USA Teil 2

Monument Valley. Hurra, ich habe es mal geschafft, ihn auf ein Foto zu bringen, ja, ihn gibt es wirklich!!

22.9.2018, Tag 93

 Wie gestern Abend vereinbart trafen wir uns gegen 9 Uhr nochmal. Später merkten wir, dass wir überrascht sind, wie viel und lange wir geredet haben, aber das liegt wohl auch daran, dass wir seit 2 Monaten den ersten deutschen Kontakt hatten, es hat irgendwie mal gut getan. 1000 Dank nochmal für den Reiseführer, er wird fleißig genutzt und hat sich schon mehrfach als hilfreich erwiesen!!

Dann machten wir uns gegen 13h auf den Weg, bisschen später als sonst, da wir uns verquatscht hatten. Von den Red Rocks ging es zu dem Canyon de Chelly. Die Fahrt war eindrucksvoll, staubig, sandig. Den Canyonrand kann man von zwei Seiten befahren, nördlich und südlich. Wir entschieden uns für die südliche Route. Von dort gab es mehrere Aussichtsplattformen mit Blick in den Canyon hinein. A einer dieser Aussichtspunkte kam ich mit einer Indianerin ins Gespräch, wir sprachen darüber, wie das Leben hier ist und sie erzählte mir, dass ihre Tante in den winzigen Häuschen, das auf dem Boden des Canyons zu sehen war, wohnt.

Wir befinden uns im Navaja Nation Reserve und werden wir auch noch einige Tage bleiben, Was nicht ganz richtig ist, es sind nicht nur die Navajo hier, sondern auch noch die Apachen, Yavapai und Coconino. Was es hier aber nicht gibt ist für uns Internet und Telefon, weil AT&T, was in ganz USA meist sehr gut abgedeckt war, hier nicht vertrieben ist

Mittags war ich in einem Supermarkt hier einkaufen und völlig erschlagen von den günstigen Preisen, günstiger war es in den gesamten 3 Monaten nicht. Ich war die einzige Nicht-First-Nation in diesem wirklich großen Supermarkt, es war wie in eine andere Welt einzutauchen, wirklich interessant.

Im Gegenzug ist dafür das Benzin wirklich teuer, fast 40 Cent teurer als normal.

Da wir das Monument Valley vor Einbruch der Dunkelheit nicht mehr erreicht hätten, beschlossen wir, am Ende des Canyon de Chelly auf einem Campground zu übernachten. Wir fanden hier den schönsten Campground, den wir je hatten. Ein großes Gelände mit weit auseinander liegenden Parkbuchten, Fire Pit, wir sassen sehr lange am Feuer. Hier gibt es zum ersten Mal Kakteen und man muss sehr aufpassen auf Jerry und seine Füße, weil er das natürlich nicht versteht. Wir saßen sehr sehr lange am Feuer, es war stockdunkel um uns, plötzlich sahen wir einen hellen Schatten vorbei huschen, einen Kojoten. Aber zum Glück ließ er uns in Ruhe. Auch wenn ich es glaube ich im Vorfeld schon mal erwähnt habe, macht uns hier eine Sache sehr zu schaffen, die wir nicht verstehen und darüber nachdenken. Wir sind viele 1000 km durch dünn besiedeltes Weideland gefahren, wo kaum ein Mensch wohnt und jetzt fahren wir durch eine Wüste, extrem und heiß, wo man eigentlich wirklich nicht leben kann und es ist wirklich dicht besiedelt, hier herrscht mehr Verkehr. Landschaftlich ist es der Hammer, Felsskulpturen wechseln sich ab, rote, gelbe. Normalerweise schreibe ich während der Fahrt unsere Berichte, aber das ist hier gar nicht möglich, weil man fasziniert aus dem Fenster starrt und gar nicht dazu kommt, ein landschaftliches Highlight geht direkt in das nächste über. Man ist abends richtig erschöpft von den total tollen Eindrücken.

Landschaftlich gesehen ist dieses Navajo Gebiet ein absolutes Muss, hier sollte man sich wirklich ein Wohnmobil mieten und mal 3 Wochen herum fahren, unvergessliche Eindrücke. Und da es hier nur wenige Straßen gibt, einfach alle abfahren, dann kann man nichts übersehen.

Das als Urlaubstipp. Flug nach Denver, Wohnmobil nehmen, 2-3 Wochen reichen hierfür und man hat einen unvergesslichen Urlaub gehabt, aber lieber nicht im Hochsommer, es ist jetzt noch teilweise unerträglich warm. Einzigartig ist diese Landschaft hier.

Felsenskulptur beim Monument Valley

unbeschreiblicher Moment, wenn man diese Felsen so betrachtet

 

 

Auto-Thomas-Utah-Monument Valley und roter Sand so weit das Auge reicht, was will man mehr

23.9.2018, Tag 94

 

vom Canyon de Chelly zum Monument Valley, wir fuhren gegen 10h los.

Die Fahrt zmu Monument Valley verlief genau wie der vorherige Tag, einfach nur unglaublich.

Wir halten viel an, machen Fotos, es ist ein Traum, die farbigen Felsen sind allgegenwärtig, wechseln sich mit Wüstenlandschaft ab, sie leuchten in gelb, rot, rosa, orange.

Wir erreichten das Monument Valley, es kostet 20$ Eintritt, dann konnte man noch ganze 500m mit dem Auto fahren, wir hatten ein bisschen Glück, der Parkplatz war nicht überfüllt. Hier haben wir den atemberaubensten Blick, den wir bisher überhaupt hatten und den wir nie vergessen werden. Die 20$ haben sich gelohnt.

Ja, es ist richtig, wir mussten 20$ für einen tollen Blick ausgeben, wobei wir dort hätten parken können für 24h, aber wer macht das schon auf einem Besucherparkplatz, wo richtig Lautstärke herrscht. Und so beschlossen wir, die Richtung Grand Canyon einzuschlagen.

