Portugal               25.11.18---02.01.19

Tag 157  bis Tag 195    Km xxxxxx

Vom 25.11.18---bis 02.01.19

Portugal

Am 22.11.18 fuhren wir weiter Richtung Portugal, wobei wir nochmal bei der Fa. Goldschmitt in Waldürn vorbei fuhren, um eine Inspektion der Luftfedern durchführen zu lassen (90€). Übernachtet haben wir bei Augsburg, weil wir auch noch ein Schloss abgeholt haben.(https://www.heosolution.de)

Es war bitterkalt und der erste Schnee fiel. Also draußen, nicht im Auto ;-)) und wir merkten deutlich, es wird Zeit, in wärmere Regionen zu fahren.

Die Fahrt durch Frankreich war unspektakulär und wir übernachteten auf einem Rastplatz.

Erwähnenswert ist nur, dass wir am nächsten Tag, obwohl die Autobahn fast leer war die ganze Zeit, plötzlich im Stau standen. Es war zunächst nicht erkennbar, was der Grund hierfür war. Nach ca. 30 min kamen wir zur Mautstelle und sahen, dass die Franzosen (Gelbwesten) streikten und nur phasenweise Autos passieren ließen. Was sich aber im Nachhinein für uns als sehr gut erwies, denn wir sparten ca. 120€ Maut. Sie sammelten nur die Tickets ein und ließen die Autos, ohne dass die Gebühr bezahlt werden musste, passieren.

In einem Rutsch fuhren wir quer durch Spanien und schafften es abends noch bis zur portugiesischen Grenze. Dort kamen wir um 23h an und übernachteten auf dem Parkplatz nach der Grenze. Die letzten 150km durch Portugal wollten wir genießen und entschieden uns, jetzt hier erstmal zu übernachten und morgens im Hellen weiter zu fahren.

Am 25.11. erreichten wir Alcalar gegen 11 Uhr und kamen somit bei Lena an der Algarve an.

37.196857, -8.586994

Die Freude war groß und was haben wir jetzt zuerst getan? Dass, wovon wir die letzten 5 Monate träumten, wurde sofort in die Tat umgesetzt und wir gingen zusammen mit Lena und Sid in die Churrasqueria, um die weltbesten gegrillten Hähnchen zu essen mit viel Piripiri und Knoblauch. Es war ein absoluter Hochgenuss, unvorstellbar lecker.

Und so vergingen auch dann die nächsten Tage, alle unsere Lieblingsrestaurants wurden angelaufen, über Fisch, Oktopuss, Fleischspieß, Süßkartoffeln usw.. . Und so verging die Zeit. Ursprünglich wollten wir 2-3 Wochen bleiben. Daraus wurden dann 6 wunderschöne Wochen, das Wetter stimmte, tagsüber Sonne, warm. Am Schluss wussten wir gar nicht, wo die Zeit hin ist.

Da es tagsüber sehr ruhig war, wir viel rum lümmelten und die Ruhe genossen, kamen Hunderte von Sequenzen von unserer Kanada/ Amerika/ Mexikoreise zurück in den Kopf und uns wurde langsam bewusst, was für tolle Erlebnisse wir in diesen Ländern hatten. Wir müssen sagen, unser Eindruck von Amerika bevor wir los fuhren im Vorfeld, die Einstellung war eher negativ. Inzwischen hat sich in unseren Köpfen ein rundum positiver Gesamteindruck festgesetzt und uns wurde jeden Tag bewusster, was für einen tollen, außergewöhnlichen Trip wir erleben durften und auch dass die Menschen einfach nur freundlich waren und wir eigentlich in dieser Zeit so gut wie keine negative Erfahrung machen mussten (Ausnahme ist die Sache mit dem Fenster).

Eigentlich wollten wir hier in Portugal mit der Ruhe die wir hier haben, mit der Planung unserer nächsten Reise nach Türkei/ Iran/ Aserbaidschan/ Kasachstan/ Mongolei/ Russland beginnen. Doch irgendwie fehlt uns einfach der innerlicher Zug, uns jetzt hier intensiver mit der Vorbereitung auseinander zu setzen. Die Entscheidung ist gefallen, dass wir Anfang/Mitte März losfahren. Allerdings ist die Planung nicht ganz einfach, denn viele der Staaten verlangen Visa, manche sind nicht ganz leicht zu bekommen und alle müssen zeitlich aufeinander abgestimmt sein. Bekommt man z.B. das Visum für Turkmenistan nicht, was nicht so selten vorkommt, muss die Route über Tausende von Kilometern komplett umgeplant werden. Aber hierzu später mehr, wenn wir uns damit intensivst auseinander setzen.

Die 6 Wochen gingen rum wie im Flug, wir haben die Zeit mit Lena und Sid, und Weihnachten und Silvester sehr intensiv genossen. Das Losfahren fiel sehr sehr schwer. Aber wir hatten Mohammed versprochen, ihn in Marokko zu besuchen und so fuhren wir am 2.Januar los.

Wir waren noch niemals so lange am Stück in Portugal. Wir hatten fast das Gefühl, dass die Leute, die dort in der Gegend leben uns irgendwann als neue Anwohner adoptiert hatten, man begegnete sich in dem einzigen kleinen Café, hörte sich alle Geschichten an, die so täglich passierten und wurde immer freundlich begrüßt. Die Zeit zusammen mit Lena war sehr schön und intensiv. Wir glauben auch den Ort gefunden zu haben, wenn mal unser Reisefieber nachlässt, wo wir mal länger verweilen werden. Wir bereisen Portugal jetzt schon seit 23 Jahren und haben immer davon geträumt, hier mal den kompletten Winter zu verbringen und den Sommer in Deutschland, dieses Ziel haben wir jetzt geschafft, was wir auch spüren. Aber wir merken auch, wir sind noch viel zu neugierig und wollen erstmal in die Welt, da gibt es noch viele Länder, die wir nicht gesehen haben. Aber es ist ein tolles Gefühl, zu wissen, wenn man will, kann man.

