Viva Mexico

YEAAAHHHH!! Wir sind in Mexiko! Wir haben es gewagt. Und alles ist gut.Viva Mexiko!!!

Das ist die Grenzstadt. Tecate.

1.10.2018, Tag 102

Unausgeschlafen nach einer sehr kurzen Nacht, jetzt sind es noch 170 km bis nach Tecate an die mexikanische Grenze, wir haben uns den kleinstmöglichen Grenzübergang nach Mexiko gesucht, machten wir uns auf den Weg. Wir sind immer noch nicht aus der Metro Area raus und jetzt ist Montagmorgen, Berufsverkehr, von den 170 km waren 100 km nochmal sehr anstrengend. Thomas sagte, jetzt sind wir 250 km durch EINE Stadt gefahren.

Wir stoppten an einem Supermarktparkplatz kurz von Tecate, um noch ein paar Dinge aufzustocken, das Auto vorzubereiten, Unterlagen bereit zu legen und die Unruhe wegen des anstehenden Grenzübertritts war bei uns beiden zu spüren. Unruhe – warum? Bisher sagte jeder Amerikaner: Mexiko, seid vorsichtig an der Grenze und im Internet kann man viele negative Berichte finden. Wir überlegten auch nochmal kurze Zeit, ob wir nicht noch 2 Tage hier irgendwo bleiben und uns alles nochmal durch den Kopf gehen lassen, hierfür hatten wir uns auch einen Campground raus gesucht, der direkt an der Grenze lag. Ich beobachtete, wie Thomas die Axt und das Bärenspray tief im Auto verstaute und mir war klar, was jetzt kommt. Es war so ca. 12 Uhr, wir setzen den Blinker rechts, statt links zum Campground und fuhren nach Tecate. Und es dauerte auch nur noch wenige Minuten und wir standen direkt an der Grenze, die problemlos ging, nur etwas chaotisch organisiert war. Hier im Einzelnen, wie es gelaufen ist:

Wir fuhren am Zaun vor, bleiben stehen, wir waren die Einzigen, nach ca. 1 min winkte man uns und wir fuhren rein. Man winkte uns rechts in einen Bereich, in dem Autos kontrolliert werden, wir mussten die Hecktüren öffnen. Der ältere Zollbeamten sagte : Oh!, weil es von hinten vollgepackt ist. Wollte aber nichts weiter sehen, sagte, alles ok, wollte nicht mal in den Kühlschrank schauen, den wir vorher extra leer gemacht hatten, schade um die schönen Lebensmittel.

Jetzt sollten wir weiterfahren und das Auto rechts parken, also schon in Mexiko und eigentlich hat man sich gar nicht mehr für uns interessiert, wir waren in Mexiko, Hund und seine Papiere hat auch keinen interessiert. Ich stieg aus, lief zurück und fragte, wie es jetzt weiter geht. Und dann erst fiel auf, dass wir ja noch gar keine Papiere bekommen haben, also stiegen wir aus, liefen zurück, das Auto wurde von Sicherheitsbeamten bewacht. Wir gingen unter Begleitung auf die andere Seite, es gab zwei Beamte, die englisch sprachen, einer davon stand uns zur Seite und begleitete uns schrittweise, zuerst in ein Office, indem wir die Immigrationskarte ausfüllten, dann mussten wir zum Bankschalter, zahlten 50 $ für unsere Einreise, kamen wieder zurück und jetzt wurde es lustig, wir waren übrigens immer noch die Einzigen. Der Zollbeamte holte, Keks, Honig, Tabasco hervor und machte mehrmals: Psst, lecker.... nur 2$. Wir flachsten miteinander, bis ich verstanden habe, dass wir was davon erwerben sollten. Wir entschieden uns für den Tabasco und mussten wir dafür 2$ bezahlen. Ungelogen, hier hat ein Zollbeamter unter dem Tisch einen Gemischtwarenladen nebenbei am laufen. Es aber sehr sehr charmant rüber gebracht. Den Stempel bekamen übrigens erst nach dem Kauf. Wir wechselten auch noch den einen oder anderen portugiesisch/spanischen Satz, alles in allem war es aber wirklich sehr angenehm und lustig. Jetzt hätten wir weiterfahren können. Da wir uns aber alle Möglichkeiten offen halten wollen, entschlossen wir uns, auch das Auto einzuführen, was einen weiteren Schritt bedeutete. Solange man nur in der Baja California bleibt, ist das nicht nötig, erst wenn man in einen anderen mexikanischen Staat fährt, muss das Auto deklariert werden. Da wir uns die Möglichkeit offen halten wollten, über La Paz mit der Fähre überzusetzen und dann über das Festland weiterzufahren, entschlossen wir uns, das Auto hier gleich einzuführen. Hierfür mussten wir zurück zum Bankschalter und jetzt wurde es wieder lustig, Thomas gab den Fahrzeugschein, die Beamten hatten echte Problem damit, es wirkte auf uns, als hätten sie noch nie einen deutschen Fahrzeugschein gesehen, sie suchten ein Ablaufdatum, damit verbrachten sie 2-3 min. Hier war übrigens der einzige englischsprechende Zollbeamte wieder hilfreich, der an der Kasse konnte nur spanisch. Nachdem der Fahrzeugschein akzeptiert wurde, ging es um die Kaution. Wenn man mit dem Auto nach Mexiko rein fährt, muss man eine Kaution hinterlegen, wie hoch, wissen wir nicht, aber es gibt eine Ausnahme. Wenn man das Auto als Wohnmobil deklarieren kann, kann man es kostenlos für 10 Jahre einführen, was wir ja konnten, da es sich um ein Wohnmobil handelt. Hier kam dann wieder der Fahrzeugschein ins Spiel, weil der Beamte nicht so willig war, das Auto als Wohnmobil durchzulassen. Im Fahrzeugschein steht Wohnmobil, wir wiesen mehrmals darauf hin, er gab nach und wir bezahlten 60$ für die Einfuhr. Ach ja, da war ja noch was, der Beamte wollte jetzt 3 Kopien haben, vom Ausweis, vom Visum und vom Fahrzeugschein. Im Hintergrund bei ihm stand übrigens ein Kopierer. Aber er war nicht willig, es selbst zu kopieren und so mussten wieder nach Mexiko rein laufen und in einer Drogerie die Kopien machen. Wieder zurück bekamen wir dann den Aufkleber für die Scheibe, unsere Unterlagen, das war´s. Nein, nicht ganz, es fehlte ja noch die Versicherung für das Auto. Der Beamte, der uns die ganze Zeit geholfen hat, hat auch gerne 5$ Dollar genommen, die wir ihm aber auch gerne gegeben haben, ebenso der Beamte, der auf das Auto aufpasste, es waren aber alles offizielle Beamte.

Da im ersten Versicherungsbüro die Angestellte heute nicht im Büro erschienen ist, musste wir ein bisschen in Mexiko rumlaufen. Ich mach´s mal kurz, Vollkasko hätte 500$ gekostet, Haftpflicht 187$ für ein halbes Jahr, für einen Monat, wie wir es wollten, wäre es angeblich teurer gewesen. Unterwegs nahmen wir noch einen Geldautomaten mit, um unsere ersten Pesos zu bekommen, die Girokarte, wie in den USA möglich, wollte er nicht, sondern nur die Kreditkarte und dann machten wir uns, nach einer Prozedur von ca. 1,5 h mit einem Visum für ein halbes Jahr, unser Rudi könnte jetzt 10 Jahre hier verweilen, wenn er will, auf den Weg Richtung Süden, an die Küste. Die ersten Eindrücke sind heftig. Es ist richtig stark vermüllt, die Straßen sind in einem mehr als katastrophalen Zustand und hier fahren sie wie die Idioten, auf einer 3-spurigen Straße kam uns schon nach wenigen hundert Metern einer entgegen und weitere hunderte Meter weiter verlor einer sein Ladung. Geschwindigkeit wird in keinster Weise eingehalten, selbst die Polizei überholte uns mit überhöhter Geschwindigkeit in einem Bereich, in dem 40 km angegeben waren. Der Zustand der Häuser, der Straßen und wie sich hier alles bewegte, erinnerte uns an Arusha, Tansania, aber irgendwie auch total spannend, weil so fremd. Wir waren sehr entspannt, weil der Grenzübergang so problemlos gelaufen ist, da hatten wir schon schlimmere, Gegen 14h, nach 80 km erreichten wir unseren Campground. Wir sind die einzigen hier, es ist traumhaft, wir sitzen auf einer Klippe/ Landspitze, rechts, links, geradeaus Wasser, Die Tagesgebühr beträgt umgerechnet 9€.