 

Auf dem Weg lag der „Horseshoe Bend, eine runde Schleife des Colorado River um einen Felsen herum. Ich ging diesen Weg vom Parkplatz alleine, Warnschilder, genug Wasser wegen der extremen Hitze mitzunehmen und feste Schuhe anzuziehen standen am Eingang des Trials. Es geht steil einen Berg hoch, auf Sand, man findet schwer halt, besonders, weil es bergauf geht. Horden von Touristen laufen mit mir. Als ich oben ausser Atem ankomme und mich ganz kurz freue und denke schon angekommen zu sein, muss ich leider kurz darauf erkennen dass es nur ein Drittel des Weges war, der jetzt erstmal weiter steil bergab geht. Irgendwann komme ich an. Der Blick ist wirklich fantastisch, wenn man die Meute um sich ausblendet. Sehr viele Asiaten sind hier und der Lautstärkepegel ist hoch. Der Colorado River sieht wirklich genauso schön aus, wie auf den Fotos, die wir vorher im Internet gesehen haben. Obwohl der Weg dorthin eigentlich breit genug ist, habe ich 3mal einen asiatischen Ellenbogen in den Rippen. Der Rückweg ist schlimmer als der hinweg, die ersten 2/3 des Weges sind ziemlich steil und ich komme am Ende nach einer Stunde wirklich hechelnd am Auto an, aber glücklich, diese Fotos gemacht zu haben und den Ausblick genossen zu haben.

Da wir uns zeitlich etwas verschätzt hatten, bleiben wir heute auf dem Walmart Parkplatz in Page. Eine Stadt mit nur 4000 Einwohnern. Aber was ich in diesem Walmart erlebt habe beim Einkaufen abends, toppte alles bisherige. Denn die gesamten Asiaten, die ich schon am Horseshoe Bend getroffen hatte, waren wohl hier in der Gegend in einem Hotel untergebracht und waren ALLE im Walmart zum Einkaufen. Es war surreal, wie Zombiworld, denn sie nahmen außer sich nichts anderes wahr, blockierten ganze Gänge, rempelten, waren extrem laut. Das konnten wir auch auf dem Parkplatz bis mindestens 23h noch weiter beobachten.

 

Es war mit die heißeste Fahrt seit langem, wir durchfuhren eine tiefen Ebene, wie einen Glutofen und während es abends sonst abkühlt, war das heute nicht der Fall, wir sassen lange vor dem Auto und hofften auf Abkühlung, was nicht passierte. Es ist zwar keine unangenehme Hitze, weil sie sehr trocken ist, Trotzdem ist es im Auto nachts unangenehm, wenn es nicht abkühlt.

Monument Valley

24.9.2018, Tag 95, 91.016 km

 

Nach einer unserer bisher heißesten Nächte, wir schliefen sehr unruhig, da es überhaupt nicht abkühlte, machten wir uns dann auf zum Grand Canyon. Wir fuhren den Highway 89A, zuerst oberhalb des Canyon entlang, traumhafter Ausblick wie im Bilderbuch, nach ca. 30 Meilen fuhren wir dann in den Canyon herunter.

Was wir vorher von oben gesehen haben, sehen wir jetzt von unten. Es ist ein absoluter Traum, rote Felsen, roter Sand, blauer Himmel, einfach nur traumhaft.

Wir überquerten den Colorado River über eine kleine Brücke, die sehr hoch darüber verlief, ein eindrucksvoller Blick von oben runter. Hier sind noch nicht so viele Touristen, weil die meisten nicht hierher kommen, sondern den Canyon vom Süden aus befahren. Auf diesem Weg muss man wieder die Straße zurück fahren später. Der Canyon trennt die Straße.

Jetzt fuhren wir auf der anderen Seite wieder hoch, eine ganze enge Straße, ca . 5 Meilen, in sehr unangenehmen Serpentinen, wieder steil bergauf und nicht einfach zu fahren. Jetzt passierte etwas merkwürdiges, unerwartetes, während wir die letzten 2-3 Tage nur durch Staub, Sand, Steppe gefahren sind, wurde es jetzt bewaldet, von jetzt auf gleich, die Temperaturen fielen runter von 30°C auf 15°C und obwohl wir nur weniger km gefahren sind, stehen wir in einem komplett anderen Landschaftsbild, als wir erwartet haben. Wir sind immer noch mitten im Grand Canyon und es ist bewaldet und grün. Wir muss es regelmäßig regnen, sonst könnte dieses Landschaftsblid so nicht bestehen. Wir verstehen das nicht, denn nur wenige Kilometer zurück ist ein großes Gebiet, was so gut wie nie Regen sieht. Egal, im Moment kommt es gut. Wir fahren jetzt noch so ca. 45 Meilen auf dem Canyon oben entlang, durch absolut grünes Gebiet, rechts und links der Straße laufen Buffalos. Ach ja, die 35$/Tag Parkeintritt brauchten wir nicht zu bezahlen, da wir ja die National Park Karte haben, die 80$ kostete für ein Jahr, sie hat sich inzwischen locker amotisiert, da wir schon so viele Parks besucht haben. Nach weiteren 45 Meilen endete die Straße und wir erreichten den Ausblick des North Rim Grand Canyons, einmal im Leben hier stehen zu dürfen und die Größe und Weite, die zerklüftete Schlucht dieses Canyon erleben zu dürfen, ist toll. Leider sehr schlecht zu fotografieren, da gegen die Sonne und der Hintergrund war etwas diesig. Leider können wir was wir sehen so nicht auf das Foto bekommen, aber es ist in unseren Herzen. Es waren kaum Touristen vor Ort, da die alle an die leichter erreichbare Südseite fahren. Die Eindrücke sind aber von beiden Seiten ähnlich gut. Das Einzige, was hier schwierig ist für uns eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden, da ein National Park in den anderen über geht und man somit nicht einfach frei stehen und die 2-3 Campgrounds, die es hier gibt sind teilweise ein Jahr im Voraus gebucht, zur Zeit auch voll belegt und auch schweineteuer.

Wie machten uns dann wieder auf den Rückweg, die 45 Meilen zurück und entschlossen uns, da wir schon 3 Tage ohne Internet und Telefon sind, was an dem Navajo Gebiet liegt, auf einem Campground im Nation Park für 20$ (ohne Anschlüsse) zu bleiben und die Kühle zu genießen bei 15°C.

Es gibt aber noch einen Grund, warum wir uns entschlossen haben, erstmal hier zu stehen und warum wir im Moment das absolut Schöne gar nicht so aufnehmen und uns Wohlfühlen können, es gibt ein wichtiges Dokument, was in Deutschland seit 6 Wochen hätte weiter geleitet sollen und nicht wurde. Voraussichtlich aus einer Verkettung unglücklicher Umstände. Es nimmt Thomas gerade den Spaß an der Sache.

