Türkei-Georgien-Armenien-Iran-Kasachstan-Mongolei-Russland

Continuation of 07. Portugal/Marokko

Türkiyeye hoş geldin

Welcome to Turkey

Start 01.03.2019  Day 221    Km 115.551    


                                                                   ALL say :

 

                                                            THAT DOES NOT WORK !

 

                                                            then one came 

 

                                                            didn't know that,

 

                                                            HAT´S MADE EASY


Anders als gedacht und nach Internetrecherche war das Visum für den Iran zu bekommen. Konsulat Frankfurt (ich musste ein Kopftuch tragen, da das Konsulat Hoheitsgebiet des Iran ist), Ausweise abgegeben, Wunsch geäußert, alles ging problemlos. Wir bekamen sogar ein zweites . Visum, sodass wir in den nächsten 3 Monaten in den Iran jeweils 2 mal für 30 Tage einreisen können. Und es dauerte ganze 2 Tage und wir hatten unsere Ausweise zurück.

Für Russland brauchten wir jetzt ein Visum mit dem man mindestens 3 mal ein- oder ausreisen kann, da wir von Armenien Richtung Kasachstan einmal durch Russland müssen, um von Kasachstan in die Mongolei zu kommen, erneut durch Russland fahren müssen und Achtung, da wir weit hinter dem Ural im Osten sind, wieder Russland betreten und dann eine lange Rückreise durch Russland haben werden, benötigen wir ein spezielles Visum. Deshalb war das russische Visum etwas komplexer.

Da das Standardvisum nur 2 Einreisen möglich macht, mussten wir das Jahresvisum nehmen. Sicher, man kann in jedem aufgeführten Land in die Botschaft gehen und ein Visum beantragen, ein paar Tage warten, bekommt dann auch sein Visum, aber wir wollten nicht von der Mongolei aus ein Visum beantragen müssen. Denn laut unsere Recherche hat es auch den einen oder anderen Fall gegeben, wo das Visum nicht genehmigt wurde und die Leute festsaßen.

Bis wir dieses Visum erhielten vergingen 3,5 Wochen, es kostete pro Person 400€.

Warum Iran, Mongolei, Kasachstan?

Nachdem wir ja die Panamericana zur Hälfte befahren haben (den Rest werden wir auch noch angehen), kam Thomas auf die Idee, dass es jetzt ein guter Zeitpunkt ist, sich doch mal die Seidenstraße anzuschauen.

Organisatorisch hatten wir außer den Visa eigentlich nicht viel zu erledigen. Unser Auto ist binnen 2 Tagen von nordamerikanischem Kontinent wieder auf europäischen umgebaut, Vorräte aufgestockt, die zuhause in den letzten 6 Monaten aufgestauten Aufgaben, z.b. Steuer, diverse Post, wurde auch ratzfatz in 3 Wochen erledigt, sodass wir eigentlich Mitte Februar abreisebereit waren,

Jedoch verzögerte sich das noch einmal aufgrund von Thomas Gesundheit und auch durch den Einbau der Fenster.

Jetzt sind wir bereit, nach einer Unterbrechung von 4 Wochen, unsere kleine Weltreise fortzusetzen.


It's done, we can go. All visas and everything we need we have been able to implement. Our itinerary over Slovenia, Croatia, Turkey, Iran, Armenia, Georgia, Kazakhstan, Mongolia and Russia runs this time under the slogan 

We continue beyond the horizon,

a new day,

beyond the horizon,

together we are strong !!!

 


1.3.2019, Day  221    115.501 km  

Due to Thomas tooth problems and the installation of the windows our planned departure was delayed by approx. 14 days. As we could not use the 2nd visa we had for Iran anymore, which was actually meant to visit Oman and enter Iran again on the way back, we decided not to take the direct way from Frankfurt to Turkey as planned, but to drive comfortably along the Adriatic coast via Italy (with a stopover in Venice), Slovenia, Croatia, Montenegro...

Oh yes, when we wanted to leave on 1.3., Jerry again announced that he wanted to go to the vet again, so instead of leaving at 6 o'clock in the morning, we didn't leave for Venice until 13 o'clock. Fridays, weekend, carnival, the highway was full to the brim, we had several traffic jams, the weather was not so nice for the departure, rain. So we tortured ourselves a little and reached Austria in the dark and saw the meter-high snow right and left of the road, but from the mountains and the landscape we did not notice anything. We drove the Brenner Pass, very curvy, single lane and near Innsbruck, around 9 pm we decided to stay overnight at a resting place, because we wanted to see something of the landscape the next day. The night was quiet, our new windows now even blind out nearby parked cooling trucks.

A few more words about the new windows: they are reinforced, have certainly cost their money, but they are burglar-proof and can no longer be levered open. And as we have already noticed, they also have a very positive effect on the suppression of noise from outside.  

 

47°18'12.0"N 11°05'02.0"E

47.303333, 11.083876


 

 2.3.2019, Tag 222    116.124 km

 

Die Sonne scheint!! Die Idee, anzuhalten und am anderen Tag weiter zu fahren, war goldrichtig, jetzt sahen wir auch eine wunderschöne Landschaft, schneebedeckte Alpen, hier oben sind es ca. 5-7 Grad. Und wir rollten gut gelaunt bergab Richtung Venedig. Wir erreichten Venedig gegen 13 Uhr bei strahlender Sonne und 17 Grad. Wir parkten unser Wohnmobil auf einem nahe gelegenen Campingplatz, eine Bushaltestelle von Venedig für 18€/ 24h. Jerry wurde zur Wache eingeteilt und wir machten uns auf Richtung Venedig. 10Min zu Fuß zur Bushaltestelle und eine Station fahren und dann waren wir auch schon da, richtig genial, einfach und schnell.

Da das unser 10. Besuch in Venedig ist wussten wir genau, wie wir das Ganze etwas günstig halten können, sodass wir es schafften, 4 Cappuccino für 14€ zu trinken, was für Venedig wirklich extrem gut ist. Wir genossen das Flair, haben dann aber zielstrebig und trotzdem gemütlich die wesentlichen Punkte besucht, waren aber überrascht, was hier los ist, obwohl eigentlich nicht die Hauptreisezeit ist, ist es wirklich sehr sehr voll. Wobei viele Menschen wirklich kostümiert herum liefen, wir sind mitten im Karneval.

Total glücklich und zufrieden, waren wir gegen Spätnachmittag wieder bei unserem Wohnmobil. Wir saßen noch eine Weile vor unserem Auto und genossen das schöne Wetter. Wenn man die richtigen und ruhigen Ecken in Venedig kennt und sich ein bisschen von den Massen fern hält, hat Venedig immer wieder eine starke Ausstrahlung und ist immer wieder aufs Neue beeindruckend. Wir sind wirklich glücklich, Venedig jetzt als Auftakt unserer Reise nochmal schnell „eingeschoben“ zu haben, 

45°28'01.9"N 12°16'44.7"E

45.467198, 12.279083

Rialto bridge, even at this time of year Venice is totally overcrowded.