Die Temperaturen sind super, nicht zu warm oder zu heiß, kein herumstreunender Hund, keine Mücken, ein traumhafter Ausblick, wir sind total happy. Wir sind angekommen.

Wir packten die Stühle aus und setzen uns vors Auto und genossen einfach nur diesem wunderschönen Ausblick, dieses frei sein nach diesem furchtbaren Kalifornien, dieses Angekommensein nach 40.000 km. Während sich die Sonne so ganz gemütlich senkte, zogen wir ein Resumee und waren richtig glücklich und zufrieden, dass hier erreicht zu haben. Wir warfen „Hotel California von den Eagles“ (immerhin sind wir an der Baja California) und ein paar andere gute Songs ein, hörten sie richtig laut, ist keiner sonst da und die Wellen sind so laut, dass sonst keiner was hören kann von unserer Party.

Ich will mal ein bisschen ehrlich sein, wir hatten sogar Tränen in den Augen vor Glück, dass wir das hier so erleben dürfen.

Nachdem wir so 4-5 Stunden hier saßen und die Sonne so langsam unterging, fuhr plötzlich ein Auto vor. Polizei. Wir stehen doch hier auf einen Campground. Wir zuckten. Aber der Polizeibeamte fragte nur, ob alles in Ordnung sei, was wir bestätigten, und er fuhr weiter. Und das auf einem Campingplatz. Vielleicht war er auch nur neugierig. Hier fällt unser Auto wieder sehr auf. Es war heute nicht das erste Mal, dass Polizisten um das Auto rum fuhren und es sich angeschaut haben.

Der Sonnenuntergang war einer der besten, den wir je gesehen haben, allerdings ging es innerhalb von kürzester Zeit, 1-2 min und die Sonne war im Meer verschwunden. Wir saßen noch lange, lange, hörten Musik und genossen diesen Traum. Es ist einer unserer schönsten Tage im Leben.  

Campground von oben, wir sind wirklich alleine, ganz oben auf der Spitze, an der Klippe, 9 Euro/ Tag

32°07'27.3"N 116°53'12.0"W

der 2. Tag, wir warteten auf den Sonnenuntergang, der leider nicht ganz so schön war wie der erste 

ausnahmsweise mal ein paar Eindrücke von Thomas, der nie aufs Foto will. Aber es war ein verdammt geiler Abend

Jerry, I love you 4ever!!

unser weltbester Sonnenuntergang. Bemerkenswert war, dass das ganze innerhalb weniger Minuten vonstatten ging. Wir kommen dem Äquator immer näher, das geht jetzt immer schneller, wenn die Sonne untergeht. Noch 1800 km bis zum Äquator.

Bild 1-4: eindrücke vom Sonnenuntergang

Bild 5: MEIN Megalagerfeuer, das ging 4-5 Stunden. Seht Ihr den Pazifik im Hintergrund? Ein Traum


2.10.2018, Tag 103

wir haben den ganzen Tag rum gelümmelt. Wir waren weiterhin die einzigen hier auf dem Platz, das wetter war super angenehm, durch den Wind, der vom Pazifik kam. Der Sonnenuntergang war zwar nicht so spektakulär wie gestern ,aber dafür gab es das beste Lagerfeuer überhaupt, auf der Klippe, mit Blick auf den Pazifik. Wir haben Musik gehört und verbrachten einen wunderschönen Abend zu dritt.  

Was Ihr nicht hört: im Hintergrund läuft  Hotel California von den Eagles, mega laut, zum 100. Mal

 

32°07'27.3"N 116°53'12.0"W


3.10.2018, Tag 104, 94.092 km

Es fällt uns richtig schwer, den Platz zu verlassen, aber wir müssen halt ein paar Wege erledigen, Internet besorgen, den Kühlschrank, den wir für den Grenzübertritt leeren mussten wieder auffüllen und wir brauchen eine mexikanische Straßenkarte. Wäsche waschen wäre auch noch mal angesagt, tanken auch. Also haben wir eine dicke To Do Liste. Sodass wir uns voller „Vorfreude“ auf die kommenden Sprachschwierigkeiten, Orientierungsprobleme, mexikanischen Verkehr auf nach Ensenada machen.

Wir suchten händeringend jemanden, der englisch spricht und müssen feststellen, dass englisch hier nicht häufig vertreten ist, portugiesisch ist auch nicht so, deutsch schon gar nicht.

Wie gesagt, wir hielten so das eine oder andere Mal an, wenn wir dachten, der kann bestimmt englisch, irgendwann hatten wir dann mal einen Treffer. Und dieser arme Tankwart musste dann alle unsere Fragen beantworten, zuckte sein Handy, googlete, nächster Walmart, wo gibt es eine Tankstelle, die Diesel hat, nächster AT&T Shop für Handykarte. Bilder von Ensenada haben wir keine gemacht, wir waren vollauf beschäftigt, keinen Unfall zu bauen und uns auf die Suche zu konzentrieren, wir sind hypervorsichtig, fahren diskret, Ampeln erkennt man hier kaum, die sind so versteckt und klein, esgab auch schon die eine oder andere Situation, in der wir schon halb auf der Kreuzung standen und dann erst die rote Ampel sahen. Zu Fuß nicht minder schlimm über große Kreuzungen zu kommen. Handykarte kaufen klappte ganz gut, nachdem sie mich bei AT&T einfach stehen ließen und sagten, sie können kein englisch, ging ich zu Telcel, dort bekam ich eine Karte, 5GB für 25€, Walmarteinkauf für 60€ (was in den USA sicher 100€ gekostet hätte), es ist alles auch orderntlich verpackt und frisch, hat europäischen Standard. Lediglich die Staßenkarte erwies sich als unlösbares Problem. Nirgendswo bekamen wir eine Mexikokarte, trotz mehrmaligen Anläufen und Weiterverweisen von Shop zu Shop. Hierbei hatte ich viel Spaß beim Überqueren der vielbefahrenen Straßen.

Wie hat sich das jetzt hier angefühlt?

Aufregend. Kulturschock. Fremd. Chaotisch. Aber irgendwie toll. So wie wir es kennen aus Afrika. Die Leute sind sehr reserviert, aber zuvorkommend. Sie sind nicht hektisch, sondern gemütlich. Teilweise auch ein bisschen laut. Aber unsicher haben wir uns nicht ein Sekunde gefühlt, wir müssen aber auch dazu sagen, wir haben uns entsprechend ausgerichtet, alle Wertsachen sind verstaut, sogar die Kamera liegt nicht mehr vorne rum. Deshalb auch heute keine Bilder, aber wir wollen erstmal ein Gefühl entwickeln, wie wir uns hier einpassen wenn wir unter vielen Menschen sind. Nach ca. 4h und einer Riesenpizza für 4€, die wir uns unterwegs gönnten, war bis auf die Straßenkarte und das Wäsche waschen (was wir jetzt verschoben haben) alles erledigt. Und sdann machten wir uns auf, richtung nächstem Campground, ca. 40 km entfernt.

Ok, wie muss man sich Ensenada vorstellen: viele kleine Läden aneinander, große Geschäfte wie in den USA gibt es nur bedingt. Wir sind praktisch 10km an kleinen Läden vorbei gefahren. Allerdings färbt Amerika ab, alle Marken wie McDonalds, Lowe, Subway, Walmart, sind hier vertreten, aber im kleineren Maßstab. Was hat also Trump gegen die Mexikaner, wenn die großen Ketten hier ihren Umsatz erzielen?

In den größeren Märkten gibt es immer Wachpersonal. Aber ist das bei uns nicht heute auch schon so?

Soviel zu Ensenada. Wir ereichten unseren Campground ohne weitere Probleme, sind wieder die einzigen, haben eingenlich das gleiche wie gestern nur ist die Klippe höher.

Der Campgroundbesitzer hat uns diesen Berg „Holz“ vorhin gebracht für unser Feuer heute. Für nur 2 Dosen Bier:-)). Sonst bezahlt man für ein kleines Paket (ca. 5-6 Holzscheite) 5-6$. Und die sind schnell weg.

Uns geht’s richtig gut und so ein bisschen sind wir gerade in einer Findungsphase, inwieweit wir noch weiter und tiefer nach Mexiko reinfahren. Denn eigentlich suchen wir das, was wir gerade gefunden haben, aber wir sind auch ein bisschen ausgepowert, weil wir schon so lange unterwegs sind, so viel erlebt haben und das wollen wir auch unbedingt nach Hause bringen. Und so ein ganz klein bisschen spannender als Kanada ist es hier schon. Man muss alle seine Sinne bei sich behalten.