 

 

Bild 1: Horseshoe Bend, der Colorado River

Bild 2: wie es hinter den Kulissen aussieht, auf dem Weg, Bild 1 zu machen

Bild 3: Colorado River

Leider gibt das Foto wegen Gegenlicht nicht wieder, was wir wirklich gesehen haben, den unglaublichen Grand Canyon

 25.09.218 Tag 96 91.458 km

Seit heute Nachmittag sind wir auf dem Weg nach Las Vegas, durch den Bryce Canyon. 

 Der Bryce Canyon gilt als der zweitschönste Canyon nach dem Grand Canyon. Für uns war es eher umgekehrt. Mit seinen bizarren Felsformuationen und-skulpturen in leuchtenden Farben, orange, gelb, beige, ganz besonders im vorderen Teil des Canyons, dem Amphitheather, ein riesiges Gebiet auf das man von oben herunter schauen kann. Es war gut besucht, aber erträglich. Von hier aus machten wir uns auf Richtung Las Vegas.

Wir durchfuhren eine Schlucht, die größer, länger, eindrucksvoller war als die Todraschlucht in Marokko, knapp 10 km lang, eigentlich ein wirkliches Highlight, aber es war schon zu dunkel, um es fotografieren zu können.  

 

17 Uhr, obwohl wir eine Stunde Zeit geschenkt bekommen haben, beginnt es gerade stark zu dämmern. Wir stehen gerade im Stau in Nevada, ich halte die Hand aus dem Fenster, es sind draußen 35 Grad, die Erde glüht. Unseren angedachten Übernachtungsplatz werden wir jetzt nicht mehr erreichen. Wir greifen auf unsere Notlösung, Walmartparkplatz in Mesquite, Nevada zu, es wird wieder eine heiße Nacht.

das Amphitheater im Bryce Canyon, das eigentliche Highlight der ganzen Canyons, die wir befahren haben

mehrere Ansichten des Bryce Canyons

26.9.2018, Tag 97,

 

Am anderen Tag sind wir über eine Seitenstraße. zum Valley of Fire gefahren, links von Las Vegas. Mit seiner berühmten Fire Wave, einer Welle aus Stein, die orange-weiß gestreift ist, und besonders in der Abendsonne leuchtet diese Welle und der ganze National Park, der aus dunkelroten Gesteinsformationen besteht, wie Feuer.

Am Eingang des Parks hinterlegt man seine Fahrzeugdaten und 10$ in einem Umschlag, das gilt als Eintrittspreis. Nach ein paar Kilometern kommt das Visitorcenter. Dort fragte ich, wie ich die Fire Wave finden kann, da ich wusste, dass man von einem der Parkplätze noch ca. 1 km oneway laufen muss.

Mir wurde leider dringend abgeraten, diesen Weg heute zu machen, da es zu heiß sei und der Rückweg steil bergauf geht. Das ist wirklich sehr schade, ich hätte sie gerne in echt gesehen.

 

Auf der Fahrt dahin, ca. 120 Meilen, über eine kleine Seitenstraße fuhren wir total einsam, keine Häuser, es kam uns so gut wie kein Auto entgegen, wir waren wieder alleine. Wir sind jetzt nicht mehr in dem Navajo Reservat und schon will hier keiner mehr wohnen, die Landschaft ist immer noch die gleiche. Was uns zu dem Ergebnis bringt, dass man vor 200 Jahren die ganzen Indianer hierher verfrachtet hatte, sie gezwungen hat, hier zu bleiben und deren Kinder/ Kindeskinder jetzt nichts anderes kennen, und da ihnen ja der Grund und Boden gehört, sie sich jetzt eher nicht von hier fortbewegen. Das ist wohl der Grund, dass in dem wirklich unwirtlichen Land hier so viele Menschen leben.

Hier stand auch ein Hinweis, wenn man eine Autopanne hat, das Auto nicht verlassen soll um nach Hilfe zu suchen, die Hitze ist allgegenwärtig und wird viel unterschätzt, genauso wie dass man immer ausreichend Wasser mit sich führen soll. Auch der Hinweis auf Klapperschlangen ist sehr oft zu sehen.

 

So langsam sind wir alle 3 die Wüste so ein bisschen leid, ja, sie ist schön, sollte man unbedingt gemacht haben, aber jetzt so nach 2 Wochen, sehnen wir uns mal wieder nach einem grünen Fleck, Schatten und Jerry nach Bäumen. Er macht sich nicht mehr die Mühe, das Bein zu heben in Ermangelung eines Baumes, sondern stellt sich einfach breitbeinig hin und pullert nach unten.

 

Wir greifen jetzt einfach mal ein bisschen vor, da wir reisetechnisch etwas weiter als dieser Bericht sind, wir dachten/ hatten die Hoffnung, dass, wenn wir Kalifornien erreichen, die Landschaft wieder grün ist, dass es kühler wird, es mehr Schatten gibt, aber jetzt, da wir schon 300km durch Kalifornien fahren, müssen wir feststellen, dass es fast noch trockener, sandiger und staubiger wird. Und noch heißer. Aber dazu später mehr.

 

Danach fuhren wir weiter zum Hoover Damm, der vom Valley of Fire ca. 60km entfernt liegt. Der Hoover Damm versorgt Las Vegas mit dem notwendigen Strom und Wasser. Der Hoover Damm staut den Colorado River und der daraus entstandene See heißt Lake Mead.

Laut google bahnt sich in den nächsten Jahren eine Trockenheit an, der Pegel ist extrem gefallen, einige Seitenarme, die für Wassersport genutzt wurden mussten bereits still gelegt werden.

Da der Hooverdamm mal wieder voll in asiatischen Händen und Fäusten war und eigentlich ja nur ein Betonklotz in der Landschaft ist, der zwischen 2 Felsen steckt, machten wir uns nach einer halben Stunde auf, weiter Richtung Las Vegas, was auch nur noch eine halbe Stunde dauerte.

 

Und hier rächte sich jetzt unser unzureichende Vorbereitung für die Stadt, da wir einfach blauäugig dachten, die Stadt ist schon nicht so groß, wir fahren einfach rein und schauen.

Zum Einen ist sie utopisch groß und weit, mit mehreren Autobahnen, mit je 5-6 Spuren durchzogen und überall wird gebaut. Wir taten uns richtig schwer, uns durch diesen Verkehr arbeitend, das eigentliche Highlight, „The Strip“, die Hauptstraße, zu finden. Nach ca. 1,5h sinnlos in Las Vegas herumkutschieren und auch wenig Schönes bis da gesehen zu haben, haben wir es dann auf „The Stip“ geschafft. Das war wiederum, wenn man sowas mag, sehr eindrucksvoll, bunt, laut, Mickey Mouse, Glücksspiel, Venedig mit Gondeln auf Wasserkanälen, Paris mit Eiffelturm, New York mit Statue of Liberty, Wasserspiele mit lautem Elvis-Gesang, von überall her laute Musik, Werbebanner, sehr viele Touristen, und was natürlich nicht fehlte, Asiaten, unendlich viele. Pro Jahr hat Las Vegas ca. 37 Mio. Besucher, bei nur 600.000 Einwohnern. Es ist jetzt Ende September, in Las Vegas hatten wir Temperaturen von über 37°C.