Bridge of Sighs - today without large advertising, in our earlier visits everything was paved with advertising signs.

one of the quieter alleys of Venice, where you can still feel the charm and flair of the place

Picture 1-6: impressions of Venice. Picture 5 is taken from the inclined Markusturm (Campanile).


3.3.2019,  Tag 223      116.550 km   Slowenien/Kroatien

Etwas später als sonst, erst gegen 11 Uhr starteten wir unsere Weiterreise Richtung Slowenien und Kroatien.

Da wir 2017 schon mal die Küstenstraße bis Korfu genutzt haben, wollten wir dieses Mal ein bisschen mehr im Landesinneren von Kroatien fahren. Hier hatten schönes Wetter, blauen Himmel, 17 Grad, landschaftlich ist es sehr ansprechend (ähnlich wie in Winnetoufilmen, kennt wohl jeder, sehr viel Wald, Berge, sehr einsam. Da in Kroatien das freie Übernachten nicht erlaubt ist und im Internet auch einige Berichte kursieren, dass das bis zu 800€ kosten soll, waren wir etwas verunsichert. Wir haben uns aber dann entschlossen gegen 17 Uhr auf einer kaum befahrenen Autobahn einen Rastplatz zu suchen und parkten dort hinter einem Hotel sehr ruhig.

Sorry, mehr gibt es nicht, war ein sehr harmonischer, ruhiger Tag durch eine sehr schöne Landschaft.

 

 

45°00'22.3"N 15°07'46.1"E

45.006195, 15.129472

Bild 1: Dubrovnik von oben

Bild 2 und 3: Landschaften in Kroatien


04.03.2019 Tag 224   116.920 km

Da wir eigentlich die letzten Tage T-Shirt Wetter hatten, traf uns der Schlag, als wir morgens aus dem Auto kamen, -1°C. Aber als dann die Sonne raus kam, waren es auch wieder schnell 17°C.

Heute bogen wir dann ab zur Küste, um den Ausblick geniessen zu können und folgten der gut ausgebauten Straße an der Küste bis Dubrovnik. Ach halt, da war ja noch was, Kroatien ist ja nochmal unterteilt an der Küste, für genau 7,9km fährt man durch Bosnien-Herzigowina. Mit allem drum und dran, Grenzposten, die es sehr genau nahmen, überhaupt waren alle kroatischen Grenzbeamten sehr unangenehm, aggresiv, schlecht gelaunt, fast schon provozierend. Diese 7,9km die bosnische Küste entlang führt eine sehr schmale kurvige Straße, jeder Meter wurde genutzt zum Bebauen. Und dann auch alle Nase lang ein Polizist mit Radarpistole, um am Durchreiseverkehr zu verdienen.

Aber trotzallem ist es eine sehr schöne Küstenstraße. Zurück in Kroatien, wie schon erwähnt, die Grenzposten sind einfach nur aggressiv. Ein Grenzbeamter signalisierte uns, dass wir anhalten sollen, 30sec. schrie eine Frau auf Thomas ein, was das soll, dass er hier anhält und nicht zu ihr vorfährt. Die Frau hatte wohl wirklich einen sehr schlechten Tag.

In Kroatien ist die Küstenstraße sehr gut ausgebaut, sehr gut zu fahren, Weil wir Dubrovnik schon besucht hatten früher, beschlossen wir jetzt einfach weiter zu fahren bis Montenegro, dort haben wir bei unserer letzten Tour auf einem großen Parkplatz am Wasser übernachtet, dort wollten wir heute ebenfalls wieder hin, weil der Ausblick so schön war.

Grenzübergang Montenegro: hier saß das erste Mal ein freundlicher, montenegrinischer (heisst das so?) Grenzbeamter, der nach den Ausweisen auch Bedarf auf die grüne Versicherungskarte hatte. Sonst nichts, und wir waren durch. Grüne Versicherungskarte, warum? Ganz einfach, eine Straße, sehr schmal, extrem dicht befahren, sehr kurvenreich, da Küstenstraße, hier ging es richtig ab, dicht bebaut, starker Verkehr, schlechte Straßenverhältnisse. Für den Beifahrer wunderschön anzusehen, kleine türkisfarbene Buchten, für den Fahrer weniger, er bekam ausser der Straße nichts mit.

 

(Kleiner Vorgriff: es kommt noch viel viel viel schlimmer in Albanien, das war zum Eingewöhnen)

 

Man kann und darf die meiste Zeit nur 50 kmh fahren, was eigentlich auch noch zu schnell ist für das, was hier abgeht.

Am Entspanntesten war noch die kurze Überfahrt mit der kleinen Fähre über die Bucht. Alternativ kann man 30km um die Bucht fahren. Wir brauchten für 60km 2h. Ganz besonders zu empfehlen sind auch die Tunnel, nicht belüftet, nebelig von Abgasen und unbeleuchtet, eine einmalige Erfahrung. Man tastet sich durch und versucht nur flach zu atmen.

Gegen 17.30h errreichten wir dann Kotor, zählt zu den Weltkulturerben. Wir parkten auf einem Parkplatz, von hier kommt man direkt ans Wasser, hier standen wir auch letztes Mal schon, ist eigentlich nur ein Parkplatz, aber hat eine sensationelle Lage mitten in der Stadt. Direkt hinter uns das angestrahlte Kloster am Berg, das Weltkulturerbe (dazu späer mehr, wenn wir wieder Internet haben), vorne konnten wir die Füße in die Adria halten. Der urspüngliche Preis, hier als Wohnmobil zu übernachten wären tatsächlich satte 30€ gewesen, nach etwas hin und her konnte ich den Parkplatzwärter runterhanden auf 20€, er fand den Preis selber zu hoch ;-). Allerdings wäre dieser Rundumblick mit diesem Flair uns auch 30€ wert gewesen.

 

Wir hatten einen wirklich schönen Abend, saßen draussen, mit Blick auf das Wasser und die beleuchteten Häuser auf der gegenüberliegenden Seite.

42°25'39.7"N 18°46'06.4"E

42.427699, 18.768441

Bild 1: Grenzübergang Montenegro von Kroatien

Bild 2: kleines Dorf in Montenegro am Hang

Bild 3: unser Übernachtungsplatz in Kotor direkt am Wasser

Kotor -Die Bucht von Kotor ist eine 30 km lange, von steilen Bergen umgebene fjordartige Bucht. Es sind viele religiöse Gründungen wie Klöster an der Bucht entstanden. Dadurch ist die Bucht eine Region, in der am dichtesten ausgestatteten Kultstätten am Mittelmeer. Wallfahrtsorte sind  das Benediktinerkloster Sveti Dorde und die Nemanjiden Gründung des Klosters des heiligen Michael auf der Blumeninsel. Abends ist das wunderbar beleuchtet und wer gut zu Fuß ist, kann für 8€ hinaufsteigen.


5.3.2019, 117.477 km Tag 225

Gegen 8 Uhr begannen wir dann unser Abenteuer, Weiterfahrt Richtung Albanien.