Bild 1: Der Holzberg, den wir für 2 Dosen Bier bekommen haben. Das wird ein langer Abend!!

Bild 2: Unser Parkplatz auf der Klippe, wir sind wieder alleine hier

 

31°43'31.8"N 116°43'23.1"W


4.10.2018 und 5.10.2018, Tag 105 und 106

Den 4.10. verbrachten wir auch in B....., auf der spitze und genossen einfach noch die Aussicht, die Ruhe. Da wir ja alles an bord hatten und autark sind sind mit Strom und weiterhin alleine dort waren, hatten wir wirklich Zeit, die zurück liegenden Tage nochmal vor uns ablaufen zu lassen. Der Tag ging zügig rum.

Für 2 Dosen Bier bekamen wir nochmal eine Autoladung Brennholz. Gegen Abend kam leider starker Wind auf, was das Grillen verhinderte, wir legten auch kein neues Holz mehr auf und verzogen uns ins Auto. Aber es war ein wunderschöner Tag.

Morgens machten wir uns dann auf, tiefer in die Baja California. Ich möchte sie mal so umschreiben: es gibt eine Hauptstraße, Highway No. 1 und alles andere sind Sand, Feld -oder Schotterwege, was ja die Fotos wiedergeben. Wir sind halt jetzt in Mexiko, hier ist alles etwas anders, teilweise wirklich gewöhnungsbedürftig. Beispiel: wir kamen an eine Baustelle, an der wir ca. 1,5h standen. Warum war für uns nicht ersichtlich. Haben sie Mittag gemacht? Aber alles läuft in einer urigen Gemütsruhe ab. Polizei und Militärkontrollen ohne Ende. Wir durchfuhren heute alleine 4 Stück und sind nur ca. 200 km gefahren. Im Grund gibt es hier alles wie bei uns, man muss es nur suchen und mit Händen und Füssen fragen. Hier geht definitiv nur spanisch. Wenn man mal einen englischsprachigen Menschen trifft, hat man sozusagen einen 6er im Lotto. Aber irgendwie geht alles. Man muss ruhig und konzentriert bleiben und Geduld mitbringen. Da wir nicht mit dem Flugzeug gekommen sind und uns im Hotel eingebucht haben direkt am Meer, erleben wir das Mexiko ganz anders. Und ich weiß auch nicht, ob das jedem so gefallen würde. Uns fasziniert es, aber es ist anstrengend weil man immer hochkonzentriert und wachsam sein muss.

Zurück zu unserem Tag:

Nachdem wir die Hürde genommen haben, uns eine neue Gasflasche organisiert haben, was sich schnell schreibt, was sich aber mangels Sprache und Orientierung in eine Monsteraufgabe entwickelte. Wir sind nicht in Tourizonen. Zeitaufwand ca. 1h. Aber geschafft haben wir es. Hierzu musste ich im Supermarkt die alte Flasche zeigen, um die neues als austausch bezahlen zu können, was alleine bestimmt 10 min dauerte, denn ich glaube, ich war die erste, die eine Flasche kaufen wollte. Direkt hinter den Kassen, an denen ich wartete, standen 3 Securities mit Gewehren. Ein wirklich befremdliches Gefühl.

Nachdem das erledigt war, begannen wir mit der Suche für einen geeigneten Übernachtungsplatz. Da wir hier nicht frei stehen, suchen wir ganz spezielle Plätze, die überwacht sind. Wir haben auch bisher keine Europäer/ Amerikaner hier getroffen. Vereinzelt haben wir 2-3 Campingplätze gesehen, auf dem die großen amerikanischen Wohnmobile platziert waren, hinter Mauern, Reihe in Reihe, aber da ist nicht unser Ding. Für unsere Übernachtungssuche nutzen wir, wie vorher schon erwähnt, die App IOverlander, in der Gleichgesinnte ihre Übernachtungsplätze dokumentiert haben, funktioniert auch hier in Mexiko sehr gut. Man muss sich das hier jetzt so vorstellen, der Highway No. 1 geht nur teilweise am Pazifik, oder am Golf von Mexiko entlang, dann aber auch wieder nur im Landesinneren entlang. Um dann an einen Übernachtungsplatz an der Küste zu finden, muss man 10-20 km, je nachdem sich über Piste dahin arbeiten und das im Wahrsten Sinne des Wortes.

Die ersten 2 gefielen uns nicht, es war auch noch relativ früh, so hatten wir auch schon die ersten 40 km Staub und Schotterpiste hinter uns. Dann entschiednen wir uns, zu einem Fischer auf der Pazifikseite zu fahren. Und jetzt wird es eher lustig. Wobei Susanne bei dieser Fahrt 10.000 Tode gestorben ist. Die anfahrt zu diesem Fischerdorf hieß: eine kurze Strecke nur für Allrad geeignet, oder eine lange, Wellblechpiste, beides weg von dem Highway. Da es aber nicht erkennbar war, was was ist, die Straßenkarten haben nicht europäischen Standard und der IOverlander half uns nicht detailliert, also richteten wir uns nach unserem Navi und den Koordinaten. Mit dem Ergebnis: er war die 4x4 Piste. 16 km lang. Jetzt will ich ehrlich sein, 15 km davon hat Susanne geheult, die Piste war über sandig, wie eine Düne, wir haben uns das eine oder andere Mal festgefahren, wir waren alleine. In einer total bizarren Gegend. Das auto hat teilweise einen Winkel, der einem echt angst macht und es ging immer sehr steil rauf und runter und rutschigem Sand. So auf halbem Wege kam auch Thomas wirklich ins zweifeln. Denn jetzt hatten wir erkannt, wir haben die falsche Straße erwischt und wir wussten ja nicht, wie es weiter geht. Dann ging es einen Berg runter, den wir nie wieder hoch gekommen wären, aber wir konnten im Hintergrund 2-3 Häuschen sehen.

Was man dazu sagen muss, die Landschaft und wir waren inzwischen auch an der Küste, ein Traum.

Nachdem wir uns diesen Berg runter gearbeitet hatten, ging es noch 1-2 km weiter auf Schotter und wir erreichten den Fischer. Fuhren in den Hof. Und hatten Glück, dass jemand zu Besuch war, der englisch sprach, sonst wäre alles wieder sehr anstrengend gewesen, er sagte, gebt mir was, ihr wollt, bleibt gerne. Jetzt sitzen wir hier, schauen auf den Pazifik, der hier wirklich sehr laut und wild ist und haben zum Glück wieder einen traumhaften und sicheren Übernachtungsplatz gefunden und bleiben hier für 2 Tage. Nerven wieder aufladen....als wir die englischsprechende Frau fragten, wie wir wieder hier herauskommen, sagte sie, so wie ihr gekommen seid. Als wir beschrieben, WIE wir hierher gekommen sind, lachte sie laut auf und sagte, das kann nicht sein mit diesem Auto. Sie zeigte uns die richtige Straße und jetzt können wir uns entspannen. Es war wirklich nicht ohne. Und es war das erste Mal, dass wir an einer Stelle waren, an der es kein zurück gab, wenden war auch nicht möglich.

Jetzt sitzen wir 3 zusammen gemütlich am Meer, trinken was und sind weiterhin noch ein bisschen schockiert/ paralysiert über das, was wir bisher von Mexiko gesehen haben. Es ist sehr sehr einfach und nichts für die Etepetete-Oma, es ist sehr anspruchsvoll, für uns beide ist es ähnlich wie im tiefen Tansania, aber es ist hochinteressant, es macht neugierig, es ist spannend und wir freuen uns auf die kommenden Tage. Wie gesagt, Ihr müsste Euch das anders vorstellen, wir sind nicht in der Tourizone, wir sind mittendrin und bewegen uns hier nur zwischen Einheimischen.