Wir sind den „Strip“ 3 Mal langsam rauf und runter gefahren, haben das hier alles auf uns wirken lassen und haben es erstmal dabei belassen. Wir schauten uns an und hatten beide die gleiche Meinung, lassen wir es dabei bewenden, eigentlich haben wir alles gesehen und gehört. Wir wollten keine Cola für 10$ trinken und wir wollten auch nicht auf dem Campingplatz für 50$ eng aneinander ohne Schatten stehen und uns nicht von den flanierenden Massen erdrücken lassen. Mit Romantik/genießen hatte das hier nichts mehr zu tun. Und da wir beide auch keine Glücksspieler sind, gab es auch keinen Grund für uns, sinnlos irgendwelche Dollar oder Coins in irgendwelche Maschinen zu werfen, sodass wir uns nach 4-5 Stunden, die wir jetzt in Vegas verbrachten, wieder auf den Weg machten. War schon ein kleines bisschen fluchtartig, einfach nicht unser Ding.

Es geht jetzt weiter Richtung San Francisco, erstmal lassen wir Los Angeles liegen, das nehmen wir auf dem Rückweg von San Francisco mit, wenn wir die Küste runter fahren.

 

Nachdem wir es dann, nach einer weiteren Stunde, aus dem Verkehrschaos von Las Vegas heraus zu kommen, überquerten wir auch bald die Grenze nach Kaifornien. Interessant, direkt an der Grenze war nochmal eine kleine Glücksspielstadt, die aber akurat an der Grenze zu Kalifornien aufhört. Das gleiche Erlebnis hatten wir auch ,als wir von Nevada nach Utah gefahren sind, in Vandower kurz vor der Salzwüste. Nevada ist der Glücksspielstaat.

 

Unsere Hoffnung, dass mit Kalifornien jetzt alles besser wird, also Temperatur, Wüste, wurde bitter enttäuscht. Nein, es wurde wärmer, wie vorhin schon erwähnt, noch sandiger, das Benzin wurde von jetzt auf gleich um 1$ / Gallone teurer (andere Besteuerung) und somit so teuer wie in ganz Amerika nicht, der Zustand der Straßen hat sich verschlechtert. Schatten gibt es hier keinen. Wir wissen nicht, ob Bäume hier früher alle abgeholzt wurden, oder ob es hier nie welche gab. Im Prinzip kann man tagsüber so gut wie nicht länger als ein paar Minuten anhalten, es ist zu heiß außerhalb des Autos.

 

Als wir über die Grenze nach Kalifornien kamen, fuhren wir auf eine, wir dachten zuerst Mautstelle zu, es entpuppte sich aber als eine Kontrolle, wir wurden befragt, ob wir Feuerholz, Obst, Gemüse an Bord haben, wir verneinten und konnten weiter fahren. Das ist innerhalb der USA noch nie passiert. Das ist als ob man von Hessen nach Bayern fährt und kein Bier mitbringen darf. Irgendwie unlogisch. Überhaupt wirkt Kalifornien etwas reglementierter auf uns, wir haben spontan Angst, wieder irgendeinen Fehler zu machen.

Gegen Abend bleiben wir etwas abseits der Autobahn an einer Tankstelle, die einen riesigen Parkplatz hatte, für die Nacht stehen, alles im Sand. Wir saßen noch sehr lange bei 35°C vor unserem Auto. Schlafen konnten wir trotzdem relativ gut, trotz der hohen Temperaturen.

Klapperschlangen....überall

die Fire Wave...(abfotografiert :-(()

der Hooverdamm

Las Vegas mit seiner berühmten Rialtobrücke ....grins

der Markusplatz in Las Vegas oder der Eifelturm?

Eindrücke von "The Strip" in Las Vegas, was die Fotos nicht zeigen, es ist laut, es wird überall Musik gespielt und es ist schweineteuer


27.9.208, Tag 98

 

Wir haben immer noch ziemlich oft mit unserem kanadischen Freund Kontakt, per Whatsapp, den wir auf der Fähre damals von Haida Gwaii zum Festland kennen gelernt haben. Er hat die USA sehr viel bereist und gibt uns wirklich wertvolle Tipps, welche Straßen besonders schön sind, welche Parks man ansehen sollte und wie man alles miteinander verbindet.

Hier mal ein Beispiel:

 If in Vegas, head to Death Valley, head towards Mammoth Lakes, before you get into mammoth lakes and before the airport is Whitmore hotsprings.. turn right, off highway 395... first gravel road is whitmore tubs road. Drive until you find the only tree (!!), 395, there will be a pathway to drive in on right, take it, you can camp for free and enjoy the natural hot spring.

Mammoth mountain is interesting, you can travel down to the devil postpile national monument.. qutie an interesting drive... then make your way for a beautiful hike to Parker Lake.. find a spot around there if you want to overnight... free..then leave early in the morning for Yosemite. YOU MUST TAKE HWY 120!!1 It is absolutely gorgeous and breathtaking.

Yosemite is great for hiking, unfortunately some hiking trial are no dogs allowed... dont expect to be able to get a campsite in the park unless prebook.. if this sounds interesting, let me know if you want to go north... San Francisco and Pacific Hwy 1, south , to Pfeiffer Big Sur state park, down along the coast to Malibu, Long Beach, Huntington Beach and see Los Angeles... Guggenheim Museum, then go to San Diego, I loved it there, clean, awesomefood. There is also Sequoia Forest, much to see, a lot zigzag back and forth across the state

 

 Solche speziellen Tipps haben uns schon so viele schöne Orte gezeigt, wirklich toll, dass wir jederzeit darauf zurück greifen können.

Ansonsten gibt es nix, außer, dass wir heute mal Strecke machen, um möglichst nahe an San Francisco heran zu kommen, was noch 800km waren heute morgen, jetzt noch 400km.

dieses Mal wollen wir uns im Vorfeld etwas mehr vorbereiten. Thomas will unbedingt über die Golden Gate Brücke fahren, um mich dann nach Alcatraz zu bringen, testweise... mal in eine Zelle, dann schmeißt er den Schlüssel weg😢. 