Zum Jahreswechsel möchten wir noch sagen, wir verbringen jetzt seit dem 21.6. bis heute (abzüglich der 3 Wochen nachdem wir aus Kanada zurück kehrten) 193 Tage im Auto. Wir sind immer noch nicht satt, sondern haben immer noch Lust auf mehr. Wir haben uns in das Leben auf den wenigen Quadratmetern so sehr eingefunden, dass wir nichts mehr vermissen.

Wir wollen noch mehr erleben, wir sind neugierig, noch mehr von der Welt auf diese Weise kennen zu lernen.

Zu unseren Aufenthalt in Deutschland:

schon von Kanada aus hatten wir uns einen vollen Terminplan organisiert.

Das Auto bekam neue Reifen, Bremsen, Öl, alles was man nach 100.000 km mal so erneuert, es bekam neuen TÜV. Die kleinen Dinge, die in den letzten Monaten kaputt gegangen sind, wurden erneuert.

Wir selber hatten diverse Termine, z.B. Arzt, sodass die Zeit total verplant war und wie im Flug verging.

Das ist unser berühmtes "Frango Piri Piri", 195 Tage haben wir hier hiernach gedürstet.   

Algarve, Strand bei Vau

ich liebe es stundenlang mit dem Hund am Strand entlang zu laufen, nur ins Wasser mag er nicht

Good times im Hafen von Lagos beim Kaffee trinken


Marokko                        02.01.19 ---

Tanger Med - Tetouan - Al Hoceima - Nador - Oujda - Bouarfa - Erfoud - Merzouga - Zagora - Tata - icht - Guelmim - Tan Tan - El Aaiun -Ad- Dakhla

2.1.2019, Tag 196

Tag 1 in Marokko, km 107.831

 

Gegen 6 Uhr früh machten wir uns auf. Unser Ziel war Algeciras und dort Carlos, um dort in seinem Laden unsere Fährtickets für Marokko zu erwerben.

Die Fahrt war unkompliziert, kaum Verkehr, sodass wir um 12.30 bei Carlos vor der Tür standen, Carlos ist bei Globetrottern/ Weltreisenden der Hauptanlaufpunkt für Tickets, da die Preise sensationell niedrig sind. Carlos ist 5 min vom Hafen entfernt in einer kleinen Seitenstrasse, Koordinaten N36.17920   W-5.44124

Dort bekamen wir die Tickets für Algeciras – Tanger Med hin und zurück für 180€. Im Internet hätte es 326€ gekostet und vor Ort etwa auch so viel. Ein Hoch auf Carlos, dazu gab es eine Flasche Sekt, Kekse und einen Handkuss. Aber Achtung, alles nur auf spanisch und nur mit Barzahlung.

 

Glücklich machten wir uns auf den Weg zur Fähre, 5 min von hier, die auch pünktlich um 14 Uhr fuhr. Die Fahrtzeit war ca. 1,5h. Warum haben wir Tanger Med gewählt und nicht Ceuta?

Als wir vor zwei Jahren in Ceuta über die Grenze gingen, war es hyperchaotisch, Hunderte von Schleppern, es war sehr unangenehm und unübersichtlich, was in Tanger Med alles nicht der Fall ist. Die Einreiseformalitäten werden auf dem Schiff erledigt, Fiche ausfüllen, abgeben, Stempel in den Pass bekommen, alles erledigt. Dann steigt man in sein Auto, fährt von der Fähre runter und folgt den Schildern Richtung Exit. Nach ein paar hundert Metern kommen mehrere kleine Stationen, an denen die Einreiseformalitäten für das Auto erledigt werden. Alles ohne Schlepper.Gegen ein kleines Trinkgeld ist man schneller durch, als ohne.

Alles in allem hat es bei uns eine halbe Stunde gedauert und wir konnten das Hafengebiet verlassen, eine weitere Kontrolle und Inspektion des Autos fand nicht statt..

Was uns jetzt stark auffällt, vor 2 Jahren sahen wir hier Hunderte von Schwarzafrikanern, die vor dem Grenzzaun standen, entlang der Straße und dieses Mal gab es nicht einen, dafür aber alle hundert Meter Militärposten, die uns freundlich zu winkten.

Auch hier, wie in Mexiko ein totaler Kulturschock zu Anfang, wir wurden mal wieder aus unserer europäischen Komfortzone gerissen. Das Autofahren hier ist sehr chaotisch und es wird 1-2 Tage dauern, sich daran zu gewöhnen.