Bilder folgen, wenn wir wieder richtiges Internet haben, es ist hier sehr schwach, weil sehr weit abseits der Hauptstraße

das ist der Highway No. 1 und der Rest ist nicht geteert

was man nicht sieht, ist der Staub, hier bläst ein wind, der alles zustaubt

Eindrücke von den Straßenzuständen

Bild 4: das war die Einfahrt in die 4x4 Hölle, hinter dem Hügel ging es los...

einen Momentaufnahme eines Straßenhändlers

unsere ersten Pelikane

unser heutiges Lagerfeuer, es ist direkt am Pazifik

seit Monaten der erste Grapefruitsaft!! Ich könnte töten dafür!

unser heutiger Übernachtungsplatz bei einem Fischer, wir sind wieder alleine, wir stehen auf Lava Gestein, hier ist ein Vulkan in der Nähe   

30°27'32.2"N 116°02'13.0"W


6.10.2018, Tag 107

es ist nichts passiert, Thomas hat viel geschlafen, ich habe viel gelesen und Jerry war ziemlich unausgeglichen, weil nicht viel passierte und das Laufen auf den Lavasteinen ihm sichtlich schwer viel. Wir haben einfach nur mal einen Ruhetag eingelegt


7.10.2018, Tag 108, 94.842 km

wir sind sehr früh aufgestanden, noch im Dunkeln, vor Sonnenaufgang, wir wollten heute mal ein bisschen voran kommen, was hier sehr schwer ist, da man oft nur 40 oder 60 kmh und als Höchstgeschwindigkeit 80 fahren kann. Das liegt daran, dass die Straßen sehr sehr schmal sind, nicht den besten Zustand haben, es überwiegend keinen Seitenstreifen gibt. Wenn man runter rutscht, hat man verloren. Alle Nase lang kommt eine Militärkontrolle, heute alleine 6. Wenn ein Dorf kommt, ziehen sich die Häuser wie auf einer Perlenschnur entlang der Straße, man darf nur 40 fahren und kommt kaum vom Fleck und die Baja ist 2000 km lang.

Gegen Mittag erreichten wir die Protected Area, Valle de los Cirios, in denen die von uns gesuchten Kakteen wachsen. Da hier niemand wohnt, war die Landschaft auch sauber. Denn leider sind hier in Mexiko die Straßenränder extrem vermüllt. Wie die Bilder unten belegen war das eine für uns sehr sehr eindrucksvolle, ca. 300 km lange Zone, in der die Kakteen wucherten. Wir hatten Glück mit dem Wetter, die Sonne war draußen, aber es waren merkwürdigerweise nur 22-25°C.

Die lange Fahrt durch die mit Kakteen bewachsene Zone war wirklich sehr eindrucksvoll, so was haben wir bisher noch nie gesehen, aber die Straße ist so schmal, dass jedes entgegen kommende Fahrzeug, und viele davon waren LKWs, echt riskant sind, denn man kann sehr leicht von der Straße, die sehr erhöht gebaut ist, rutschen. Man muss höllisch aufpassen.

Für Jerry ist das hier nichts, denn ihm fehlt entweder der IQ oder erkennt das hier nicht, er schnuppert die Kakteen an, was bei den vielen Stacheln aber nicht gut ist. Außerdem gibt es hier auch Stacheln, die auf dem Boden liegen und die sammelt er auch. Bleibt dann stehen und hält die Pfote hoch.

Ich wiederhole mich, hier ist wirklich alles sehr sehr, sagen wir mal afrikanisch (was wir als Vergleich heran ziehen können), lediglich das Tankstellennetz hat europäischen Standard, an jeder Ecke ist eine hier.

Bei den Militärkontrollen sah es immer erst so aus, als ob sie uns durchsuchen wollten, sie sagten etwas auf spanisch, wir antworteten auf englisch, dann verpuffte irgendwie alles und sie haben uns zum Glück immer durch gewunken.

Mittlerweile sind wir in der Baja California Sur angekommen. Und beim Wechsel von der Baja California in die Baja California Sur wurde unser Auto von unten aus Düsen besprüht zur Desinfektion, was übrigens 2$ Gebühr kostete. Da wir nicht nach einer Quittung fragten, konnten wir noch erkennen beim Losfahren, wie er es in seine Hosentasche steckte und nicht in die Kasse.

Und hier an der Station wurden wir auch zum ersten Mal, seit wir in Mexiko sind penetrant angebettelt.

Unser erster für die Nacht angedachter Campground in Guerrero Negro in der Bucht, in der die Wale im Dezember ankommen um ihre Jungen hier zu bekommen. Was aber auch wieder 25 km Piste bedeutetet hätte. Nachdem wir die ersten 5 km hinter uns gebracht hatten, kamen wir an eine Absperrung und ein verschlafener Wachposten erklärte und, dass es hier erst ab Dezember mit eintreffen der Wale hier wieder geöffnet sei.

Die nächste überwachte Übernachtungsmöglichkeit, war erst ca. 100km weiter in San Ignacio. Ein Hotel, dass in seinem Hof für 7$/p.P einen Stellplatz anbietet. Aber dafür gibt es Strom, Wasser und nagelneue Duschen incl., ein kleines Luxusding mit den Annehmlichkeiten für uns, da wir sonst weniger Komfort auf den Plätzen haben.

Wir erreichten das Hotel gegen 17h und konnten noch ein bisschen draußen in der Sonne sitzen.

Da meine Exarbeitskollegin uns mehrmals darauf aufmerksam gemacht hat, dass Nicaragua im Moment nicht sicher ist, bürgerkriegsähnliche Situation, was auch das letzte Telefonat vor einigen Tagen nochmals verdeutlicht hat und wir auch ziemlich gesättigt sind (es fällt uns sehr schwer, die neuen Eindrücke zu verarbeiten, weil wir so vollgepowert sind mit Bildern und Landschaften, auch Ruhetage helfen nicht) und auch jetzt hier das in Mexiko alles nochmal ein bisschen zum Nachdenken angeregt hat, haben wir uns entschlossen, erstmal nicht bis Panama runter zu fahren, sondern bei La Paz die LKW-Fähre zu nehmen (hier kann man im Auto bleiben), um rüber auf das mex. Festland zu kommen. Von dort werden wir nordöstlich durch Mexiko Richtung Amerika die Heimreise antreten. Voraussichtlich in ca. 3 Wochen werden wir in Baltimore das Auto verschiffen und in Washington ins Flugzeug steigen.

 

 

 

27°38'46.6"N 113°23'06.7"W

es ist wirklich so, wie es hier aussieht, faszinierend

wir gehen jetzt mal davon aus, dass es auch hier Klapperschlangen gibt, aber in Mexiko haben wir noch nicht ein einziges Hinweisschild gesehen

Bild 1 und 2: nochmal Eindrücke von den Kakteen

Bild 3 und 4: wir kamen um eine Kurve, auf einmal war die Straße weg. Und wir mussten durch Löcher, um wieder auf die Straße zu kommen, ein paar 100m weiter vorne, dieselbe Situation, aber wir mussten durch ca. 30cm tiefes Wasser fahren. Davon haben wir leider kein Foto

Eindrücke des Highway 1 in der Schutzzone

Kakteen, mal einzeln fotografiert, sie wachsen alle durcheinander


8.10.2018, Tag 109, 95.610 km

Heute wird’s ein bisschen länger, denn heute war ein sehr ereignisreicher Tag. Und da das für uns hier auch als Tagebuch/ Erinnerung nutzen, möchte ich den heutigen Tag mal sehr ausführlich beschreiben.

Wenn es dem einen oder anderen vielleicht als langweilig vorkommt, kann er es ja überspringen.

Unsere heutige Tagesetappe war Richtung La Paz, von dort wollen wir morgen früh die Fähre auf das Festland nach Topolobampo nehmen. Das Navi sagte 15h (!) für 700km. Deshalb sind wir auch sehr früh auf den Beinen und wollten das Hotel schon um 7 Uhr verlassen. Die erste Strecke sollte Jerry fahren und das ging dann auch voll in die Hose, keine 10m gefahren und das Auto saß fest im Sand noch auf dem Grundstück des Hotels. Im ganzen Hotelhof gab es eine einzige Stelle, die mit Sand aufgeschüttet war, die hat Jerry voll erwischt. Wir werden ihn vorerst nicht mehr ans Steuer lassen. Jetzt muss ich zugeben, dass wir ein bisschen faul waren, denn eigentlich haben wir ja 2 Sandbleche im Auto und ratzfatz wären wir hier wieder raus, aber leider haben wir die Sandbleche so verstaut, dass wir das komplette Auto hätten ausräumen müssen. So mühten wir uns erstmal nur mit den Auffahrkeilen als Unterlage. Was aber nicht so recht funktionierte. Und dann kam ein Angestellter vorbei und sagte“ einen Augenblick, 10min, ich schaue, was ich machen kann“, was dann in der Realität 30min waren. Dann kam ein älterer Herr mit seinem 4x4, total freundlich und 2min später waren wir befreit. Als wir ihm zum Dank 10$ geben wollten, lehnte er ab, wir redeten noch kurz und bedankten uns für diese Hilfsbereitschaft. Was ich noch zu dem Hotel sagen möchte ist, dass wir eine wunderbare Nacht hatten, aus einer kleinen Kneipe kam leise mexikanische Musik herüber geweht, es war richtig urig.