Es waren von Kotor noch 70 kämpferische km bis wir zur albanischen Grenze kamen. Der Grenzübergang selber war problemlos, dieses Mal waren Ausweise und der Fahrzeugschein von Interesse, sonst nichts. Das Auto wurde keines Blickes gewürdigt, auch wurden keine Nummern abgeglichen.

20km war die Straße noch gut ausgebaut, die Umgebung veränderte sich von arm in noch viel viel ärmer. Und dann gings los. Als wir die erste große Hauptstraße erreichten, Straßenverhältnisse sehr schlecht, Schlaglöcher, jeder fährt, wie er will, wo man eigentlich einspurig an der Ampel steht, stehen plötzlich 3 Reihen, irgendwie versucht hier jeder dem anderen einen Meter wegzunehmen, die Geschwindigkeit wird absolut nicht eingehalten, obwohl überall Polizisten mit Messgeräten stehen. Ab und an kommt auch nochmal ein Eselskarren. Zwischenzeitlich wollte unser Navi übrigens auch mal über Feldwege, die wir aber nicht fahren wollten, sodass wir zeitweise die Orientierung verloren und eine Stunde in Vororten von Tirana in Seitenstraßen rumirrten. Thomas ist relativ genervt und möchte eigentlich so schnell wie möglich wieder aus Albanien raus.

Wenn man von der Hauptstraße abfährt und ein bisschen in die Walachei, ist es sehr schön. Aber auf den Hauptstraßen ist es sehr verdreckt, sehr chaotisch, sehr schlechte Straßen, Und wenn man dann man einen Teil Straße erwischt, auf der man mal 90 fahren darf, dauert es nicht lange, und Schlaglöcher tauchen wieder auf. Alle Nase lang stehen auch Polizeikontrollen, aber irgendwie wirken sie resigniert.

Mittlerweile sind wir auch Zeugen von 3 Unfällen geworden, bei denen es richtig gescheppert hat. Wir wollen hier jetzt beide so schnell wie möglich wieder raus.

Somit habe ich dann schweren Herzen unseren Übernachtungsort an der albanischen Grenze deleted und durch Igoumenitsa (Griechenland) ersetzt.

Als wir 2017 Albanien besucht haben, sind wir auch in einer Nacht- und Nebelaktion nach schlechten Erfahrungen direkt nachts noch zur Grenze weitergefahren. Nachher haben wir das bereut und hätten dem Land gerne nochmal eine Chance gegeben und nicht gleich die Flucht ergriffen. Der Versuch, Albanien eine 2. Chance geben währte nur ganze 1,5h und wieder stand fest, noch während ich das hier schreibe, herrscht wieder das totale Chaos, auf einer 2 spurigen Straße parken viele in 2. Reihe, es hat wieder gescheppert. Zur Zeit stehen wir auf einer Kreuzung, nichts bewegt sich mehr, alles ist zugestellt, es geht weder vor noch zurück. Thomas flucht.

Das chaotische Fahren ging auch die ganze Zeit noch so weiter. Gegen Abend erreichten wir eine Tankstelle, an der wir letztes Mal auch übernachtet hatten, von hier sind es noch 30km bis zur griechischen Grenze und wir entschlossen uns, hier wieder zu übernachten, weil es schon dunkel wurde. Und hier trafen wir dann Adrian, der uns zuerst erstmal einlud, es gab albanischen Raki und jede Menge Bier und es war sehr herzlich. Jetzt spürten wir zum ersten Mal extreme Gastfreundschaft. Und wir wurden eingeladen in sein Haus, was 5min von hier auf einem Berg liegt. Da wir ja solche Situationen suchen, entschlossen wir uns -bei Dunkelheit- in das kleine Bergdorf zu fahren mit ihm. Es ging total steil bergauf, eine Straße, die so breit war wie unser Auto , der Asphalt wechselte über in Schotter, dicke Steine, eigentlich eine reine 4x4 Strecke. Oben angekommen, wartete schon die ganze Familie auf uns und begrüßte uns herzlich. Es wurde aufgetischt und da sie in bisschen deutsch konnten, entwickelte sich ein schöner Abend, an dem wir viel über Albanien erfahren haben. U.a. erfuhren wir, dass hier eigentlich die Hälfte keinen Führerschein hat und das meiste über Bakschisch geregelt wird, das erklärt natürlich die chaotischen Verkehrsverhältnisse. Auch hatten wir das Gefühl, dass das Essen, was sie für uns auf den Tisch stellen, die Vorräte der nächsten Tage waren.

Der Grund, warum Adrian und seine Frau so gut deutsch sprachen, war das sie beide 2 Jahre in Chemnitz gelebt und gearbeitet haben. Ihr Ziel ist es, auch wieder zurück nach Deutschland zu gehen, was aber nicht leicht für sie wird.

Als es dann so langsam Richtung Schlafenszeit ging, entbrannte eine kleine Diskussion, da sie großen Wert darauf legten, dass wir in ihrem Schlafzimmer schlafen sollten, was wir aber ablehnten, und erklärten, dass wir alles, was wir brauchen im Auto haben und uns dort auch sehr wohl fühlen. Letztlich konnten wir uns darauf einigen, dass wir in unserem Auto schlafen.

 

Es war eine tolle, wunderschöne Erfahrung, die wir nicht missen möchten und so gegen 23h fielen wir dann in den Schlaf.  

39°50'56.1"N 20°02'09.4"E

39.848918, 20.03594

oben die Tankstelle,unten Übernachtung bei Adrian

39°51'00.5"N 20°01'58.5"E

39.850132, 20.032915

Chaotischer gehts nicht mehr, auf der linken Seite stehen die Autos gegeneinander und nichts geht mehr

Albanien fühlt sich an wie Deutschland in den 70ern oder früher

Adrian und seine Familie, wir haben uns sehr willkommen und wohl gefühlt. Wir haben sehr viel über Gastfreundschaft und Albanien gelernt, ein unvergesslicher Abend.

Blick aus Adrians Haus, morgens kamen die Hirten mit ihren Ziegen und Kühen und zwängten sich an unserem Auto vorbei, da der Weg genauso breit ist wie das Auto

eine neue Delle, Adrian wollte das bezahlen, weil er sich dafür verantwortlich fühlte, aber das haben wir natürlich nicht angenommen. Es wird ja voraussichtlich nicht die letzte Delle sein.


6.3.2019, 117.933 km Tag 226

 

Am nächsten Morgen sahen wir dann den Weg bei Helligkeit und dass es uns einen Reifen an der Seite angedetscht hat, den wir bei Gelegenheit tauschen müssen und eine kleine Delle in Blech hatten. Adrian wollte das bezahlen, das lehnten wir natürlich ab. Wir wurden noch zum Frühstück eingeladen, Schwester und Schwager sind noch auf den Berg gestiefelt. Der Kaffee war für uns Mitteleuropäer gewöhnungsbedürftig. Sehr stark. Für uns war die Situation eigentlich wirklich schön, aber auch schwierig und ungewohnt, da man diese Gastfreundschaft natürlich nicht enttäuschen will, wir konnten von unseren Gewohnheit schwer ablassen, da wir manches nicht essen und trinken konnten. Wir sind über die gesamte Erfahrung sehr dankbar und machten uns mit einer neuen kleinen Delle und einem angeknockten Reifen gegen 9 Uhr auf den Weg Richtung Griechenland.