35°37'43.4"N 5°16'39.1"W

35.628719, -5.277518

1 Liter Diesel 0,87 Diram

Bild 1: einer von vielen Läden, die so an der Straße sind, Obst, Gasflaschen, Tonzeug..., 

Bild 2: Obstladen

Bild 3: Gewürzladen

Bild 4: Metzger

Bild 5: ein überladenes Auto, davon gibt es hier hunderte

Bild 6: die Küstenstraße, Zustand ist gut, aber sie geht in extremen Radius in die Kurven und steil bergauf und bergab

Bild 1: Eindruck Durchfahrt einer kleinen Stadt

Bild 2: Gebirge auf unserem Weg

Bild 3: eine Bushaltestelle

Bild 4-6: man sieht immer nur Frauen, das Brennholz/ Futter holen, die Männer sitzen immer in den Cafès und trinken Tee


3.1.2019, Tag 196

Tag 2 in Marokko, km 108.229

Um 8 Uhr machten wir uns vom Campingplatz auf zu Mohammed in Richtung Nador, was von hier ca. 370km waren. Wir fuhren über die Küstenstraße, die sehr gut ausgebaut ist, aber die ganze Straße ging immer wieder sehr steil bergauf und bergab mit extremen Nadelöhrkurven. Es war sehr sehr anstrengend zu fahren, da zwar wenig Verkehr auf der Straße war, aber immer wieder LKWs und Busse sehr langsam fuhren durch die Steigung. Die Bremsen glühten teilweise. Landschaftlich war es sehr beeindruckend, rechts Gebirge, links das Mittelmeer. Wir kamen an den tollsten, einsamsten Stränden vorbei, die man hätte anfahren können. Es ist alles total unerschlossen. Bei uns wäre solch eine Landschaft schon zugebaut.

Geschwingikeitsmäßig lief die gesamte Strecke zw. 60-80 kmh, mehr ging nicht und so brauchten wir für die 370 km auch den ganzen Tag. An den unzähligen Polizeikontrollen wurden wir immer nur durch gewunken.

Die letzten 70 km vor Nador waren dann etwas einfacher zu fahren.

Mohammed trafen wir an einer Tankstelle, wo wir uns verabredet hatten. Gegen 16.30h kam er und wir parkten unser Auto, der Tankwart passte darauf auf.

Wir fuhren erstmal mit seinem Auto eine marokkanische Simkarte besorgen, damit wir wieder online sind (5GB, 5€) und danach gingen wir in Nador in ein Fischrestaurant. Hierfür fuhren wir zur Hauptverkehrszeit mitten durch Nador und es war superchaotisch, hier fährt jeder wie er will und hier läuft jeder wie er will, man muss höllisch aufpassen und wir wundern uns, dass nicht mehr passiert.

In dem Fischrestaurant wurde von allem was in der Auslage lag eine Fischplatte zusammen gestellt. Touristen hätten hier nicht her gefunden, wir sahen hier nur Marokkaner. Das gesamte Essen kostete für 3 Personen 30€ und war wirklich richtig lecker.

Danach machten wir uns auf zu Mohammeds Haus. Es sind ca. 3h vergangen. Was uns jetzt auffiel, jetzt ist Nador wie ausgestorben, keiner ist mehr auf der Straße, wir fuhren fast wie durch eine Geisterstadt.

Bei Mohammed angekommen, zeigte er uns ganz stolz sein Haus, Schwarzbau (die bauen hier alle so, das ist hier normal). Es ist schon dunkel und wir saßen noch lange bei ihm, auf seinem heute gelieferten neuen Sofa.

Gegen 1 Uhr gingen wir schlafen, ohne zu wissen, wo wir eigentlich gelandet sind. Der Effekt kam dann am nächsten Morgen.

Bild 1-7: die einsamen Strände, an denen wir vorbeikamen, wie man auf Bild 1 sehen kann, alles sehr unerschlossen

unser erster Abend mit Mohammed, wir sind Fisch essen gegangen (30€ für die Fischplatte)

rechts vom Auto Mohammeds Haus, hier haben wir auch übernachtet

Eindrücke von der Umgebung um Mohammeds Haus/ unserem Übernachtungsplatz mitten in der Wohnsiedlung


4.1.2019, Tag 197

Tag 3 in Marokko, km 108.706

Nach einer wirklich ruhigen Nacht, obwohl wir mittendrin auf einer freien Fläche übernachtet haben, wurden wir von einer Ziegen-/Schafherde geweckt, die um unser Auto herum graste – und das mitten in der Stadt.

Jetzt sahen wir auch, wo wir angekommen sind, da es ja gestern schon dunkel war, als wir unsere Übernachtungsposition ansteuerten.

Wir stehen praktisch parallel zu Mohammeds Haus, mitten in einer kleinen Siedlung.

Auch hier sind wir zur Zeit die Sensation, denn jeder, der aus dem Haus kommt, schaut 5mal und ist erstaunt, uns und unser Auto zu sehen.

 Nach dem ersten Kaffee, machen wir uns auf zusammen mit Mohammed zu einem kleinen Café, 5 min von hier und bekamen ein sensationelles Frühstück (siehe Foto) mit mehreren Gängen verschiedener Teesorten für unglaubliche 4,40€ für 3 Personen incl. Fladenbrot, Ei, Käse, frisch gepresstem Orangensaft. Der Inhaber saß zufälligerweise nicht weit von uns und bekam mit, dass wir aus Deutschland sind, es entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch und wir bekamen die verschiedensten Arten von Tee zum Ausprobieren serviert, u.a. auch einen Tee mit Oregano oder mit Jasmin, siehe Film.

Das ist unser 5. Besuch in Marokko, aber mit Mohammed, mit dem wir uns dort aufhalten, wo sich kein Tourist hin verirrt, bekommen wir nochmal einen ganz anderen Eindruck und sind total fasziniert. Denn unsere Erfahrung bisher war, dass wir sehr günstig unterwegs sind, aber immer einen Tourizuschlag zahlten. Das fällt gerade weg, Man taucht viel tiefer in das ursprüngliche Leben hier ein, bekommt ganz anders Kontakt zu den Menschen. Wir sind gerne gesehen hier, man strahlt uns an, man freut sich.