Aber das war es auch noch nicht, denn 100 km später fuhren wir in eine Militärkontrolle und die wollten es wirklich richtig wissen. Dass es hier rund geht konnten wir schon im Vorfeld bemerken, da die Autos, die vor uns dran kamen, alle sehr genau untersucht wurden. Und jetzt kamen wir an die Reihe, Man muss sich das mal so vorstellen: zuerst tsehen zwei-drei Soldaten mit Maschinengewehren, haben alles im Blick, wenn man an denen vorbei ist, kommen die eigentlichen, auch bewaffneten Soldaten, die die Kontrolle durchführen. Hierzu wird man von der Straße runter geleitet und dieses Mal ging es rund. Zum einen waren sie dieses Mal sehr sehr unhöflich, eigentlich sogar fast schon aggressiv. Wir mussten aus dem Auto aussteigen, wurden abgetastet, mussten alle Taschen von rechts auf links drehen.

Ein weiterer Soldat ging ins Auto rein, sodass Susanne mit dem Hund, dem wir einen Maulkorb übergezogen hatten, beschäftigt war. Ich versuchte mich immer wieder so zu stellen, dass ich den, der sich mit dem Auto beschäftigte, immer irgendwie im Auge behielt, er steckte seine Hände wirklich überall rein, machte alles auf. während der Soldat, der sich mit mir beschäftigte, ständig versuchte, meine Aufmerksamkeit nur auf sich zu ziehen und weg von dem Soldaten im Auto. Er stellte ständig irgendwelche Fragen auf spanisch. Ich zuckte nur noch mit den Schultern, ich hatte es aufgegeben, ihm weiterhin zu erklären, dass ich keine Spanisch spreche. Nachdem er es dann erstmal aufgab. Sich mit mir zu beschäftigen, tauschte ich mit Susanne die Positionen und bat sie, zu dem Soldaten zu gehen, der im Auto ist und dort aufzupassen, dass nichts weg kommt. Ich nahm Jerry, der übrigens auch das eine oder andere Mal laut bellte, was den Soldaten überhaupt nicht gefiel und worauf sie nicht gut reagiert haben. So nach ungefähr 10-15 min kam ein Soldat aus einer Art Zelt am Rand, der wohl telefoniert hatte, irgendwie wiederholte sich die ganze Prozedur nochmal und wurde sogar noch nachhaltiger. Gesucht haben sie Marihuana, wie wir mit der Zeit raus bekommen haben. Und nachdem sie nach einer halben Stunde nichts gefunden hatten und das Oberste nach unten gedreht hatten, zwischenzeitlich sich auch noch die Polizei dazugesellt hatte, sie sich anschauten und mit den Schultern zuckten, wurden wir, auch wieder sehr unhöflich aufgefordert, weiterzufahren.

Wir überflogen schnell, ob alle Wertgegenstände da sind und machten uns vom Acker. Diese Aktion hat zwischen 30 und 40 min gedauert.

Wir waren im Nachhinein etwas überrascht über die Unhöflichkeit und Agressivität, die dort herrschte, denn das hatten wir bisher noch nicht. Es war aber das einzige Negative heute, der Rest verlief super.

Landschaftlich waren die 700 km nach wie vor ein Highlight, wir fuhren die ganzen 700km durch Kakteenwälder, die Straße war weiterhin sehr schmal, aber wenig befahren und ich suchte mir immer einen, der schneller fuhr und an den hängte ich mich dann im Abstand von 50m und so kamen wir auch zügig voran.

Wir schafften es, wir erreichten La Paz kurz vor 19h. Um zu dem Fährhafen zu kommen, mussten wir La Paz queren, wir fuhren an der Strandpromenade entlang, es war wirklich schön, kleine Kneipen, offene Lokale, man hörte mexikanische Musik, direkter Blick auf den Strand, hier kann man wirklich schön flanieren, sehr ansprechend und sauber. Aber wir mussten ja Richtung Hafen, in der Hoffnung, heute noch an das Ticket für morgen zu bekommen. Jetzt fuhren wir auch das erste Mal 15 km im Dunkeln, was wir bisher strikt vermieden haben, alles ging gut. Fußgänger, Radfahrer ohne Licht, Hunde. Aber nichts passiert. Im Hafen angekommen hatte Susanne ein Gespräch mit dem Wachpersonal, mit Charme und 2-3 Zigaretten Bestechung hatte sie eigentlich den Übernachtungsplatz für heute hier im Hafen klar gemacht. Dann stellten beide aber fest, dass die Fähre der Gesellschaft Tranportacion Maritima Baja California, mit der wir fahren wollen schon in einer Stunde abfährt. Und jetzt wurde es hektisch, aber cool. Susannes “neuer Freund“ verwies uns sofort mit dem Vermerk eilt zum Zoll. Da wir das Auto ja bereits eingeführt hatten, ging alles sehr einfach und wir waren im Inneren des Hafens. Das Schiff, mit dem wir fahren wollen, war noch offen, aber es bewegte sich eigentlich nichts mehr und die Container, die als Büro der Fährgesellschaft dienten waren eigentlich schon dunkel. Auf gut Glück hüpfte Susanne aus dem Auto und ging in das Büro, dort saßen drei Angestellte und das Prozedere ging los. Erst musste das Auto vermessen werden, dann zurück mit dem Beleg, Tickets kaufen, alles ging mit einer charmanten Freundlichkeit, aber auch gewisser Gelassenheit. Die gesamte Prozedur dauerte ca. 30 min.

Da unser Auto von außen nicht als Wohnmobil so wirklich erkennbar, haben wir auch noch einen Spezialpreis bekommen, anstatt 300€ kostete es nur 170€, da es als Automobil durchging.

Und wir konnten aufs Oberdeck, das heißt, das Auto stand im Freien und wir konnten somit die ganze Nacht im Auto bleiben und mussten nicht, wie sonst so üblich bei Fähren, das Auto verlassen. Das erwies sich als wirklich wunderbar. Zwar war es etwas laut durch die Motoren der Schiffs, aber eine Brise wehte um das Auto, es war angenehm hier oben.

Während Susanne jetzt mal 5 min brauchte, um zur Ruhe zu kommen, das alles ging von jetzt auf gleich und war unvorbereitet, machte ich mich auf den Weg und inspizierte mal das Schiff.

Als ich in den Passagierbereich kam, dazu musste ich an einer kleinen Küche vorbei. In dessen Vorraum ca. 6-7 mexikanische LKW Fahrer beim Tratschen und Essen waren, alles sehr rustikal, einfach. Da sah mich die Köchin, so eine richtig urige Mama und winkte mich zu sich und drückte mir einen Teller mit wirklich gutem, leckeren Essen in die Hand, dabei redete sie auf Spanisch auf mich ein, ich versuchte mehrmals ihr verstehen zu geben, dass ich nichts verstehe. Jetzt wurde es richtig lustig, die LKW Fahrer lachten laut, weil die Mama so vor sich hin plapperte und ich so ein bisschen ratlos da stand mit einem Teller Essen in der Hand. Ich dachte, dann gehe ich mal runter und sage Susanne, dass es hier oben etwas zu essen gibt. Und dann, als ich schon fast an der Treppe war, pfiff die Mama aus der Küche mich wieder zurück: No, no, no, essen hier....

Und die ganzen LKW Fahrer lachten laut, jetzt wurden sie aufmerksam auf mich und wollten wissen woher ich komme, als ich sagte Alemana und Viva Mexico, Fußball, war der Bann gebrochen, einer der Fahrer stellte mir noch eine Flasche Tabasco hin, sie unterhielten sich mit mir und ich nickte immer nur. Es war aber so unkompliziert, dass man sich dazu gehörend fühlte. Tolles Feeling. Nachdem ich fertig gegessen hatte, ging ich wieder runter zu Susanne. Dann ging sie hoch, während ich beim Auto blieb.

