Norwegen zum Nordkapp. Damals standen wir da und träumten davon hier irgendwann mal nach Russland reinzufahren. Jetzt kommen wir durch genau diese Grenze wieder zurück in die EU.

Samstag werden wir wahrscheinlich in St.Petersburg sein und uns mit Elena treffen, sollte sie Zeit haben. Wir haben sie in der Mongolei getroffen, als sie mit einer kleinen russischen Reisegruppe unterwegs war und mit uns zusammen die Grenze überquert hat. Sie lebt und arbeitet in St. Petersburg und hat angeboten uns die Stadt zu zeigen.

Auch hatten wir vorhin die Idee, kurzzeitig von St. Petersburg nach Murmansk und dann über Kittilä zum Nordkapp zu fahren, alles nicht mehr wirklich weit. Aber die zurückliegenden 3 Monate hängen uns ganz gut in den Knochen, wir brauchen mal ein bisschen mehr Ruhe. Und wir merken auch deutlich, dass eine andere Macht uns nach Westen Richtung Portugal zieht. Für die, die es nicht wissen, in Portimao gibt es das mit Abstand beste Grillhähnchen der Welt.

 

 

@ Lena 5.187 km de frango piripiri

57°49'15.0"N 39°57'13.7"E

57.820830, 39.953810

einer der schönsten und idyllischsten Plätze, die wir in Russland hatten und die Temperaturen stimmen endlich mal

Der Kreis schließt sich - wir überqueren gerade wieder die Wolga, nur jetzt weiter oben im Norden, kurz vor St. Petersburg.

Bild 1-3: so kann Russland auch aussehen, in Jaroslawl

Bild 4: eine Kirche in Jaroslawl


23.05.2019  144.044 km Tag 303

 

59.939871, 30.328645                                    Church of the Savior on Blood, Sankt-Peterburg

 

59.885008, 29.908780                                    Schloss Peterhof

@ Lena 4.566 km de frango piripiri

59°38'27.2"N 33°35'02.4"E

 

59.640890, 33.583990

24.05.2019  144.665 km Tag 304

59°22'37.6"N 28°12'43.2"E               Ivangorod Customs Checkpoint

59.377123, 28.212000