Nach dem ausgiebigen Frühstück, was sehr lecker war und den gesammelten Eindrücken, entschlossen wir uns nochmal zurück zu Mohammed zu fahren und Wäsche zu waschen, die sich schon wieder angesammelt hatte.Nachdem das erledigt war, fuhren wir zu Mohammeds Geburtsort. Auf dem Weg dorthin besichtigten wir einen Aussichtpunkt (Gurugo), von wo man Nador von oben sehen konnte, nicht weit von dort, besuchten wir eine Horde freilebender Affen. Sie ließen sich füttern mit Bananen, die sie vorsichtig aus der Hand nahmen. Sie waren zurückhaltend, ließen sich aber auch anlocken.Es gab richtig Stress und Gezeter, als sie Jerry im Auto entdeckten.Danach ging es weiter zu Mohammeds Geburtsort, zu seinem Elternhaus. Wir fuhren immer weiter den Berg hoch, kamen durch ein einsames kleines Bergdorf, in dem wir nochmal Obst und Brot kauften, die Gassen dort waren so eng, dass man um weiter fahren zu können, teilweise die Stände zurückgebaut und die Sonnenschirme eingeholt werden mussten, um mit dem Auto dort vorbei kommen zu können. Das alles geschah mit einer Gemütsruhe und Entspanntheit. Nach dem Dorf ging es weiterhin bergauf, auf steinigen Feldwegen, ganz schwierig zu befahren.

Oben angekommen, wartete man schon auf uns. Freunde von Mohammed hatten eine sehr ausgiebiges Mittagessen vorbereitet, es wurde gegrillt, Rindfleisch, Hähnchenspieße und Hackfleisch, dazu Fladenbrot, Oliven. Es war so lecker. Verständigen können wir uns außer mit Mohammed mit den Leuten hier nicht, sie sprechen nur arabisch. Alles lief in so einer Herzlichkeit, die uns rührt.

Wenn wir beschreiben sollen, wo wir gerade sind, dann vielleicht so: mitten im Nichts, auf einem Berg, mit Blick auf das Meer, in einem kleinen, uralten Bauernhof, der gerade wieder aufgebaut wird.

Thomas ging schlafen, wir machten noch ein Lagerfeuer und kochten Tee. Allerdings wurde es abends wirklich richtig kalt. Wir entschlossen uns, hier heute Nacht zu übernachten und wahrscheinlich auch noch die nächste Nacht dran zu hängen hier, weil es einfach wirklich schön ist.Und wieder ein sehr eindrucksvoller, sehr schöner Tag, der zu Ende ging.

35°12'16.4"N 3°05'02.9"W

35.204564, -3.084136

freilebende Affen in Gurugo, die aus der Hand gefressen haben

Video von unserer Affenfütterung

Bild 1: hier haben wir die 3.-5. Nacht verbracht, auf dem Grundstück wo Mohammed geboren wurde, das Haus seiner Eltern, in völliger Einsamkeit auf einem Berg. Die Fahrt hierher war ein reiner Horror und nicht für jedermann geeignet

Bild 2: gemeinsames Fischessen gegrillte Sardinen)

gegrillte Sardinen und Bokconis

nach einem kurzen Weg durch das Kakteenfeld  hinter dem Haus, ein wunderschöner Ausblick auf das Mittelmeer


5.1.2019, Tag 198

Tag 4 in Marokko, km 108.706

So gegen 9 Uhr tranken wir erstmal zusammen gemütlich draußen Kaffee. Es ist noch relativ kühl morgens, Thomas und ich sassen zusammen an unserem Auto und machten uns Gedanken über die letzten 3-4 Tage. Wir waren schon 5mal in Marokko, haben es aber noch nie so intensiv erlebt wie jetzt, da wir uns durch Mohammed noch entfernter der Tourizonen aufgehalten haben, das Leben ein bisschen dort beobachten konnten und auch Eindrücke von Preisen ohne Tourizuschlag bekamen. Wir haben festgestellt, dass man hier mit 500€ pro Monat sehr gut leben kann (ohne Miete, Haus vorausgesetzt, Grund und Boden sind hier sehr günstig)

Zum Mittagessen gab es heute gegrillte Sardinen und Bokconis. Wir bekamen einen Eimer Kaktusfrüchte geschenkt und als Mohammed kam, erzählte er uns, dass das unter uns liegende Dorf in Aufruhr ist, weil hier gestern ein deutsches Auto durch gefahren ist und jeder wollte nun wissen, wer und wo wir sind.

Der Tag verlief sehr angenehmen, es war sehr warm und angenehm in der Sonne zu sitzen. Wir haben den Tag mit netten Menschen und Gesprächen erlebt und wir beide entschlossen uns, noch einen weiteren Tag hier zu bleiben.

Ach ja, wenn man hinter dem Haus entlang läuft, befindet man sich direkt in einem Kakteenfeld, ähnlich einem Irrgarten führt ein Weg hindurch, auf der linken Seite hat man einen Atemberaubenden Blick auf das Mittelmeer.Statt einzukaufen, bekam ich meine Kartoffeln, die ich theoretisch mal gebraucht hätte, wenn man mich mal kochen ließe, direkt aus dem Beet ausgebuddelt.

Es ist ein schönes Gefühl, einfach mal bleiben zu können, wenn man mag und alles passt, ohne ein zeitliches Limit zu haben und weiter hetzen zu müssen.Gegen Abend haben wir beide uns noch gemütlich an ein Lagerfeuer gesetzt und ein bisschen unseren Gedanken nachgehangen und den Abend genossen.