Susanne machte oben die gleiche Erfahrung, alles unkompliziert, nett. Wobei wir erwähnen müssen, dass die Fähre eine reine Lkw Fähre mit der Strecke La Paz – Topolobampo (Dauer 8h) ist, keine Touristenfähre und wir wollten unbedingt mit dieser fahren, da man, wenn das Glück hat, auf das Oberdeck zu kommen, im Auto bleiben kann. Wobei sie eigentlich laut Internet erst am nächsten Morgen fahren sollte und wir großes Glück hatten, dass wir sie noch erwischt haben. Denn keine 10 min nachdem wir auf der Fähre waren, fuhr sie los

Nachdem Thomas später nochmal mit seinen neuen mexikanischen Freunden abends mehrfach lustiges Palaver hatte, hat Susanne ein tschechisches Paar getroffen, die wie wir auch lange durch die USA gefahren sind, sich allerdings dort erst ein altes Wohnmobil gekauft haben. Aber von der Art, wie sie reisen sind sie uns sehr ähnlich. Wir tauschten sehr lange Erfahrungen aus und besonders interessant wurde es, als wir erfuhren, dass sie schon in der Mongolei waren, genau auf der Route über Türkei, Usbekistan, Iran, die wir auch im Kopf haben. Sie konnten uns viele sehr gute Tips geben.

Irgendwann um Mitternacht legten wir uns hin, es war zwar etwas warm und nicht leise, aber alles besser als oben die Nacht über im Passagierbereich wach zu verbringen. Auch für Jerry war es die beste Fährfahrt aller Zeiten, er konnte mehrmals über das große, fast leere Deck spazieren und sich noch ein bisschen austoben nach der langen Autofahrt.

Für mich war das ein wunderschöner Tag, ein tolles Erlebnis, erst die 700 km Baja California Sur geschafft zu haben, dann auf den letzten Drücker, die Fähre gekriegt zu haben, die eigentlich zu einem anderen Zeitpunkt fahren sollte, dann das Erlebnis mit der Köchin und meinen neuen mexikanischen Freunden. Ein Tag, den ich wirklich nicht missen möchte.

 

 

24°16'33.8"N 110°19'37.2"W

sieht lächerlich aus, aber das Auto kam nicht mehr vom Fleck

Gegen unseren Willen sind wir heute zum Schlangenkiller geworden. Ausweichen, abbremsen war nicht möglich und so überfuhren wir heute leider eine Schlange, 

Fähre der Gesellschaft Tranportacion Maritima Baja California

Unser Platz auf dem Oberdeck


9.10.2018, Tag 110

die Überfahrt war cool, wir hatten eine relativ ruhige Nacht, kaum Seegang und gegen 8h lief die Fähre auf dem Festland in Topolobampo ein. Da das einparken der Fähre sich so ein bisschen zog und schon alle Lkw Fahrer sich schon in Richtung ihrer Fahrzeuge begeben haben, gab es nochmal ein heftiges Palaver mit freudigem Hallo vor unserem Auto.

Wir wollten ein bisschen Ruhe haben und suchten uns ein Ziel, ein Hotel mit Stellplätzen am Golf vom Mexiko, ca. 170 km entfernt.

Das einzige, was wir über die Fahrt sagen können, ist dass im Abstand von ca. 10km 3 Kontrollen waren, die es in sich hatten, zum Glück hat man sich dieses Mal für uns nicht so interessiert, nur einmal mussten wir die Taschen von rechts auf links drehen und uns abtasten lassen. Wir haben das Gefühl, dass hier verschiedenen Arten der Polizei, Policia Municipal, Policia Federal, Policia Turista und das Militär irgendwie konkurrieren und sich nicht abstimmen.

Nachdem was wir bei diesen 3 Kontrollen sahen, hatten wir mit unserer Kontrolle gestern sogar Glück, denn wir konnten sehen, wie bei einigen Autos sogar die Innenverkleidung abmontiert wurde, auch unter der Motorhaube wurden Sachen aufgeschraubt, die Jungs hatten Akkuschrauber. Das ging hier richtig zur Sache. Wir waren richtig glücklich, dass man uns heute so in Ruhe gelassen hat, bis auf das einmal aussteigen und Taschen leer machen.

Wir sind ja jetzt auf dem Festland, in der Mitte Mexikos und schon nach den ersten 170 km lässt sich sagen, es ist hier so wie auf der Baja California, wir sehen keinen großen Unterschied.

Wir erreichten das Hotel gegen Mittag, wir parken mit dem Auto direkt am Wasser, es ist auch überwacht hier. Zur zeit sitzen/parken wir noch vor dem Restaurant im Schatten, es ist wirklich heiß hier, die Sonne bollert extrem stark, zu Fuß über den Sand laufen geht nicht.

So wie es aussieht, werden wir heute Abend einen Riesen Sonnenuntergang erleben dürfen und das letzte Holz, was wir noch mit uns rumfahren, muss ja noch verbraucht werden, bevor wir in 2-3 Tagen die Grenze zu den USA überqueren.

Zum Thema Sicherheit: wir fühlten uns bisher immer sicher, wir sind auch mehrmals in den Städten rumgelaufen, haben keine negativen Erfahrungen gemacht. Wenn man nichts bei sich hat oder rum protzt, fällt man nicht wirklich auf. Alles war total normal. Im Gegenteil, wenn man mit Mexikanern ins Gespräch kommt, sind sie eher lustig, freundlich und hilfsbereit.  

26°41'38.0"N 109°35'24.7"W

 

wir gönnten uns mal ein Corona - mexikanisches Bier und anschließend haben wir gegrillten Fisch gegessen, unsagbar günstig hier für 5€

Kokosnuss gefunden!!!

Viva Mexico - das ist hier das Zauberwort und dann geht alles

Gassi gehen mal anders. nur bis zu den Füssen geht er ja ins Wasser, dann rennt er in die andere Richtung raus

10.10.2018, Tag 111

Da wir hervorragendes Internet vom Restuarant hatten, einen wunderbaren abend hatten mit sonnenuntergang und Lagerfeuer, direkt am Wasser, komplett alleine, in dme Restaurant für 5€ wunderbarne gegrillten Fisch gegessen haben und der Wirt wirklich nett war -wir hatten einge kleine Smalltalks, er gab eine Runde Corona aus- und hier für unsere Verhältnisse alles extrem günstig war, entschieden wir uns, nochmal einen weiteren Tag zu verweilen.

Wir fangen an, die Rückreise zu organisieren, hierzu haben wir die Containertransportgesellschaft ACL kontaktiert, ob sie vielleicht eine Ausnahme machen und einen Hund mitnehmen. Mit dem Auto ist es auch möglich als Passigier mit auf dem Schiff zu fahren, was 2 Wochen dauert. Allerdings war bisher immer die Aussage, dass sie keine Tiere mitnehmen.

Gegen Nachmittag gönnten wir uns nochmal ein Mittagessen im Restaurant, dieses Mal entschied ich mich für gegrillte Scampis mit Knoblauch. Ich würde sagen, das waren die besten, die ich jemals gegessen habe. Der Abend war auch ein bisschen länger als sonst, weil unser Lagerfeuer heute sehr lange brannte, damit wir alle unsere Holzvorräte verbrauchen konnten wegen des nahenden Grenzübertrittes in die USA.

Zum einen liebäugelten wir, noch ein paar Tag hier dran zu hängen, weil einfach alles stimmt, entschlossen uns aber zum Schluß, da wir von Mexiko bisher so gut wie nur Küstenregionen kennen, die Zeit zu nutzen und tief ins Landesinnere über Chihuahua Richtung USA/Texas zu fahren am anderen Tag.  

hier mal ein paar eindrücke von unserem heutigen Tag, die neidisch machen sollen


11.10.2018, Tag 112

Gegen morgen, für unsere Verhältnisse sogar relativ früh, um 8h, brachen wir auf in Richtung Ojinaga, das sind ca. 1000 km, es verlief sehr viel auf kleinen Seitenstraßen und der Tag sollte noch zu einem richtigen Abenteuer werden.

Wir befuhren die Straßen 117 und 16, die über 450km ein großes Gebirge queren, dessen Namen wir ohne Internet leider gerade nicht herausfinden können. Mehr als 450km waren nicht möglich, die Durchschnittsgeschwindigeit liegt höchsten bei 40-50kmh, die Straße ist sehr schmal, extreme Kurven, die gesamte Strecke, bergauf und bergab. 50% der Strecke waren in einem schlechten Zustand, Schlaglöcher, oder ein Teil der Strraße verschüttet durch herunter gefallende Steine und Geröll. Unter anderem war ein Stück dabei, 170km ohne Menschen, Häuser, angekündigt durch ein Hinweisschild, vorher zu tanken. Auf diesem Stück hatten wir auf keinen Gegenverkehr, wir waren alleine unterwegs. Und auf diesem Stück gab es was besonderes, nämlich eine sehr hohe Tiervielfalt. Was uns sogar ein bisschen Angst machte. Riesengroße Vogelspinnen in Massen, die über die Straße liefen, 2-fingergroße Riesenheuschrecken und überall am Straßenrand Klapperschlangen, die sich auf dem warmen Asphalt sonnten. Natürlich gab es auch die Esel, Pferde, Kühe und Hühner, die alle immer wieder freilaufend auf der Straße plötzlich auftauchten.