Jetzt, wo wir sahen, was wir nachts bei der Bergfahrt gemacht haben, schüttelte sogar Thomas den Kopf und sagte, das würde er so nicht mehr machen und das heißt schon was. Die „Straße“ war mehr ein ausgewaschenes Flussbett.

Zurück auf der Hauptstraße machten wir uns gut gelaunt und um eine tolle Erfahrung reicher auf den Weg nach Griechenland. Wobei auch hier die Straße eher einem Feldweg ähnelte bis kurz vor der Grenze. Der Grenzübergang selber war eigentlich sehr easy. Wir gaben unsere Ausweise und den Fahrzeugschein ab, mussten jetzt nochmal durch den Zoll, wobei man hier nur unter das Auto geguckt hat. Und schon waren wir aus Albanien raus. Bei den Griechen hat ein strahlendes „Kalimera“ und die Ausweise gereicht und wir konnten weiter fahren.

In Igoumenitsa angekommen mussten wir die endgültige Entscheidung treffen, ob wir direkt weiter Richtung Türkei fahren oder einen Zwischenstop auf Korfu einlegen. Da wetter.com sagte, dass in Korfu eine Woche Traumwetter herrschen soll, war die Entscheidung schnell gefallen, sodass wir den Blinker links setzten und in den Hafen fuhren und die Fähre für direkt los, nachdem wir die Tickets für 62€ gerade gekauft hatten. Nach einer angenehmen einstündigen Überfahrt waren wir in Korfu Stadt. Jetzt ging es weiter nach Boukari Beach zu Costas, wo wir früher schon das eine oder andere Mal waren. Empfangen wurden wir mit „Hallo, Thomas, natürlich könnt Ihr hier stehen, herzlich Willkommen“. Wir haben einen traumhaften Platz, direkt am Wasser, die Sonne scheint. Hier werden wir 2 Tage verbringen und uns nochmal ein bisschen sammeln.

 

Das angedachte Fischessen fällt leider aus, da wir so früh in der noch nicht vorhandenen Saison hier sind, das noch alles geschlossen ist, sogar auch noch fast alle Supermärkte. Costas organisierte uns einen neuen Reifen, den wir am Freitag um 10 Uhr aufgezogen bekommen. Ansonsten nutzen wir die Zeit, um die Sachen besser im Auto zu verstauen und zu sortieren, da wir ja etwas abrupt aufgebrochen sind. Es gab auch gute News aus Deutschland, dass es Jerry gut geht, und dass er nicht ernsthaft krank ist.  

9°27'36.0"N 19°58'16.3"E

39.459998, 19.971186

7.3.2019, 08.03.2019   118.064 km Tag 227/228

Ruhetag, wir lümmeln vor dem Auto in der Sonne rum und lassen es uns gut gehen. Selbst Cappuccino trinken gehen fällt leider aus, auch noch geschlossen. Freitag morgens um 10h fuhren wir zur Werkstatt und bekamen unsere neuen Reifen, mehr Offroadprofil, für das, was da vor uns liegt. Wir entschlossen uns nach Lefkimmi, zum Fährhafen zu fahren und dort auf dem großen Areal direkt am Meer den Rest des Tages zu verbringen und morgen früh die erste Fähre von Lefkimmi nach Igoumenitsa zurück zu nehmen.

Blauer Himmel, 20°C, direkt am Wasser, kaum Leute hier unterwegs, wir waren meist ganz alleine.

 

Wir hatten eine sehr ruhige und angenehme Nacht, wenn auch etwas kurz, denn die Fähre fuhr bereits um 7.15h ab.

9°27'36.0"N 19°58'16.3"E

39.459998, 19.971186

Bild 1: Costas`Terrasse (www.boukaribeach.gr)

Bild 2: Werkstatt, Rudi bekommt 2 neue Schuhe

Bild 1 und 2: Boukari Beach

Bild 3: Susi telefoniert mit Lena

9.3.2019, 118.074 km   Tag  229

 

Gegen 8 Uhr kamen wir in Igoumenitsa an. Da die Wetterprognose für die griechische Küste für morgen schlechtes Wetter vorhersagte, haben wir uns entschlossen, weil wir versuchen, immer mit der Sonne zu fahren, jetzt die 800 km bis zur Türkei in Angriff zu nehmen quer durch Griechenland. Also heute Strecke machen. Heute hatten wir einen „Glück-gehabt-Tag“ zum einen hatten wir fast keinen Verkehr, wir waren so gut wie alleine auf der Straße, auf den Autobahnen an den Mautstellen wurden wir oft durch gewunken, sodass wir fast nur die Hälfte des eigentlichen Preises bezahlen mussten. Ich greife mal vor, auch der Grenzübertritt in die Türkei verlief ganz schnell und problemlos, gegen unsere Erwartungen und entgegen dem, was wir vorher im Internet darüber gelesen hatten.

Auch das notwendige Einkaufen von Brot, Wasser, Cola ging direkt auf der Strecke, ohne große Zeit zu verlieren und wir fanden ohne Suchen sogar direkt einen Ort, an dem wir das Klo entsorgen und Frischwasser tanken konnten. So waren wir gegen 16 Uhr an der Grenze. Und hier gibt es auch noch mal ein paar Sätze zu Griechenland zu sagen. Zwar waren die Griechen uns gegenüber nicht unhöflich, aber sie hatten eine sehr negative Einstellung „alles ist schlecht“. Als wir vor vielen Jahren in Griechenland waren, waren sie den Deutschen gegenüber freundlicher gestimmt, man spürt heute tatsächlich eine Antideutschstimmung, hier und da fiel der Satz „Merkel, nicht gut“ .

Auch gibt es noch was zu sagen, was uns sehr sehr nachdenklich stimmt, als wir in Albanien mit anderen ins Gespräch kamen, wurde mit Überzeugung gesagt, als Albaner gehe ich rüber nach Griechenland, gebe Bakschisch, dann bekomme ich eine griechischen Pass und bin auch Europäer. Ob das wirklich so ist, können wir nicht beurteilen, aber es klang überzeugt und wir haben auch einen griechischen Ausweis zu Gesicht bekommen.

Und jetzt zurück zu unserem Grenzübertritt. Der Grenzübertritt von Griechenland in die Türkei dauerte auf der griechischen Seite länger als auf der türkischen, obwohl wir ja Europa sind, stellten die Griechen sich an, machten ein Brimborium, waren wortkarg und unhöflich.