 

Die Landschaft hat sich nach 400km heute dann doch geändert, erst kamen ein paar Bäume, jetzt etwas Landwirtschaft, sieht aus wie Obstbäume, es ist aber immer noch sehr trocken und sandig

Gegen Abend haben wir uns entschlossen, auf einem etwas teureren (35$) Campground , in einem State Park bei Santa Cruz zu übernachten, nur 80km vor San Francisco, die Plätze waren sehr verteilt, sehr angenehm, und natürlich gab es ein Lagerfeuer mit Steaks, wir sind gerade dabei, unsere Holz- und Lebensmittelvorräte zu vernichten, die wir nach Mexico nicht mitnehmen können.

Es ist wunderbar angenehm kühl hier, innerhalb von kurzer Strecke sind die Temperaturen von 37°C auf tatsächlich 17°C gefallen, da wir jetzt am Pazifik, wir fühlen uns richtig wohl und geniessen das.  

Welcome to California, unser 41. Staat von 50

37°C in der Wüste

das ist Kalifornien, keine Wiese, keine Bäume, kein Schatten, das ist ein Parkplatz am Highway 5


28.9.2018

 

Gegen 10h machten wir uns auf den Weg nach San Francisco, nach einer wirklich erholsamen, kühlen, ruhigen Nacht. Nach ca. 20km fluchte Thomas, das Warnlicht für Motoröl blinkte, was eigentlich nicht sein kann, da wir bereits 2 Ölwechsel hier gemacht haben, die nächste Ausfahrt war unsere. Thomas äußerte den Verdacht, dass es nichts Schlimmes ist, da die Autos heute einen anstehenden Ölwechsel anzeigen. Da man hier beim Ölwechsel den Bordcomputer nicht zurück setzen kann bei unserem Auto, weiß das Auto nicht, dass wir schon 2 Ölwechsel gemacht haben, sondern schaut nur stumpfsinnig auf seine gefahrenen Kilometer. Trotzdem kontrollierten wir den Ölstand, legten uns unters Auto, falls dort ein Leck sein sollte, aber es ist alles in Ordnung. Wir prüften auch nochmal das Handbuch, schauten im Internet nach. Es gibt tatsächlich eine Methode, selber den Ölwechsel zurückzusetzen, indem man mind. 30 sec, bei eingeschalterer Zündung aufs Gaspedal tritt, und dann zusätzlich noch 6 mal die Bremse tritt. Klingt verrückt. Aber hat scheinbar funktioniert. Sie leuchtet nicht mehr. Mit einem für den Augenblick noch mulmigen Gefühl deswegen fuhren wir in San Francisco ein. Hier fällt auf, dass jedes Häuschen im Erdgeschoss eine Garage hat und der Wohnbereich erst im ersten Stock beginnt. Sie sind sehr bunt und klein, und irgendwie niedlich. Wir sind durch die halbe Stadt gefahren, es wiederholt sich überall. Die Straßen sind meist gerade, sehr oft bergauf und bergab, und sehr schmal. Ach ja, da war ja noch was, eigentlich schon in San Francisco drin, beim häufigen Wechsel der Fahrspur, wenn man von einer Autobahn zur nächsten innerhalb sehr kurzer Zeit muss, ist ein Idiot von ganz außen links nach außen rechts gefahren, verursachte dadurch eine Kettenreaktion, worauf alle bremsten, auswichen und auch wir konnten nur mit einem Ausweichen nach rechts einem Unfall entgehen.

Das war jetzt die 2. brisante Situation seit wir unterwegs sind.

Und dann fuhren wir um die Ecke und sahen sie: die Golden Gate Brücke, für Thomas ein Highlight, scheint auch wieder irgendso ein Männerding zu sein. Aber auch diese Brücke ist mit Touristen überschwemmt, auf, vor, hinter, an allen Aussichtspunkten zur Brücke, überall sind sie.

Wir befuhren die Brücke viermal, dabei fiel uns auf, Vormittags gingen 4 Spuren in die Stadt rein und 2 raus, und nachmittags umgekehrt, 2 rein und 4 raus. Da das alles sehr viel Zeit gekostet hat und es danach schon 17h war, rückte jetzt das Thema Übernachtung in den Vordergrund. Wir fuhren links der Brücke in einen kleinen Yachthafen, vor einem Nobelrestaurant stand ein Türsteher, der deutsch sprach, da er 10 Jahre in Deutschland gelebt hat, fragte nach der Eintracht und auf die Frage, ob er uns sagen kann, wo wir übernachten können, zeigte er uns den Parkplatz hier. Hier stehen nur dicke Autos um uns herum. Dadurch, dass wir die ganze Zeit auf die Skyline schauen, sehen wir auch, was im Wasser davor passiert, es tauchen ständig Seehunde auf und schauen uns an.

 

Morgen geht es dann weiter, allerdings wollen wir vorher noch zum Pier 39 und zur Cable-Bahn. Danach geht es wieder Richtung Süden, nach Los Angeles. 

Thomas Highlight, das hat uns einen ganzen Tag in Atem gehalten, wir sind 4 mal drüber gefahren

San Francisco - von unserem Übernachtungsplatz aus fotografiert, von einem kleinen high Society Sportboothafen, auf dem wir übernachten durften, ein absoluter Traumblick von hier auf die Skyline

Der gleiche Blick bei Nacht

Die Häuschen sehen hier alle so aus, was auffällt. die unterste Etage ist überall eine kleine Garage, der Wohnbereich beginnt im 1. Stock

Alcatraz, da wohne ich ab morgen ;-). 

29.9.2018, Tag !!!!!100!!!!!

Nach einer wunderbaren Nacht mit Ausblick auf ein beleuchtetes San Francisco was sensationell war, machten wir uns gegen 9 Uhr auf den Weg zum Pier, einmal mitten rein und mitten durch.

Dadurch, dass wir so früh waren, kamen wir wirklich super durch, es waren kaum Autos unterwegs, wir konnten sogar auf dem Weg ein paar Mal anhalten und parken, sodass wir die Cable Bahn und den Pier anschauen, erleben und fotografieren konnten. Was man auf den Fotos nicht sieht, ist die Lautstärke, mit dem die Cable Bahn betrieben wird auf dem Boden. Unterirdsisch wird sie gezogen und gebremst, was wirklich sehr laute Geräusche erzeugt, die Leute, die hier wohnen, sind nicht zu beneiden. Einmal extremes Quietschen und extremes Brummen aus der Erde und die Häuser sahen wirklich nicht billig aus dort.