6.-7.1.2019, Tag 199-200,

Tag 5 und 6 in Marokko, genossen wir ebenfalls noch in der Einsamkeit bei wirklich schönem Wetter, tagsüber wird es richtig warm, dafür kühlt es abends umso mehr ab und es wird richtig kalt nachts.

 

der Weg hin/ zurück, ca. 2km ging es durch engste Gassen/Feldwege, wir mussten auch das eine oder andere Mal rangieren. 


8.1.2019, Tag 201, Tag 7 in Marokko, jetzt geht es weiter, wir fuhren erst mal östlich, über Oujda, was im Norden kurz vor der algerischen Grenze liegt, um von dort südlich immer entlang der algerischen Grenze Richtung Erfoud zu fahren, über Bouarfa, Bouanane, Boudnib, landschaftlich ist diese Strecke sehr flach, teilweise wirklich eintönige Steinwüste, teilweise schon mit den ersten Sanddünen, ein sehr einsamer Tag, da wir kaum Menschen getroffen haben unterwegs. Diese Strecke ist auch für Touristen nicht wirklich attraktiv, da sie sich eher andere Routen nehmen, die z.B. über die großen Städte die Marrakesch, Fes o.ä. oder durch das Atlasgebirge

Die einzigen zwei Highlights waren 2 Polizeikontrollen unterwegs. Die eine am Anfang der Route an der algerischen Grenze entlang, wünschte uns der Polizist am Ende „ Good luck!“ , was uns sehr nachdenklich stimmte.

Die zweite Polizeikontrolle schon am späten Nachmittag, auf noch nahe der Grenze, wir fragten ob er einen Übernachtungsplatz hier in der Nähe weiß, er antwortete: „das ist schlecht, hier ist die Grenze Algerien/ Marokko, da ist übernachten nicht gut“.

Erwähnen möchten wir noch, dass alle Polizisten und Militärkontrollen zwar bestimmend sind, aber alle wirklich sehr sehr freundlich, teilweise neugierig, woher wir kommen.

Die Grenze selber ist ein aufgeschütteter, ewig langer Sandwall, mit einem Graben hinten dran, in Sichtweite immer wieder kleine Militärstationen. Wir waren bis zu 2m an der Grenze dran.

Je weiter südlich wir kommen, steigt die Wahrscheinlichkeit, auch wieder Kamele zu sehen. Was heute auch zum ersten Mal der Fall war, wir passierten freilaufende Kamele am Straßenrand.

Um 18h, kurz vor dem Dunkel werden und nach 800km erreichten wir kurz vor Erfoud einen kleinen Campingplatz „Camping Tissirt“, ein kleiner Platz unter Palmen, wo wir fast alleine, bis auf ein älteres französisches Hippiepaar über Nacht blieben.(70 Diram 7€)

31°47'03.5"N 4°13'50.1"W

31.784298, -4.230575

links von der Straße sieht man die algerisch/ marokkanische Grenze, ein aufgeschütteter Erdwall, ca. 2m hoch, dahinter ein Graben.

einfach mal aufs Bild klicken, dann sieht man die Kamele besser, die da gerade so mal über die Straße laufen

Bild 3: mit so etwas muss man immer rechnen, Eselkarren

9.1.2019, Tag 202, Tag 8 in Marokko  km 109.512

Gegen 9h machten wir uns auf Richtung Erg Chebbi bei Merzouga. Wieder einmal war die davor liegende Wüstenstadt Rissani sehr eindrucksvoll, hier spürt man den Unterschied dem durchstrukturierten Europa sehr deutlich. Es ist alles sehr chaotisch, ungeregelt, quirlig, aber es funktioniert hier auch. 

Deutlich spürt man das Orientalische, das 1001 Nacht-Feeling. 

Wir sind jetzt 8 Tage in Marokko unterwegs und haben erst 7 Gleichgesinnte (Wohnmobile) gesehen. Irgendwie traut man sich wohl noch nicht so hier her. Wenn wir in Europa unterwegs sind, egal wo, sehen wir in der Stunde mehr als 7. 

Nach Rissani ist die Landschaft nur noch sandig, man kann die Sanddünen in der Ferne schon gelb leuchten sehen.Um in die Dünen zu kommen, muss man auch 2-3km Piste fahren, was aber weitestgehend problemlos geht, es gibt immer kleine Stellen, wo man mit viel Power drüber fahren muss, sonst steckt man fest.

wir verbrachten einige wunderschöne Stunden inmitten der Sanddünen, da wir das aber vor 2 Jahren ausgiebig über mehrere Tage machten, haben wir uns entschlossen, gegen Nachmittag Richtung Zagora weiter zu fahren. Wir fuhren den ganzen Nachmittag ohne Menschen/ Autos zu sehen, außen den paar dort ansässigen Beduinen. Leider haben wir diese Mal vergessen, vorher Wasserflaschen zu kaufen, die wir normalerweise den Beduinen geben. Es ist üblich, dass die Menschen, die hier entlang fahren, Wasser für die Beduinen mitnehmen und wir sind etwas enttäuscht von uns, dass wir daran nicht gedacht haben. 

Das einzig Negative, das heute passiert ist, ist dass sich eine Schraube gelöst und verkantet hat von unserem Zusatzschloß, sodass wir die hintere Tür nicht mehr auf bekommen (hoffentlich hält unsere Gasflasche noch eine Weile, den man kommt nur von dort an die Flaschen heran.