Ganz gegenüber der türkischen Seite, total höflich, nett, zuvorkommend, dauerte das alles, ohne dass sie ins Auto geguckt haben, ganze 10 min. Das Einzige, was hier schon anfing, und was uns noch beschäftigt, was uns überfordert, weil nicht damit gerechnet haben. Die sprachliche Barriere, denn hier sprach keiner mehr englisch und das sollte auch noch die nächsten Tage so weiter gehen, sodass wir alles, was wir erledigen mussten, mit Händen und Füßen tun mussten.

Thomas versuchte ständig mit Jüngeren ins Gespräch zu kommen, aber wirklich keiner konnte englisch. Trotz allem waren sie sehr freundlich und auch sehr hilfsbereit, aber eben nur mit Händen und Füssen und einem Lächeln. Für uns, die wir jetzt nicht mehr mit dem Flugzeug, sondern mit dem Auto unterwegs sind, gibt es jetzt nach jedem Grenzübergang immer einige Dinge zu erledigen, wie z.B. Landeswährung besorgen, Vignette, in diesem Fall auch Tanken, denn in der Türkei ist das Benzin erheblich billiger, was nicht heißt, einfach tanken, sondern erstmal fragen, ob die Kreditkarte hier akzeptiert wird, jedes Land hat eine andere „Tankzeremonie“.

 

Ja, natürlich bekommt man hier sofort sein Benzin, aber man muss erstmal die Gepflogenheiten kennen lernen. Und obwohl wir schon Hunderte von Grenzen überschritten hatten, waren wir dieses Mal ein bisschen überfordert, wir haben einfach nicht mit so einer großen Sprachbarriere gerechnet. Kommt man über einen Flughafen in die Türkei, sind die Menschen dort den Tourismus gewöhnt und sprechen andere Sprachen, hier kamen wir über eine kleine Grenze, die nicht stark frequentiert ist und Tourismus ist in diesem Gebiet überhaupt nicht vorhanden. Auch ist das Autofahren in jedem Land anders und es dauert immer eine gewisse Zeit, bis man den Bogen raus hat. Nachdem wir alle diese Dinge in einem Hauruckverfahren trotz Sprachbarriere erledigt hatten, suchten wir uns die nächste Tankstelle, das ist ja immer unser Nothaltepunkt, bevor wir einfach erstmal frei übernachten. Es war inzwischen schon dunkel und natürlich durften wir dort parken, uns wurde sogar noch ein Tee gebracht, die Menschen sind einfach bezaubernd und höflich. Wir standen auch noch einige Minuten und „unterhielten“ uns mit Händen und Füßen, bis wir uns zum Essen und Schlafen ins Auto zurück zogen. Auch hier hatten wir eine sichere und ruhige Nacht.

  

40°52'12.6"N 26°37'44.3"E

40.870170, 26.628980

Eindrücke vom Grenzübertritt heimlich geschossen, deswegen auch keine gute Qualität

Rudi duscht für 0,80€


10.3.2019,  118.866 km Tag 230

 

Morgens wollten wir Rudi mal in einer Waschanlage waschen, konnten wir aber nicht, weil sofort jemand kam, der sagte, er möchte das machen. Das ganze Reinigen hat 0,80€ gekostet inkl.allem und Rudi strahlt wieder.

Da ja gestern 800 km angesagt waren, wollten wir uns heute eigentlich nur noch einen schönen Stellplatz suchen und einen schönen Tag am Bosporus verbringen, sodass wir nur 100km fuhren, bis wir diesen Platz gefunden hatten. Wir stehen hier weit weg von der Straße, total ruhig und einsam auf einem Plateau mit Rundumblick auf den Bosporus. 30 km von hier legt die Fähre ab, die uns auf den asiatischen Teil der Türkei bringt. Blauer Himmel, 18°C, Sonne pur. Das mit der Sonne reisen klappt bisher vorzüglich.

Wir beide sind fasziniert von der Höflichkeit und Offenheit, die uns hier in der Türkei widerfährt.

Morgen werden wir dann auf den asiatischen Teil übersetzen und über Pamukkale entlang der türkischen Küste (Marmarismeer) Richtung Iran uns weiter bewegen. Wenn es das Wetter hergibt, werden wir auch nochmal einen Abstecher nach Kappadokien machen.

 

Nachtrag: wir hatten einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Bosporus, fast so schön wie damals in der Baja California.

40°03'14.4"N 26°10'08.3"E

40.054000, 26.168980

2 kurze Schnappschüsse 

Gelibolu, der erste Fährhafen für die Fahrt über den Bosporus. Überall kann man ans Wasser fahren, nichts ist abgesperrt oder verboten, nur leider oft etwas vermüllt

So sieht unser heutiger Übernachtungsplatz aus, blauer Himmel, Sonne, Blick auf den Bosporus, kein Mensch hier weit und breit


11.3.2019,  118.961 km Tag 231

 

Die Nacht war ruhig, niemand hat uns gestört, oder belästigt. Als ich morgens mit Jerry raus aus dem Auto wollte, lagen direkt davor zwei riesengroße Hunde, sodass wir erstmal ein paar Meter gefahren sind, da wir die Hunde nicht einschätzen konnten. Wobei wir, seit wir in der Türkei sind, die vielen und allgegenwärtigen Straßenhunde oder ganze Rudel ein wirkliches Problem für Jerry darstellen. Selbst an Stellen, die erstmal „sicher“ aussehen, tauchen sie dann doch irgendwann auf. Sie liegen überall herum und wir müssen genau überlegen, wo es Sinn macht anzuhalten.

 

Ursprünglich wollten wir noch einen Tag hier verweilen, weil der Platz so schön ist. Aber da laut Wetterprognose das Wetter hier umschlagen soll und es bis zu 40 l/m2 regnen soll, wir aber auf der Fahrt Richtung Pamukkale nochmal richtig schönes Wetter haben werden, entschlossen wir uns, weiter zu fahren. Aber morgen werden wir wohl vom Regen eingeholt, denn egal, in welche Richtung wir schauen, überall ist das schlechte Wetter für 2 Tage nicht zu umfahren.

 

So und jetzt hatten wir eine Lehrstunde in Geschichte und Geografie: wo liegt eigentlich das geschichtliche Troja?

In Griechenland oder in der Türkei?

Wir dachten ehrlich immer in Griechenland. Aber das ist so wohl nicht richtig.

Wie die Bilder belegen, stehen die Reste der Ruinen im Nordwesten der Türkei, wir kamen zufällig hier vorbei. Und hier habe ich tatsächlich auch den ersten deutsch sprechenden Türken getroffen. Warum? Weil Tourigebiet. Achja, und natürlich, man hörte sie schon lärmend von Weitem, die obligatorischen Horden von Chinesen.