Sorry, den Pier 39 kann man sich schenken, das ist ein kleiner Jahrmarkt mit Zuckerwatte und Halligalli, 1000 Stände, eigentlich sowas, was wir nicht brauchen, oder suchen.

Ansonsten ist San Francisco wirklich so, wie man es aus Filmen kennt, nämlich extrem steil bergauf und bergab. Die Autos parken manchmal so, dass man denkt, sie kippen auf die Seite. Und natürlich Parkplätze so gut wie nicht vorhanden, aber wie gestern schon beschrieben, die meisten Häuser haben im Erdgeschoss eine Garage. Und was das Fahren in San Francisco auch einfach gemacht hat, 4-5 Spuren in eine Richtung und immer geradeaus, wie ein Schachbrett.

Die Ampelanlagen sind hier so geschaltet, dass man von Ampel zu Ampel hüpft, weil jede immer erstmal rot ist, was uns aber nichts ausgemacht hat, weil wir in der Zeit immer um uns schauen und fotografieren konnten. Grüne Welle scheint unbekannt zu sein.

Aber diese Stadt verbreitet auch ein Flair, es hat uns richtig richtig gut gefallen, hier wirkten die Menschen entspannt und gemütlich.

Gegen Mittag machten wir uns dann auf Richtung Los Angeles und waren richtig glücklich und zufrieden, die Stadt ist einen Besuch wert und wir haben es auch ausgiebig genossen und das, obwohl wir keine Städtereisenden sind eigentlich.

Als wir aus San Francisco raus fuhren auf einer 5-spurigen Autobahn und dabei Glück hatten in der Form, dass es bergab ging und wir voraus blicken konnten, sah Thomas, dass sich die Straße verzweigte in ca. 100m, zwei Spuren nach rechts, drei nach links, und auf der 3. Spur ein PKW stand ohne irgendwelche Warnsignale und dadurch ein Verkehrschaos auslöste. Als wir dann an die Stelle kamen, konnten wir in den PKW rein sehen und sahen, wie eine Asiatin mit den Fingern über die Landkarte fuhr, welche Richtung jetzt die richtige ist, wie gesagt, ohne irgendwelche Warnhinweise auf einer stark befahrenen Autobahn. Im Rückspiegel konnten wir sehen, wie sie dann wieder anfuhr. So etwas haben wir noch nie gesehen, dass hier nichts passiert ist, ist ein reines Wunder.

Da wir noch ganz eingenommen von den Erlebnissen in San Francisco waren, beschlossen wir kurzerhand um ca. 14h den nächstmöglichen State Park anzulaufen, wo wir einfach mal günstig und früh stehen bleiben, den Tag genießen und übernachten. Günstig heißt hier in Kalifornien, 25$, ohne Dusche, nur Stellplatz im Wald.

Da wir vor 2 Tagen mit dem Klapperschlangenthema etwas stärker konfrontiert wurden, mögen wir nicht ganz frei stehen, aber auch, weil hier wirklich alles so gemaßregelt ist. Und Schatten findet man nur in den State Parks, denn nur da sind Bäume. Feuer gibt es leider heute nicht, Fire Ban. Wir stehen irgendwo, 11 Meilen vor der Straße weg, auf einem steilen Berg und es ist sogar richtig kühl. Aber das passt schon. Denn bald wird es unwiederbringlich wieder warm.

Ach ja, Danke Peggy für die Erledigung, wie gerade telefonisch vereinbart (du bist ein Schatz), wieder ein Problem gelöst dank Dir!!

Wir haben gerade eben fest gestellt, dass heute unser 100. Tag ist, den wir unterwegs sind!! Wir werden in den nächsten Tagen etwas schreiben, wie wir die Zeit insgesamt empfunden haben.

Dadurch, dass wir im Moment Arizona, was uns richtig fasziniert hat eine Woche lang und San Francisco, was uns sehr beeindruckt hat, hinter uns haben und wir in der ganzen Zeit kaum Zeit zum Nachdenken hatten, müssen wir uns für einen Rückblick über die letzten 100 Tage erstmal etwas Zeit nehmen.

Wir hatten uns sehr viel Zeit genommen für New York/ Chicago/ San Francisco, und Thomas fragt mich gerade, welche dieser Städte am meisten nachwirkt. Die Frage kann ich aber nicht beantworten, da jede dieser Städte für sich eigentlich was besonderes ist und ich froh bin, sie besucht und erlebt zu haben. Aber wenn ich die Wahl hätte, zwischen einer dieser 3 als Wohnort zu wählen, würde ich mich für San Francisco entscheiden. Hier waren die Menschen entspannter, es ist ein schönes Stadtbild mit diesen bunten kleinen Häuschen, man ist am Wasser.

Ach ja, Lena: und hier oben ist es inzwischen um 17h so kühl schon, dass wir uns heute in Deine Decken einrollen und an Dich denken.

Morgen geht es dann weiter Richtung Los Angeles, was wir aber dieses Mal nicht so intensiv durchforsten wollen, wir werden einmal durchfahren und nach dem Hollywood Schriftzug Ausschau halten.

sehr eindrucksvoll, wirklich richtig toll, aber auch sehr laut. Kult halt. 

unverkennbar: tolle Eindrücke aus San Francisco. die Häuser sind unverkennbar.

wie solche Feuerwehrautos einen Hochhausbrand bewältigen sollen?

Übernachtungsplatz ... nicht so toll, die Nachbarn waren sehr laut, sehr lange

30.9.2018, Tag 101

Okay, bisher haben wir ja immer gesagt, toll hier, eindrucksvoll, wie schön das alles ist. Dieser Bericht wird etwas anders sein, der Tag verlief anders als geplant, unberechenbar, es gab auch Action. Das vorab.

Wir machten uns erstmal auf, Richtung Los Angeles, was von hier noch ca. 170 km waren.

Landschaftlich nach wie vor nicht schön, Es mag ja sein, dass Kalifornien einen Küstenstreifen hat, aber das Hinterland ist Wüste und hier, wo wir jetzt sind, wird es zwangskultiviert mit Obstplantagen, wenn man Wüstenboden ständig bewässert, ist hier die Wasserknappheit allgegenwärtig, hier hängen überall Schilder von den Farmern,“ ohne Wasser, keine Arbeitsplätze“, wobei wir uns fragen, macht es überhaupt Sinn, weil dadurch der Wasserverbrauch extrem hoch ist, denn es ist hier wirklich reine Wüste.