Kettenreaktion. Da wir die Tür nicht hinten aufbekommen, konnten wir die Luftmatratze nicht nach hinten schieben (2. Bett und Sofa) und somit machte es pfffffffffhhhhhh....somit benötigen wir auch eine neue Luftmatratze/ Sofa. 

Morgen geht es dann weiter Richtung Tata/ Tan Tan, dort entscheiden wir dann, ob wir den Blinker links oder rechts setzen, was soviel heißt wie, links= ab nach Mauretanien durch die Westsahara, wofür wir ca. 1 Woche brauchen, oder rechts= über Agadir, Essaouira, Casablanca, Rabat zurück nach Portugal, wo wir dann die Woche verbringen würden. 

Heute Nacht sind wir auf dem Grundstück eines älteren Mannes, der uns auf sein Grundstück ließ, es ist eingezäunt. Wir haben ihm 50 Dirham/5 € dafür gegeben. Wobei das Einparken mit Maßarbeit ca. 10 min dauerte. 

Übernachtungsplatz

30°40'35.3"N 6°09'21.1"W

30.676468, -6.155851

Schilder, die es bei uns nicht gibt, Sandsturm, Esel Durchgang verboten, Achtung Kamel

bei jeder größeren Stadt gibt es diese eindrucksvollen Stadttore

Eindruck bei Durchfahrt von Rissani

Eindrücke von Einheimischen 

Eindrücke von Einheimischen

Aufnahmen von einem Basar

das ist die berühmte Erg Chebbi, ein Teil von der Sahara

Wüstenspiele, es ist etwas besonderes, inmitten dieser Sanddünen zu sein. Es ist leise, ruhig, man entwickelt eine gewisse Art von Ehrfurcht, wieder eine wunderschöne Zeit/ Erlebnis, was wir nicht missen möchten

ohne uns auch nur einmal fest zu fahren, haben wir auch unseren Rudi (4t) auch mitten rein manövriert, dafür sind wir eine Stunde Piste gefahren und haben ab und zu auch mal Wasser und Blut geschwitzt, aber es ging alles gut

Eindrücke von den Straßen/ Steinwüste auf dem Weg von Merzouga nach Zagora, ist übrigens auch Sahara

einfach zum Knutschen!! Anthony bau mal im Garten einen Stall, wir bringen es mit

2 meiner unzähligen Tiererlebnisse. Auch könnte man sie doch mit der Post ganz einfach nach Hause schicken.Das wärs....

Jerry mag auch Sanddünen, rennt wie verrückt und fährt total darauf ab, aber vermisst die Bäume zum Pinkeln

Nachdem er nichts gefunden hat, hat er an den Autoreifen benutzt

müde gespielt...nicht der Hund...ich.... Sand, Sonne, blauer Himmel, was willst du mehr


10.1.2019, Tag 203, Tag 9 in Marokko  km 110.177 km

Traumhafte Landschaften – Wasser und Blut geschwitzt – ernsthafte Probleme

so viel vorab, heute hatten wir das erste Mal seit sehr langem ernsthafte Probleme. Wir wissen, dass unser Tagebuch irgendwie recht langweilig zu lesen ist, weil immer alles „normal“ ist und wir wollten auch nichts dazu erfinden mit reintexten.Und da die Tage alle wirklich schön waren, heisst es immer, tolle Landschaft, nette Menschen usw.

Ok, heute ging es gegen 10h morgens los und wir besichtigten erstmal Zagora, hatten auch heute einige Wege zu erledigen, wie Bank, Tanken, ein paar Lebensmittel einkaufen.

Zagora ist neben Merzouga ebenfalls Startpunkt zur Sahara. Mittlererweile sehr sehr touristisch.

Da es uns gelungen ist heute morgen, das Türschloss zu reparieren (yeah!) und somit die Türen wieder normal zu öffnen sind, versuchten wir – bitte jetzt nicht lachen – in der Wüstenstadt Zagora eine Luftmatratze zu bekommen. was natürlich nicht funktioniert hat...

Danach fuhren wir weiter Richtung Tata, wir durchfuhren karge, einsame Landschaften, flach, Stein- und Sandwüste wechselten sich ab. Wunderschöne und einsame Landschaft. Wir befuhren die N12, die unser Navi nicht kannte, folglich fuhren wir relativ blind. Da wir in den letzten Tagen heute Kilometer gemacht hatten, wollten wir heute nur bis Tata fahren und dort auf einen Campingplatz, auf dem wir vor 2 Jahren schon mal mal eine Nacht waren und mal nachmittags ankommen und die Sonne noch ein bisschen genießen und nicht erst bei Dunkelheit auf den Platz hechten. Das war unser Ziel...

Unterwegs begegneten uns 20 Wohnmobile, eine geführte Gruppe von Franzosen. Einzelfahrer gab es weiterhin keine.

Jetzt geht das Drama langsam los. In Tata angekommen, stellten wir fest, dass der Campingplatz, den wir besuchen wollten, bis zur letzten Ecke mit Wohnmobilen gefüllt war und wir keine Lust hatten uns dazu zu stellen und wir eigentlich einen ruhigen, romantischen Nachmittag haben wollten. Das sah auch nach einer geführten Gruppe aus, bisher waren die Campingplätze überall so gut wie leer.

Aber nicht schlimm, dachten wir uns und machten uns auf zum nächsten Campingplatz...der noch voller war. Also so voll, dass man noch nicht mal in die Einfahrt reinfahren mag.