Allerdings beschäftigte uns die große Anzahl der Schlangen wirklich sehr und unseren ursprünglichen Gedanken, hier irgenwo in einer Nische zu übernachten (es gibt keine offiziellen Campgrounds in dieser Gegend), verwarfen wir, denn das kam uns zu gefährlich vor und den Hund zu bändigen, nicht die Nase in die Büsche zu stecken. Da die Abstände zwischen den Dörfern hier sehr groß ist und da wir durch die vielen Kurven kaum voran kamen, verschätzten wir uns ein wenig. Wir kamen nicht voran und Leitplanken sind auch nicht Standard, man muss wirklich vorsichtig fahren, besonders bei Gegenverkehr. Also wurde es immer später und dämmerte langsam und da es sehr schnell dunkel wurde, fuhren wir- ungewollt- wieder einige Kilometer im Dunkeln. Wir erreichten das kleine Dorf Yepachic, hielten vor einem kleinen, leeren Restaurant. Ich ging rein. Hinter der Gaststube befand sich wohl das Wohnzimmer der Besitzer, man hörte einen Fernseher, eine ältere Frau kam, ich erklärte ihr unser Problem und fragte sie, ob wir hier über Nacht vor dem Restaurant bleiben können. Sie schaute mich zuerst mal an, als ob wir Marsmenschen wären. Als ich ihr das Auto zeigte und nochmal wiederholte, dass wir keine andere Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben und es jetzt schon spät und dunkel ist, zeigte sie uns, wo wir parken können.

Seit wir unterwegs sind, haben wir nie groß irgendwelche Ängste gehabt, wir sind da sehr pragmatisch, aber heute, nachdem wir diese Masse an Schlangen gesehen haben, die eine oder andere hat sogar uns mit ihrer Rassel ein Signal gegeben, muss ich sagen, hatten wir schon weiche Knie, wenn wir mal angehalten haben, um den Hund raus zu lassen.

Landschaftlich ist diese Gegend wirklich beeindruckend, es war es wert, hier lang gefahren zu sein. Es gibt nur wenige Fotos, da wir unsere Wertsachen erstmal im hinteren Teil des Auto versteckt gelassen hatten (wir sind immernoch sehr vorsichtig) und auch mit den Straßenverhältnissen vollauf beschäftigt waren.

Nach ca. 14 Tagen verlassen wir jetzt Mexiko. Und hiermal kurz ein paar Enidrücke, komprimiert:

Es war total anders als wir es erwartet haben. Vorab erstmal das Negative: zu Anfang sehr vermüllt, so sehr, dass wir richtig schockiert waren. Was sich aber, je mehr wir in das Landesinnere kamen zunehmend besserte. Was auch sehr nervig war, diese ständigen Kontrollen, die wir auch nicht so richtig verstehen. Die Straßen sind überwiegend in einem richtig schlechten Zustand und sehr schmal. Man kann sie befahren, aber man muss sehr sehr wachsam sein und langsam fahren teilweise.

Das Fahren in den Städten ist sehr anstrengend, Schilder, Ampeln teilweise kaum erkennbar und für uns oft irrational geregelt. Durch defensives, reintastendes Fahren geht es aber alles problemlos. Die Mexikaner fahren selber sehr moderat und rücksichtsvoll.

In der Tat sollte man hier nachts kein Auto fahren. Was aber nicht dem geschuldet ist, dass es vielleicht dann Überfälle gibt, sondern eher, weil die Straßen schelcht sind, Tieren unterwegs sind, oder unbeleuchtete Radfahrer.

Wir sind es gewohnt, in Deutschland, oder auch in Amerika und Kanada ein Supercenter nach dem anderen zu treffen, wenn man einkaufen will. Das ist hier nicht so. Das ist hier dünn verteilt. Hier gibt es eher kleine Lädchen.

Was wirklich genervt hat, waren die Leute, die an Ampel wie Hyänen auf die Autos warten, um ungefragt Scheiben zu putzen, oder irgendwas zu verkaufen.

Es kann passieren, dass man an der Ampel steht, dass 5-10 eauf einen einstürzen, um in kleine Tüten abgepackte Dinge, wie Bohnen, Getränke, kleine Plastikbälle zu verkaufen.

Das Thema Straßenhunde oder Hunde, die frei laufen, aber zu Häusern gehören, immer wieder das gleiche Thema durch Jerry, wir mussten extrem aufpassen, dass es zu keinen blöden Situationen kommt. Aber sie waren generell nicht aggressiv, sondern eher neugierig und eingeschüchtert und verzogen doch sehr schnell, nachdem er sie anbellte. Hat man immer im Hinterkopf, dass was passieren kann.

Die Geschwindigkeitsreduzierungsboller auf der Straße, die einem wirklich fast das Auto zerreissen, die in einer Häufigkeit angebracht sind, dass es für 5 Länder reichen würde. Sie sind oft so extrem hoch, dass man nur in Schrittgeschwindigkeit fährt.

Die Sprache ist doch mehr ein Problem, als wir anfangs dachten. Ganz ohne Spanischkenntnisse geht fast nichts. Man kann sich das Leben deutlich leichter mit Spanischkenntnissen machen

Das waren so im Groben erstmal die negativen Dinge, die uns einfallen,

Positive Dinge und gemachte Erfahrungen:

In Sachen Bestechung haben wir überhaupt nichts mitbekommen, im Gegenteil, die Polizisten kamen immer zu uns, wenn wir mal irgendwo standen und fragten, ob alles ok ist, Wenn wir Fragen hatten, waren sie immer sehr hilfsbereit und freundlich. Diese Horrorgeschichten, die wir im Internet wahrgenommen haben, können wir nicht bestätigen, ganz im Gegenteil.

Genauso das Thema Sicherheit: wir haben inzwischen ein ganz anderes Empfinden als am Anfang, inzwischen könnten wir uns auch vorstellen, irgendwo frei zu übernachten. Wenn ich daran denke, dass in Deutschland, dem Eldorado für Wohnungseinbrüche und Autoeinbrüche. Hiervon konnten wir ebenfalls nichts wahrnehmen hier.

Im Gegenteil, jeder, mit dem wir geredet haben war nett und war nicht auf unser Geld aus.

Im Gegensatz zu den USA fühlt man sich hier überhaupt nicht so gemaßregelt, wenn man durch das Land reist, es wirkt alles entspannter/ freier.

Wir sind viele Küstenstraßen gefahren und auch quer durch das Land, das Land ist nicht dicht besiedelt, wir sind manchmal 100km von einem Ort zum anderen gefahren, eigentlich immer durch schöne Landschaften.

Das Land ist sehr abwechslungsreich und hat endlose Küstenbereiche, die zum größten Teil überhaupt nicht genutzt werden.

Es ist sehr günstig hier zu Leben, Lebensmittel sind billig und Essen gehen ebenfalls.

Wir haben sehr viele Delfine und Pelikane gesehen direkt vom Campground oder Auto aus. Ebenfalls ist das ein perfekter Ort für Whale Watching, was wir aber nicht genutzt haben.

Wir hatten die beste Fährfahrt ever. Die Party auf der Nachtfähre mit den LKW Fahrern

Wir konnten überall ein Feuer machen abends, es interessiert keinen so wie in den USA.

Wir haben den leckersten Fischen und die besten Gambas seit ewig gegessen und das für einen sensationellen Preis.

Was Übernachtung überhaupt betrifft, waren wir zu Anfang ja sehr vorsichtig und haben immer darauf geachtet, dass es überwacht ist. Inzwischen sehen wir das in dne ländlichen Gebieten entspannter. Bei der Fahrt entlang der Küste haben wir auch den einen oder anderen Freisteher gesehen.

Es gibt genügend Stellplätze/ Campingplätze, die meistens eigentlich total leer sind, wobei sie aber auch überwiegend ein bisschen herunter gekommen sind.

Was uns ein bisschen verwundert ist, dass wir keine gleichgesinnten Wohnmobilfahrer getroffen haben.