So 50 km vor Los Angeles nahm der Verkehr heftig zu und hier begingen wir auch unseren ersten großen Fehler, denn wir fuhren an eine Tankstelle und wollten tanken, unser Tank war noch ca. 1/3 voll, reichten noch laut Anzeige für 400 km. Als wir den Preis sahen, schluckten wir und sagten, hier tanken wir nicht, es war ca. 1$ teurer als an anderen Tankstellen.

So fuhren wir erstmal weiter, von jetzt auf gleich wurden die Straßen wieder 6-7-spurig und selbst für Sonntag dicht befahren.

Unser erster Anlaufpunkt war das Hollywoodschild in den Hollywood Hills.

Irgendwie dachten wir, das müssten wir mal fotografieren.

Wir googleten den besten Aussichtspunkt, gaben die Koordinaten ins Navi ein und ließen uns vom Navi dorthin bringen. Wir durchfuhren Villenviertel, durch die kleine steile, kurvige Straßen führten und wunderten uns schon jetzt über den Verkehr, der hier war. Ich sags mal so, wenn mir so eine Villa hier gehören würde, würde ich das nicht wollen, dasss hier ein Auto nach dem anderen steil den Berg hoch kommt und alle bei mir vorbei fahren. Als wir an der Stelle ankamen, traf uns der Schlag. Sicher, wie man sieht, kann man das Schild wirklich toll fotografieren hier, aber Menschenmassen in einem wirklichen Nobelviertel an wirklich kleinen schmalen Straßen, hier herrschte wirklich ein Verkehrschaos.

Leute legten sich auf die Straßen, um sich und den Schriftzug auf dem Foto zu haben. Wir hatten ein bisschen Glück, dass wir gut parken konnten und somit auch unser Bild machen konnten. Aber als wir es hatten und zurück fuhren und uns wieder durch diese schmalen Straßen durch den Verkehr quälten, fragten wir, uns, was haben wir da gerade gemacht und wofür und warum?

Es ist nur ein abgefrakter, blöder, auch kleiner Schriftzug, der irgendwo auf einem Berg steht? Wir hatten dabei kein Wohlempfinden, es war mit Stress verbunden und wir haben wirklich wieder Hunderte Idioten gesehen. Hier waren es mal nicht die Asiaten, sondern eher junge Youtuber auf der Suche nach DEM Foto, in verrückter Kleidung posierend.

Aber es kommt noch schlimmer/ unangenehmer. Jetzt machten wir uns auf, in das Innenleben der Stadt, um mal auf dem Walk of Fame ein paar Schritte zu gehen und ein paar Sterne zu fotografieren. Auf dem Weg dorthin sahen wir sehr viele Drogensüchtige, wir waren sehr überrascht darüber. Die Stadt wirkt sehr dreckig und runtergekommen. Sobald man aus dem Villenviertel raus ist, ist es wirklich übel. Wir parkten in einer Seitenstraße, direkt am Walk of Fame, wir hatten schon ein ungutes Gefühl, hier nur rumzulaufen, weil wirklich alle paar Meter, einer mit seinem Einkaufswagen, in dem er sein Hab und Gut hatte, vorbei schlurfte. Es war wirklich unangenehm. Wir sind dann eine Zeit lang auf den Sternen rumgelaufen, aber es hat nichts mit dem zu tun, was man sich vorstellt, einer am anderen, es ist voll, dreckig, hingeklatscht, irgendwie nicht schön.

Gesehen haben wir die Sterne von Walter Matthau, Jack, Lemmon, The Pointer Sisters, wären wir weiter gelaufen, hätten wir sicher noch ein paar andere Berühmte sehen, es sind auch viele für uns Unbekannte dabei, aber es reichte uns erstmal, was wir bisher gesehen hatten.

Zurück im Auto, beschlossen wir, aus Los Angeles heraus zu fahren, wir hatten ein bisschen die Schnauze voll. Das Gefühl ging nicht weg, es fühlte sich alles sehr unangehn an im Vergleich zu San Fransisco, wir wollten hier weg.

Aber das sollte es für den Tag auch noch nicht gewesen sein , es kommt noch schlimmer, denn was wir jetzt verschätzt haben, ist die Größe von Los Angeles, bzw. der anhängenden Städte, die alles riesig machen, hier wird das Metro Area genannt. Wir fuhren und fuhren und fuhren, die Straßen wurden weiterhin immer breiter, aber auch damit viel unübersichtlicher, weil ständig Ab- und Auffahrten kamen, Verzweigungen. Thomas sagte, Gott sei Dank, machen wir das an einem Sonntagnachmittag, ich möchte hier nicht im Berufsverkehr stehen. Wir verloren auch ein bisschen die Orientierung, wo wir gerade sind, um abschätzen zu können, wann wir hier raus sind. Und mittlerweile war es auch schon 17h, es begann zu dämmern, sodass uns entschlossen, den nächsten Campground anzulaufen, egal, wie er aussieht. Hierzu fuhren wir dann nochmal 20 Meilen eine Seitenstraße, Bergstraße, Serpentinen, eng, Als wir den Campground erreichten, kurz bevor es ganz dunkel war und wir auch erleichtert waren, schon eingecheckt hatten, sah der Ranger den Hund und sagte, hier sind keine Tiere erlaubt. Der nächste Campground ist weitere 17 Meilen vor hier entfernt, noch weiter in den Bergen drin. Also machten wir uns auf den Weg zum 2. Campground. Von jetzt auf gleich war es auch stockdunkel. Und jetzt stellten wir fest, dass wir noch für 150 km Benzin haben laut Anzeige und wir mitten im Nichts sind, wir wussten nicht genau wo, es war für uns nicht erkennbar, wie lange wir jetzt in den Bergen rumfahren müssen, Als wir die Abzweigung zum Campground erreichten, von dort aus waren es noch weitere 5 Meilen und somit schon 50 Meilen im National Park waren, jetzt ist es 19h, sagte Thomas, jetzt wird es spannend. Wenn ich jetzt noch diese 5 Meilen über Schotterpliste und morgen wieder zuürck fahren, plus die 50 Meilen zurück zur Stadt, würden wir vermutlich zur Tankstelle laufen müssen und Benzin holen „I am walking...“.