Also entschlossen wir uns, in den nächsten Ort weiter zu fahren, der sich in 130 km Entfernung befindet und sollten wir unterwegs eine schöne Stelle finden, auch mal wieder frei zu stehen nachts.

Das Freistehen gestaltete sich zu Anfang etwas schwierig. Zwar ist es hier weitestgehend unbewohnt, aber landschaftlich befinden wir uns hier in einer Steinwüste, wo man nicht einfach von der Straße runter kann, wenn man nicht hunderte von Steinen wegräumen will, oder aber die Landschaft war so flach und weit einsichtig, dass man sich nirgends hätte etwas verstecken können. Nach weiteren gefahrenen ca. 40km sahen wir in der Ferne eine kleine Hügelkette, die über Piste erreichbar war, hinter der man sich verstecken konnte. Also runter von der Straße und sich dort hinmanövriert. Ich lief vor dem Auto und räumte die spitzen Steine aus dem Weg, es brauchte ca. eine Viertelstunde, um hinter dem Berg zu verschwinden. Wir waren relativ happy, endlich mal wieder freistehend, mitten in der Wildnis. Einfach unser Ding.

Wir gingen mit Jerry aus dem Auto und jetzt bemerkten wir, dass wir auf einem uralten-vermutlich Beduinen- Friedhof standen. Wir schauten uns an und sagten, nein das machen wir nicht und wollten einfach ein paar Meter weiter fahren. Weit und breit ist hier nichts, weder Haus, noch Zelte, noch Tiere. Nur Steine.

Und jetzt kommts, hier hatten das Auto vor dem Aussteigen schon durch die Luftfedern in die Waage gebracht, da der Boden nicht eben war, war das Auto stark aufgebockt, also sehr hoch gefahren.

Als wir umparken wollten, ließ sich das Auto nicht mehr absenken, da die Luftfedern keine Reaktion mehr zeigten, das Display des Bedienteils war schwarz. Ein Fahrversuch endete damit, dass es bei der geringsten Unebenheit Schläge tat, dass wir dachten, das Auto fällt auseinander. Also weiterfahren nicht möglich. Der Sonnenuntergang setzte ein, wir hatten noch ca. eine halbe Stunde Licht, standen an/auf einem Beduinenfriedhof, einen Kilometer weg von der Straße und konnten uns nicht mehr vom Fleck bewegen.

Nach den ersten erfolglosen Ideen/ Versuchen, das Problem zu beheben und das Auto wieder zum Laufen zu bekommen, spürten wir eine Anspannung. Der nächste Ort ca. 40km entfernt. Wobei uns klar war, das hier vermutlich keiner in der Lage ist, sich mit diesen hochmodernen Luftfedern aus zu kennen und sie zu reparieren.

Wir hatten mehrmals die Sicherungen kontrolliert, es war augenscheinlich ok, wir konnten den Fehler einfach nicht finden. Nach 3h, in denen wir Wasser und Blut geschwitzt haben, das ist halt der Nachteil, wenn man soweit von der Straße runterfährt, unternahm Thomas im Stockdunklen einen verzweifelten Versuch und tauschte nochmal alle Sicherungen aus, weil es nach seiner Ansicht ein elektronisches Problem war und es entweder eine Sicherung oder ein Kabel sein musste, was die Probleme verursacht. Wir lagen jetzt schon 3h im/über/auf/unter dem Auto und haben bisher erfolglos gedoktort. Und dann kam der letzte Versuch und siehe da, das Problem war gefunden, wir können uns wieder bewegen, groooooße Erleichterung.

Natürlich wären wir nicht gestorben oder verhungert, aber trotzdem war es sehr sehr unangenehm.

Im Dunkeln, also Stockdunkeln hier, fuhren wir ein paar Meter von dem Friedhof weg. Wir waren richtig happy und es floss ein wenig Alkohol, um das Adrenalin wieder loszuwerden.

 

Wir standen im Nichts, um uns herum nur Sand und Steine, was so traumhaft schön sein kann, kann in blöden Situationen entsprechend unangenehm werden.  

Belohnt wurden wir dann am Morgen mit einem traumhaften Sonnenaufgang

 

29°26'16.2"N 8°03'19.6"W

29.437828, -8.055444

hier starteten früher die Karawanen von Zagora nach Timbuktu in Mali, dieses Schild erinnert daran

das ist der Friedhof, auf dem wir versehentlich gelandet sind und unser Übernachtungsplatz, frei, kein Campground.

der Übeltäter, die gelbe Sicherung, die optisch ok aussieht, es aber nicht war


11.1.2019, Tag 204, Tag 10 in Marokko  km 110.695 km

 

Diese Nacht haben wir auch überlebt, nichts und niemand ist vorbei gekommen. Wir hatten den spektakulärsten Sternenhimmel seit überhaupt und einen Sonnenaufgang, der auch hiermit mithalten konnte. 

Wir sind über Guelmim und Tan Tan in Richtung Westsahara losgefahren heute morgen. als wir eine Rast machten, wofür wir einige Meter von der Straße runter fuhren. Ein vorbei fahrendes Auto drehte und stoppte bei uns und machte uns darauf aufmerksam, dass wir sehr vorsichtig sein sollen, den 150m weiter würde sich ein Minenfeld befinden. Wir konnten keinerlei Hinweisschilder sehen. Und auch die Recherche im Internet brachte keine Information. Da wir noch in der Mitte von Marokko sind und in keiner Grenzregion, können wir das nicht ganz verstehen. Wir sind natürlich nicht weiter rein gefahren. 