Troja kam unverhofft, war aber beeindruckend anzusehen, wer hat noch nicht die Geschichte von der schönen Helena gelesen und vom selbstgebauten Pferd, in dem sich die Soldaten versteckten. Man spürt wirklich etwas an diesem Ort, man kann das Alter und die Geschichte spüren, wenn man diese alten Mauern sieht, die Steine, die teilweise wunderschön mit Blumen und Ornamenten verziert sind, die alten Brunnen, man gibt sich hier richtig Mühe, das alles zu erhalten, teilweise sind Bereiche überdacht, um Originallehmsteine zu erhalten. Ein bisschen Glück hatten wir auch, da heute Montag ist, waren es nur 2 Touribusse voll mit Chinesen, es war ansonsten überhaupt nicht überlaufen.

Danach machten wir uns, bei noch schönstem Wetter weiter auf ins Landesinnere Richtung Pamukkale, was wir voraussichtlich heute Abend erreichen werden.

Wir haben bisher sehr wenig Verkehr, die Straßen sind weitestgehend sehr breit, man kann oder darf trotzdem nur 90 kmh fahren, Das Fahrverhalten der Türken ist gesitteter als in Deutschland.

 

Zum Thema Türkei müssen wir nochmal folgendes sagen, gestern abend in den Nachrichten, warnte das auswärtige Amt vor Besuchen in die Türkei. Was ein Blödsinn. Wir sind vor 3 Tagen über die Grenze, total problemlos, nett, wir haben seither nur höfliche Menschen, auch Polizisten und Militär getroffen, komplett anders, als es in Deutschland kommuniziert wird. Wir standen zwischen Militärposten, an Kasernen, man bat uns lediglich höflich hier keine Fotos zu machen, woran wir uns natürlich auch gehalten haben. Man winkt uns zu, wenn man unser Nummernschild sieht, auch Polizisten. Es ist jetzt nicht das erste Mal, dass es uns auffällt, dass in Deutschland Länder als gefährlich dargestellt werden und die Realität eine ganz andere ist. Wir fühlen uns hier sicherer als in Deutschland! Ist das der Auftrag des öffentlich rechtlichen Fernsehens verfälschte Bilder abzugeben, immer nur im Negativen rumzurühren? Aber gut,  

Troja, Büsten der beteiligten Personen, ergänzen wir aber später nochmal, wenn wir Zeit haben

Troja, Büsten der beteiligten Personen, ergänzen wir aber später nochmal, wenn wir Zeit haben

Nachbildung des trojanischen Pferdes

Bild 1-6: Ruinen von Troja

Bild 1: zweispurig, wunderschön zu fahren

Bild 2: lustiges Ortsschild

Bild 3: wenn man durch einen Ort durchfährt, wird die Straße meist dreispurig und geht auch so durch den Ort durch

Nachtrag: gegen 18 Uhr hielten wir für eine Pipipause für Jerry an einem LKW Rastplatz an. Dort roch es so gut nach gegrilltem Essen, dass wir neugierig wurden. Das sah alles wirklich lecker aus, eine riesengroßer Grill, alles Fleisch frisch zum Aussuchen in der Kühltheke, wir entschieden uns für Fleischspieße mit Paprika  und Köfte. Sofort wurde mal wieder der gute Googleübersetzer rausgeholt von der Bedienung und er sagte uns so, dass wir einen Moment auf das Essen warten sollen. Mir wurde das Trinkgeld hinterher getragen, und sie wollten es erst nicht annehmen, haben sich dann aber riesig gefreut. Während der Wartezeit bekam ich einen Tee und alle waren neugierig, woher wir kommen, als sie gehört haben, dass wir aus Deutschland mit dem Auto hier sind, haben sich alle richtig gefreut. Es ist so schade, dass man sich nicht richtig fließend unterhalten kann. Unser gesamtes Essen inkl. Fleisch, Brot und einem großen Salat hat 6 € gekostet und war wirklich so lecker, dass wir völlig vergessen haben, es vorher zu fotografieren.  

 

P.S. 18.30 Uhr und immer noch 21°C :-))

38°29'34.3"N 28°13'34.8"E

38.492870, 28.226

Gegen 20 Uhr, eigentlich wollten wir noch die letzten 100 km bis Pamukkale fahren, fiel der rechts Frontscheinwerfer aus. Wir entschlossen uns, die nächste Tankstelle anzufahren und dort erst mal zu schlafen. Ratzfatz hatten wir die Birne ausgetauscht, wobei der Tankwart sehr hilfreich war. Jetzt gab es Kaffee, Tee und viel Palaver, mit Google Übersetzer entwickelte sich ein sehr angeregter Abend. Selbst zu essen wollten sie uns noch machen, was wir aber ablehnten, da wir vorher ja schon gut gegessen hatten. Gegen 21.30 Uhr lösten wir uns schweren Herzen, weil es wirklich schön war und zogen uns zurück ins Auto. Jetzt sollen wir morgen zum Frühstück kommen. Achja, eins noch, selbst die LKW Fahrer, die zum Tanken kamen, parkten und gesellten sich alle zu uns, es wurden immer mehr.


12.3.2019,  119.385 km Tag 232

Heute hatten wir Glück im Unglück, oder es hätte schlimmer kommen können

Dazu aber später mehr....

Erstmal wurden wir heute morgen nochmal zum Frühstück eingeladen, auch heute morgen waren wir zuerst zu viert und dann kamen immer mehr Leute dazu. Hatte Promifeeling.

Nach einer halben Stunde lösten wir uns und fuhren weiter Richtung Pamukkale. Das Wetter ist heute nicht so toll, leider, wie man auf den Bildern ja sehen kann, ist alles bewölkt, teilweise hat es auch geregnet.

Angekommen an den Kalksteinfelsen hatten wir Glück in der Form, es war so gut wie nichts los. Es wirkte auf uns auch sehr interessant und beeindruckend (man kann aber auch sagen, nur weil so wenige Menschen hier waren, sonst kann das hier leicht zur Hölle werden). Ich beschloß, mir das genauer anzusehen und bezahlte knapp 10€ Eintritt, ein langer steiler Weg ging in den Terrassen nach oben, manchmal breiter, manchmal sehr schmal und unter Wasser, keinerlei Geländer. Warum schreibe ich das so genau? Weil ich hier heute etwas Pech hatte. Alles fing damit an, dass man die Schuhe ausziehen muss und das ganze barfuß besteigen muss. Bepackt mit 2 Kameras, Handy und den Schuhen machte ich mich dann auf die Expedition in die Kalkfelsen. Der Aufstieg ging problemlos, dauerte ca. 20 min. und auf dem Rückweg, bergab, an einer sehr schmalen Stelle bin ich dann ausgerutscht und in eins der Becken gefallen. Die an mir direkt vorbei gehenden 3-4 Touristen (Amerikaner) beachteten die Situation überhaupt nicht und gingen einfach weiter. Komplett triefend nass bis zum Bauch rappelte ich mich auf und stiefelte weiter runter. Inzwischen ist es sehr mühsam geworden, zu laufen, da der Untergrund teilweise sehr scharfkantig und auch teilweise sehr kalt war. Unten angekommen, wechselte ich erstmal die Kleidung (Glück gehabt, dass das geht) und dann stellte ich fest, dass das Handy den Sturz nicht überlebt hat mein Handy ist ersoffen und jetzt im Handyhimmel. Wohl aber die beiden Kameras, die ich vor mir trug, konnte ich retten. Warum Glück im Unglück? Weil Thomas erst vor 2 Tagen mein komplettes Bilderarchiv, von all unseren Reisen gesichert hatte. Auch Glück, weil das Handy von Thomas relativ gleichwertig ist (wir können ja schlecht jetzt hier in der Türkei ein neues Handy kaufen) und auch 2 Kartenslots hat, die wir im Ausland brauchen, wenn wir eine Simkarte des jeweiligen Landes zu unserer dazu stecken. Nachdem wir meine Karten und Apps in Thomas Handy eingebaut hatten, sind wir weiterhin erreichbar. Gegen 14 Uhr machten wir uns dann schlecht gelaunt auf Richtung Marmaris, zurück zur Küste.