Man kommt nicht so schnell vom Fleck und an, wie man es normalerweise gewöhnt ist, für 100km kann man schon 2-3 Stunden brauchen, daran muss man sich gewöhnen, um sich nicht dauernd zu verschätzen.

Internet war auch überhaupt kein Problem, aber es gibt Gebiete, durch die wir kamen, die nicht abgedeckt sind.

Brot gibt es hier gar nicht, es gibt nur Tacos. Also Tacos zum Frühstück, eigentlich immer.

Obst und Gemüse muss man waschen, aber nicht mit Leitungswasser, sondern mit Trinkwasser. Während das Fleisch kein Problem war, alles frisch und wir hatten keine Probleme. Für die Genussmenschen, Bacardi/ Bier und Zigaretten sind hier sehr günstig.

Was Drogen betrifft, das Zeug benutzen wir ja nicht, wir haben nicht wahrgenommen, weder Drogensüchtige, noch Dealer. Das war in Kalifornien (USA) ganz anders oder bei uns am Hauptbahnhof ebenfalls.

Ob wir jetzt besonderes Glück hatten hier, wir sind 14 Tage durch das Land gefahren, in dieser Zeit haben wir nichts von Kriminalität gespürt.

Tankstellennetz wie in Europa, überall gibt es ausreichend Tankstellen, auch Diesel.

Die Temperaturen: es waren überwiegend 30°C, erträglich, nicht feucht. Allerdings ist jetzt Oktober. Im Juli sieht das ganz anders aus und es wird vermutlich dann keinen Spaß machen, viel im Auto zu sein.

Ganz ganz toll: An der Baja California bei Loreto gab es viele kleine Traumbuchten, türkises Wasser, weißer Sand, besser als in der Südsee.

Auch ganz besonders waren die zwei Abende in Huatabampo direkt und alleine am Strand, Auto stand unter Palmen, um ins Wasser zu gehen, musste man nur ein paar Schritte laufen. Das Wasser (Golf von Kalifornien) war richtig warm und natürlich darf ich unsere geliebten abendlichen Lagerfeuer nicht vergessen.

Auch war die Fahrt durch die Baja, durch die Kaktuswüste ein einmaliges Highlight.

In einem verstehen wir jetzt Onkel Trump oder seine Hintergründe etwas besser, Mexikaner wollen ebenso in die USA wie es die Afrikaner , die nach Europa wollen. (Das ohne Bewertung).

Abschließend können wir sagen, wir werden Mexiko sehr positiv in Erinnerung behalten und würden und werden es auch wieder besuchen. Auch mit dem Wohnmobil, kein Problem.

Von den 3 von uns in diesem Trip besuchten Ländern, hat uns Kanada am allerbesten gefallen, danach kommt Mexiko und dann die USA.

28°25'44.6"N 108°22'59.7"W

das Restaurant, bei dem wir Unterschlupf gefunden haben. Jerry hat sich ein bisschen verändert

von diesen Viechern haben wir wirklich Hunderte über die Straße huschen sehen

so sieht das aus, wenn die Schlangen sich auf der Straße liegend sonnen, aber sie flüchten ,wenn man zu nahe kommt, sie sind definitiv nicht angriffslustig

von dieser Art Klapperschlange haben wir sehr viele gesehen kurz hintereinander, das ging uns sehr nahe und hat uns davon abgebracht, hier länger zu verweilen, oder mit dem Hund rumzulaufen, sondern hat uns mehr in Richtung besiedelter Zonen gebracht


12.10.2018  94.842 km  Tag 113  (  kommt morgen  )

Von Yepachic nach Ojinaga hatten wir jetzt noch 400 km für die wir einen ganzen Tag gebraucht haben, landschaftlich wirklich wieder sehenswert, über die Straßenverhältnisse sage ich jetzt mal nichts mehr.

Wir sind durch ein paar kleine Bergdörfchen gekommen, ansonsten war das Gebiet unbewohnt. Nachdem wir das Gebirge hinter uns gelassen hatten, ging die Landschaft in Wüste über, fast unbewohnt bis zur US Grenze. Wir kamen gegen 18h in Ojinaga an, bereiteten das Auto für den Grenzübertritt vor und dann fingen wir an, dne Grenzübergang zu suchen, ja es ist wirklich so, es ist nichts beschildert, kein Hinweis, in welcher Richtung man nach Texas fahren kann.

Als wir es dann geschafft hatten, den Grenzübergang zu finden, haben wir auf der mexikanischen Seite die Immigrationskarte zurück gegeben. Was das Auto betrifft, haben wir uns einfach mal blöd gestellt, denn das Auto darf ja 10 Jahre in Mexiko bleiben, was auch funktioniert hat.

Dann überquerten wir den Fluss Rio Grande und standen vor der amerikanischen Grenze.

Wir hatten uns bewusst diesen kleinen Grenzübergang ausgesucht, dafür sind wir von mexikanischer Seite her 200 km durch Wüste gefahren. Auf der amerikanischen Seite, mussten wir auch nochmal 200 km durch Wüste fahren, um in die nächste größere Stadt zu fahren, wie wir später erst erfuhren. Der Grenzübertritt verlief folgendermaßen: Vorab, unser Visum für Amerika ist noch bis März gültig. Wir wurden wir ausführlich befragt, u.a. wo wir herkommen, warum wir hier sind, warum wir in Mexiko waren und wie lange und was wir von dort mitgebracht haben, wohin wir wollen, wann wir bereits wo und wie langen in den Staaten waren.

Wir bekamen einen gelben Aufkleber auf die Windschutzscheibe und durften uns in Lane 1 zur Durchsuchung des Autos einfädeln. Jerry kam in einem Zwinger und wir mussten das Auto verlassen mit dem Vermerk, wir möchten unsere Wertsachen mitnehmen. Worauf wir ein bisschen schmunzelten, wenn wir unsere Wertsachen mitnehmen sollen, dann müssten wir jetzt einen Koffer packen. Wir wurden in einen Wartebereich in einem Gebäude gebracht, konnten aber sehen, wie sie unser Auto auseinander genommen haben. Nach ca. 15 min kam einen durchaus höfliche Beamtin und erklärte mir, dass sie eine Packung Bacon entsorgt haben, die wir nicht deklariert hatten – Schweinefleisch- und dass es aber nur eine Verwanrung dafür gäbe, alles andere sei ok. Jetzt ging es nochmal um das Visum, hier mussten wir wieder 1000 Fragen beantworten, eigentlich wieder die gleichen, warum, weshalb, wie lange, wo...man diskutierte noch hinter dem Schalter ein bisschen, was wir aber nicht verstehen konnten. Aber letztendlich bekamen wir nach weiteren 5 min unsere Pässe zurück, als wir die nette Beamtin fragten, wo denn hier der nächste Burger King sei, lachte sie und sagte, das sieht nicht gut aus, ca. 200 km von hier. Das einzige, was sie hätten, wäre ein Subway und sie zückte sofort ihr Handy, rief an und fragte, wie lange er geöffnet sein, erfuhr dort aber, dass sie gerade schließen.

 

Dann fuhren wir nochmal 3 km und parkten auf einem kleinen Campground, umsonst und zu essen gab es ein Deutschland in Konserven mitgebrachte Roularden, da wir wirklich nicht mehr viel an Bord hatten.

In sich war aber der Grenzübertritt unproblematisch, wobei wir noch eine ganze Zeit erleichtert vor dem Auto saßen und uns darüber freuten, dass wir gesund, heil und ohne Dellen Mexiko durchquert haben, aber auch glücklich sind, dass wir es gemacht haben und wir würden es wieder tun.

 

 Viva Mexico!!!

 

29°35'06.2"N 104°22'16.4"W

Fahrgemeinschaft, wie man sie hier ständig sieht

an einer Ampel, ein Jongleur, die Fensterputzer hatten wir schon vertrieben. 

Abschließend können wir sagen, wir werden Mexiko sehr positiv in Erinnerung behalten und würden und werden es auch wieder besuchen. Auch mit dem Wohnmobil, kein Problem.

Von den 3 von uns in diesem Trip besuchten Ländern, hat uns Kanada am allerbesten gefallen, danach kommt Mexiko und danach die USA.

 



Start 20.06.18   Start km  53.517  Halifax    derzeit km 94.842 = km  41.325  108 Tage    382  km Durchschnitt

 

Ausgaben :

Lebensmittel   2.817 €  (davon 1176 €  Zig,Alk,Wein)

Benzin              3.064 €

Übernachtung    559 €

Essen gehen      389 €

Maut/Fähre        427 €