Wir nahmen uns vor bei der nächsten Polizeikontrolle, nochmal genau nach zu fragen, aber genau jetzt gab es 150km keine Kontrolle und danach haben wir das aus den Augen verloren, uns weiter damit auseinander zu setzen. 

Die Landschaft ist jetzt sehr verändert, unendliche weite Blicke über die Ebene, windig ,sehr sandig, Der Sand fliegt auch in die Augen, was sehr unangenehm ist. Leider kann man diese wunderschöne unendlich weite Landschaft nicht gut auf dem Foto festhalten, man bekommt die Tiefe nicht hinein. Aber wir genießen den Ausblick sehr und nehmen ihn in unseren Köpfen mit. 

Gegen Spätnachmittag erreichten wir unseren angedachten Übernachtungsplatz und waren total überrascht, dass wir dort wirklich alleine waren, denn es ist ein Platz mit einem atemberaubenden Ausblick. Leider hatten wir kein Feuerholz dabei, es wäre der perfekte Ort für ein Campfire. 

Wir genossen die letzten Sonne, es ist hier deutlich wärmer, da wir inzwischen auch schon viel weiter südlich voran gekommen sind.

War wunderschön hier. 

28°10'38.8"N 11°52'33.3"W

28.177442, -11.875924

Westsahara an der Küste/ Atlantik, über die N1 zu erreichen

Bild 1: Die Straße in die Westsahara

Bild 2: Ortseingang von Tan Tan

Bild 3: ein Versuch die unendliche Weite der Landschaft zu fotografieren

dieser Platz hat uns alleine gehört, hier haben wir übernachtet. Ein perfekter Ort für ein Campfire, leider hatten wir kein Holz.


12.1.2019, Tag 205, Tag 11 in Marokko  km 111.201 km

 

Wir wachten auf und der Strand unter uns war voll mit Flamingos. Die hätten wir hier noch überhaupt nicht erwartet. Ist aber ein wirklich schöner Anblick. 

Da wir ja beschlossen hatten zu Beginn der Marokkoreise, uns nochmal genau damit auseinander zu setzen, wie es weiter geht, sobald wir die Küste erreicht haben, war es jetzt an der Zeit. Das heißt, wir müssen uns entscheiden, ob wir weiter auf dieser Straße nach Süden bis nach Mauretanien (900km von hier entfernt und vorbereitet für den Grenzübertritt wären wir gewesen) fahren, oder ob wir hier umdrehen und nach Portugal zurück fahren. 

Wir saßen gemütlich mit einem Kaffee vor dem Auto in der Sonne und diskutierten. wir müssen Anfang Februar zuhause sein, um uns um alle Visa für die nächste Reise zu kümmern, am zeitaufwändigsten wird das für Iran und Russland sein. Sodass wir uns letztendlich dafür entschieden, jetzt zügig zurück zu fahren und gegen Ende dieses Jahres zurück zu kehren, um dann bis in den Senegal auf dieser Strecke zu fahren. 

Also machten wir uns auf den Weg zurück. 

Diese Straße N1, ab Guelmim ist die Hauptverkehrsader für den Warentransport auf dem Landweg zwischen Europa und Afrika. Dementsprechend viele LKWs sind auf dieser Straße unterwegs. Die Straße ist aber eigentlich gerade mal so breit, dass 2 LKWS aneinander vorbei kommen, die Ränder der Straße sind stark ausgefranst. Immer wieder gibt es Teilstücke mit extremen Schlaglöchern, die Straße ist wirklich sehr unangenehm zu befahren, auch da man hier 100kmh fahren darf, was auch ausgenutzt wird. Wobei wir auch 100km an der neue Straße entlang gefahren sind, die im Bau ist, also...es wird besser irgendwann.

Was man auch oft sieht, morgens, mittags, abends, parken die Autos und LKWs am Straßenrand, die Leute steigen aus, rollen einen Gebetsteppich aus und beten Richtung Osten. 

 

Da wir jetzt zügig auf dem Heimweg sind, benutzen wir die Autobahn A7, die von kurz vor Agadir bis zum Hafen Tanger Med geht, auch um die großen, turbulenten Städte wie Marrakesch und Casablanca zu umfahren. Denn um hier durch zu fahren braucht man extrem viel Zeit und der Verkehr ist mörderisch. Wir übernachten auf einem Rastplatz. Die Nacht war ziemlich laut. An jedem Rastplatz hier gibt es zudem noch Horden von wilden Hunden, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Im Dunkeln mit Jerry raus zu gehen ist wirklich so gut wie unmöglich.  

Warum diese Hektik jetzt? Für unser zukünftiges Vorhaben, benötigen wir 3 Visa, die im Vorfeld nacheinander beantragt werden müssen. Und jeder Antrag dauert ca. 1-2 Wochen. Die beste Reisezeit für die auserwählten Länder ist März, April und Mai, wenn man nicht bei 50°C im Juni in manchen Regionen verdursten will. 

Deshalb wollen/ müssen wir spätestens Anfang Februar zuhause sein. 

 

31°01'30.7"N 9°01'22.3"W

31.025182, -9.022853

13.1.2019, Tag 206, Tag 12 in Marokko  km xxx.xxxkm

Heute Autobahn pur.

Es sind noch 777km bis Tanger Med, von wo aus wir zurück verschiffen. Wir versuchen, den Hafen bis heute Abend zu erreichen. Unser Plan ist, vor dem Hafen heute zu übernachten.

 

35°52'10.6"N 5°31'18.3"W

35.869598, -5.521742

27.01.2019 Tag 220 Km xxx.xxx 

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