Gegen 18 Uhr erreichten wir die Küste und fuhren die erstbeste Nische am Meer an und trinken erstmal Wein und Bacardi Cola und versuchen, den nicht so tollen Tag zu ertränken.

 

 

 37°02'32.8"N 28°15'13.0"E

37.042450, 28.253620

Pamukkale ist eine Stadt im Westen der Türkei, die für das mineralhaltige, stark kalkhaltige warme Quellwasser bekannt ist. Die Stadt liegt neben der antiken Bäderstadt Hierapolis, die um 190 v. Chr. gegründet wurde. An zwei Bereichen kann man in den warmen Quellwasser baden.

Zusätzlich kann man noch Reste der antiken Stadt sehen.

Seit Jahrtausenden liegen die weißen Terrassen von Pamukkale an einer Felskante, über die heißes, sehr kalkhaltiges Quellwasser fließt. Beim Abkühlen setzt sich kalk ab - und hat damit diese märchenhafte Landschaft geschaffen, die seit 1988 zum Unesco-Welterbe zählt.

 

Bild 1: hier kann man sehen, dass man den gesamten Weg barfuß laufen muss

Es ist sehr glatt und steil


13.03.2019 119.705 km Tag 233

 

***HAPPY***BIRTHDAY*** Thomas!!! Rückblickend war das eines der schönsten Lebensjahre mit den tollsten Eindrücken und Erlebnissen.

Heute haben wir einen Ruhetag eingelegt, wir sind an dem Stellplatz von gestern geblieben, aber bis zum späten Nachmittag hat es stark geregnet. Wir haben viel geschlafen, gelesen, und verdauen nach wie vor den Verlust des Handys (das liegt daran, dass wir es sehr gut für die Reise präpariert hatten, mit allen Offline Maps, die ein sehr hohen Datenvolumen brauchen zum erneuten herunter laden und das eigentlich nur mit WLAN machbar ist, zusätzlich waren sehr viele Übersetzungsapps darauf usw.). Wir sind jetzt am Marmarismeer und stehen so, dass wir einen wunderschönen Blick über das Meer haben, morgen wird es voraussichtlich weiter gehen

7°02'32.8"N 28°15'13.0"E

37.042450, 28.25362


14.03.2019 119.705 km Tag 234

Da für heute Traumwetter voraus gesagt ist, wir hatten 22°C, blauen Himmel und Sonnenschein und heute Abend Thomas Fußball schauen möchte (Frankfurt: Mailand), bestand unsere Tagesaufgabe heute darin, erstes Vorräte aufrischen, zweitens einen tollen Platz zu finden ohne Hunde und drittens Satellitenempfang für den Fernseher zu finden. Das ist uns gelungen, kurz vor Kas. Und sogar relativ zügig, denn wir wollten dne Tag nicht im Auto verbringen, sondern draussen. Wieder einmal hat uns die App IOverlander zu einem Traumplatz geführt, ein toller Blick von oben auf das Meer, vor uns Sanddünen, über die man bis zum Meer laufen kann, Unter Pinienbäumen finden wir einen Platz von dem aus wir den Blick genießen können. Es dauerte zwar etwas und bedurfte mehrmaligem Rangieren, bis die Satschüssel Empfang hatte, aber letztendlich hat es geklappt.

Vom Ausblick her war das die schönste Stelle, die wir je hatten, Jerry tollte eine Stunde wie ein junger Hund in den Sanddünen herum .Allerdings blieben wir nicht lange alleine, denn diese schöne Stelle war auch das Highlight der Einheimischen. Es entwickelte sich zu Anfang wieder ein nettes Gespräch mit 2 der Arbeiter der vielen umliegenden Gewächshäuser, die hier oben Pause machten und Sonnenblumenkerne, Mandeln und eine Flasche Whisky auspackten. Hier herrschte im Nachhinein betrachtet, ein Kommen und Gehen, erst nachdem wirklich sensationellen Sonnenuntergang wurde es ruhig. So schön dieser Platz war, war er auch stark frequentiert.

 

Am Ende dieses wirklich schönen Tages bewann auch noch die Eintracht und ist somit ins Viertelfinale eingezogen.  

36°16'13.6"N 29°18'11.7"E

36.270440, 29.303250

Kaum angekommen hatten wir schon wieder eine Einladung und Palaver, sie packten Whisky und Knabberzeug aus


15.3.2019, 119.892 km Tag 235

Heute morgen wurden wir überrascht von schlechtem Wetter, das Wetter hat umgeschlagen, ganz gegen die Prognose. Es begann wie aus Kübeln zu gießen. Da das hier noch 2 Tage so anhalten soll, haben wir uns entschlossen, heute Strecke zu machen und uns Richtung Kappadokien zu bewegen. Wir sind jetzt schon eine Woche in der Türkei und haben uns kaum bewegt, sind meist an der Küste geblieben.

Da wir vor einigen Jahren schonmal in Kappadokien waren, freuen wir uns richtig darauf, das nochmal zu wiederholen. Es hat uns damals wirklich sehr beeindruckt.

Jetzt fahren wir von der Küste weg, kommen durch die Berge, die Tempartur fällt bis auf 2°C, der Regen geht in Schnee über. Es ist irrational tagelang blauer Himmel und 20°C und jetzt stehen wir in einem Schneegestöber. es ist bitterkalt. Ansonsten kann man gut Auto fahren, die Straßen sind gut ausgebaut, es herrscht wenig Verkehr, man kommt aber trotzdem nicht gut voran, denn seit wir in der Türkei sind, dürfen wir nur 90 kmh fahren. Was ein bisschen zur Folge hat, man fährt, fährt und fährt, kommt aber nicht wirklich voran.  

38°10'47.9"N 33°18'33.2"E

38.179957, 33.309223

16 Uhr, kleiner Stop für Jerry nahe Konya. Hinter uns ist der Schnee 1m tief, es sind 2°C und es schneit kräftig. wir versuchen jetzt noch Konya zu erreichen und zu vermeiden, dass wir extra noch Schneeketten aufziehen müssen.