Wir wurden ein bisschen unruhig, unsere Priorität wechselte schlagartig von „wir suchen einen Schlafplatz“ zu „wir müssen dringend Benzin finden“, die Tankanzeigen stand jetzt bei 86 km und fror ein, sie veränderte sich von da an nicht mehr, Internet war auch weg, da wir in den Bergen waren. Wir konnten jetzt nicht erkennen, ob wir die gleiche Strecke zurück fahren müssen, oder weiter fahren, ob dann noch Städte kommen mit Tankstelle.

Wenn wir zurück gefahren wären, hätte es voraussichtlich sowieso nicht gereicht. Wir überlegten noch eien Augenblick, und da Autos an uns vorbei fuhren entschieden wir, es zu wagen und daran zu glauben, dass da irgendwann eine Stadt auftaucht. So setzten wir den Blinker links und fuhren weiter. Wir fuhren noch ca. 20 Meilen, 10 davon bergauf, schön Benzin fressend. Tankanzeige veränderte sich nicht mehr und dann atmeten wir tief durch, unter uns, noch ein bisschen in der Ferne, ein riesiges Lichtermeer.

Wir fanden eine Tankstelle. Es ging alles gut.

Aber das sollte es noch nicht gewesen sein, jetzt war es 20h und wir waren inzwischen auch wirklich müde und hungrig. Jetzt standen wir an der Tankstelle und atmeten tief durch. Übrigens haben wir für kalifornische Verhältnisse die günstigste erwischt, die wir bisher hatten. Der Tankwart bot an, wir könnten bei ihm stehen bleiben, allerdings war es extrem eng, klein und offen, was uns nicht gefiel, sodass wir zu unsere Notlösung griffen und den 8 km entfernten Walmart ansteuerten. Dort angekommen, erwischten wir auch eine coole Ecke und waren glücklich, keine „No overnight parking“ Schilder und laut unserem Walmart Atlas auch zulässig, hier zu bleiben. Wir richteten uns ein und auf einmal klopfte es. Ein sehr höflicher Security bat uns weiter zu fahren und dass es hier nicht sicher ist, da hier so viel passiert ist durch Drogenkriminalität. Wir waren auch nicht die einzigen, die weiter fahren mussten. Er verwies auf ein nahe gelegenes Casino, bzw, gab es auch noch einen LKW Rastplatz, beides zu erreichen in 2 min. Er empfahl uns aber das Casino, weil es überwacht ist. Da wir dachten, uns es ist egal, wo wir schlafen, wir wollen ja nur noch einfach schlafen, steurten wir das Casio an, durchfuhren wir den Eingangsberiech, hier war auch wieder Action. Polizei, Leute in Handschellen auf dem Boden liegend. Ich ging rein, um zu fragen, ob es ok ist, hier stehen zu bleiben. Die beiden Frauen am Empfang waren super freundlich, aber es war nicht ok, wir nussten auch hier weg fahren, sodass wir noch ein paar Hundert Meter weiter fuhren und dann zwischen den LKWs parkten. Eigentlich kein schlechter Platz, toller Ausblick über die Stadt, ruhig, kein brummender LKW, wir versteckten uns hinter den LKWs, um sie nicht zu behindern. Die Temperaturen waren echt angenehm, nicht zu kalt oder zu warm, wir setzten uns raus und waren happy, dass wir aus dem Moloch raus sind und tranken auch das eine oder andere und waren beide der Meinung, aus Kalifornien wollen wir so schnell wie möglich raus, ausser San Francisco ist Kalifornien das unangenehmste, was wir bisher gesehen haben, es ist wirklich schwer hier, einen Platz zu finden, es ist überreguliert, es ist unangehm, landschaflich kann es auch nicht toppen.

Wir hatten auch das Gefühl, hier nicht überall richtig sicher zu sein. Während wir dort saßen, erinnerten wir uns an das Gespräch mit den beiden Deutschen, Bärbel und Herbert an den Red rocks, die Amerika schonseit ewig bereisen und auch sagten, nach Kalifornien reisen sie nicht mehr. Jetzt haben wir sie verstanden.

Während wir da saßen und kurz davor waren, schlafen zu gehen, hielt ein Auto, wir sahen ja nur die Scheinwerfer, es war ja dunkel und inzwischen schon Mitternacht. Ein Polizist stieg aus und wollte eigentlich, dass wir weiter fahren, weil es hier nicht sicher ist.

Nach einem kurzen Gespräch, sagte er, dass wir ok sind, wir können bleiben und er wird auf uns aufpassen, aber wir sollten gegen 6h weiterfahren, weil dann die LKW Fahrer hier den Platz brauchen. Er sagte, dass das hier nicht so sicher ist, weil die Drogenkriminalität hier sehr hoch ist.

Wir atmeten tief durch, denn jetzt nochmal wegfahren wollten wir nicht. Und wir fühlten uns hier auch nicht unsicher. Thomas konnte nicht schlafen, war noch etwas länger wach und konnte sehen, dass die Polizei wirklich alles 20 min vorbei kam und geschaut hat. Als er nochmal draussen war, gegen 1.30h kam wieder ein Polizist, der aber informiert war, dass wir hier stehen und nur nach uns geschaut hat, ob allesi n Ordnung ist. Es gab nur das Missverständnis, dass der Polizist erst nicht wusst,e dass Thomas zu dem Auto gehört, aber das klärte sich dann.

Morgens um 7h fuhren wir, nachdem wirklich viele LKWs kamen.

Alles in allem war das ein aufregender Tag, es war mal eine Herausforderung, wenn er auch sehr chaotisch verlief. Es war nach 101 Tagen der erste Tag, der wirklich kniffelig war, was das Übernachten anging.

Kleiner Nachtrag: wenn jemand mit dem Flugzeug nach Kalifornien kommt und 14 Tage in der Strandregion verbringt, mag es ja auch schön sein (aber auch teuer), aber wenn man so wie wir das Land von innen raus bereist und ein bisschen tiefer reinblickt, ist Kalifornien mit Abstand von den 41 bereisten Staaten der unattraktivste und abweisendste.

sowas machen wir nicht mehr!!

The Walk of Fame, der Hollywood Bouleward....wer es braucht...

Start 20.06.18   Start km  53.517  Halifax    derzeit km 94.092 = km  37.941  96 Tage    395  km Durchschnitt

 

Ausgaben :

Lebensmittel   2.817 €  (davon 1176 €  Zig,Alk,Wein)

Benzin              3.064 €

Übernachtung    559 €

Essen gehen      389 €

Maut/Fähre        427 €

 

aktualisiert    21.09.2018