16.3.2019, 120.520 km Tag 236

Als wir wach wurden heute morgen und mit dem Hund raus gingen, traf mich der Schlag, es war bitterkalt und extrem windig. Jetzt wird es etwas diffizil und wir hatten dadurch auch einen, sagen wir, aufregenden Vormittag. Im Auto waren es noch 11 Grad. Und deswegen fiel es nicht sofort auf, aber unsere Heizung ist ausgefallen. Und nun begann eine mehrstündige, ominöse Fehlersuche, die uns auch so ein bisschen an den Rande der Verzweiflung brachte. Wir probierten alle Variationen, wechselten die Flaschen, da das Ganze so technisiert ist, Heizung ist steuerbar über Panel per Hand oder per App, was miteinander nicht immer harmonisiert und manchmal zu Fehlern führt. Ich erinnere nochmal, es war draussen wirklich unglaublich kalt, der Wind tat seinen Rest. Und wir mussten ständig raus aus dem Auto zum Wechseln der Anschlüsse, mittlerweile war dadurch das Auto auch richtig ausgekühlt. Total entnervt und leider auch ein bisschen gereizt (das werden wir uns definitiv abgewöhnen) gaben wir auf und fuhren erst mal ein paar Meter, damit wir uns und das Auto erstmal wieder etwas erwärmen konnten. Nun begann die Recherche im Internet. Was für Fehler könnten aufgetreten sein. Und wir glauben, den Fehler auch gefunden zu haben – Hurra!! Denn es gibt eigentlich gar keinen Fehler, sondern nur ein Problem mit dem Gas. Gegen Mittag war es ja auch wieder wärmer und die Heizung lief wieder. Jetzt spielten wir rückwärts und suchten den Fehler in der Form, dass wir die Dinge veränderten und schauten, wann schaltet die Heizung wieder ab, was sie aber nicht tat. Sondern jetzt lief sie einwandfrei. Das Problem ist ein anderes, das Problem ist das Butangemisch. Jedes Land benutzt eine eigene Zusammensetzung von Propan und Butan. Butan geht bei -0,5°C in den flüssigen Zustand über, Propan erst bei -45°C. Wenn der Butangehalt hoch ist in der Gasflasche hat man bei niedrigen Temperaturen ein Problem, da es in der Flasche keine Gasphase mehr gibt, die durch die Leitung zur Heizung fließen kann. Somit auch keine Heizung. Das ist voraussichtlich, oder mit größter Wahrscheinlichkeit unser Problem (wir haben noch eine deutsche Flasche, also ein mitgebrachtes deutsches Problem, was wir aber auch erst heute Nacht feststellen können). Dafür spricht, dass es mittags wieder ging und wir eigentlich keinen Fehler lokalisieren können. Die zum Anfang noch ungeklärte Situation drückte auf der Fahrt nach Göreme, Kappadokien etwas aufs Gemüt und wir hatten auch mal seit langem wieder ein paar Minuten dicke Luft im Auto, da wir zum einen unterschiedliche Vorgehensweisen im Hinblick auf die noch anstehenden Länder haben (explizit der Iran) noch auf uns zu kommt. Es ist hier schon verdammt schwer, weil keiner die Sprache spricht, es gibt keine anderen Wohnmobile, keine Händler, kein Zubehör, keine Gasflaschen in Läden. Wir kommen uns etwas vor wie auf einem anderen Planeten. Und das ist erst der Anfang von komplizierten Bedingungen. Jeder geht damit anders um, oder braucht unterschiedliche lange, das zu verarbeiten und einen Plan zu entwickeln. Uns ist bisher erst seit wir in der Türkei sind, und das noch im europäischen Teil, ein einziges Wohnmobil begegnet, ein Franzose. Um mal den Hintergrund zu erklären, wir haben zwei 11kg Gasflaschen im Auto, die in Schnitt pro Flasche 4 Wochen reichen. Für die von uns bereisten Länder hatten wir Adapter, bzw. die ortsgebräuchliche Flasche verwendet. Das war in allen bereisten Ländern bisher nie ein Problem, sondern Standard. Somit war das in der Vorbereitung für diese Reise gar kein Thema. Wie sich nun in der Internetrecherche herausstellt, könnte das Befüllen unserer Gasflaschen, bzw. Austausch einer Flasche in eine ortstypische noch zu einem Riesenproblem werden in der Türkei und im Iran. Und ich muss nochmal daran erinnern, es ist saukalt und wird es auch die nächsten Tage bleiben, weil wir nicht mehr an der Küste sind, sondern im Gebirge, ebenfalls die ersten 600-700km im Iran werden im kalten Temperaturbereich sein, bis es dann im Süden des Irans um die 20°C sein wird.

Nachdem ja jetzt erstmal wieder alles lief, motivierten wir uns gegenseitig, um wieder in eine bessere Stimmungslage zu kommen, denn es ist wahnsinnig schön hier und wir wollen das auch geniessen. Wir erreichten gegen 15 Uhr Göreme und waren geflasht von der Landschaft, den Steingebilden, der Schönheit. Obwohl das Wetter wirklich nicht toll ist, komplett bewölkt, sehr kalt und extrem windig, sprechen die Fotos sicherlich für sich. Wir fuhren durch Kappadokien, alle paar hundert Meter ändern sich die Steingebilde. Total fasziniert merkten wir kaum, dass es bereits zu dämmern begann. Zusätzlich waren wir auf der Suche nach einer Karte der Region Kappadokien, sodass wir in Göreme, einem kleinen Dorf, sehr touristisch, anhielten und in die Shops rein schauten. Wieder Sprachproblem, aber Hilfsbereitschaft bis zum Umfallen, man nahm uns an die Hand, führte uns schließlich zu jemandem, der englisch sprach. Die Ladenbesitzer haben ihre Shops alleine gelassen, nicht um etwas zu verkaufen, sondern um uns zu helfen. Dann hatten wir eine Karte hatten (umsonst), plus eine Telefonnummer, falls wir irgendwelche Probleme haben. Man ist total begeistert, dass wir hier mit dem eigenen Auto hier sind, uns schlägt eine Begeisterung entgegen, die man ganz besonders in einem solchen Tourigebiet nicht erwartet, sondern eigentlich eher abgestumpfte Menschen, die nur auf Abzocke aus sind. Wir verhalten uns zurückhaltend, diskret und werden hier fast wie Promis behandelt. LKW Fahrer hupen, winken, heben den Daumen hoch, klatschen, halten an usw.

Da das Wetter nochmal um einiges schlechter und kälter und nasser wird, haben wir uns entschlossen, das erste Mal seit ewiger Zeit, einen Campingplatz anzulaufen (Kaya Camping, 14€ pro Nacht, wir sind die einzigen hier, toller Ausblick, wunderschön angelegt, sehr sauber, alles vorhanden, was gebraucht wird), und Rudi einen Stromstecker anzudocken, damit das mit der Heizung heute Nacht sicher ist und morgen nochmal alles genau zu checken. Ab Montag soll hier das schönste Wetter herrschen, 11h Sonne, 15°C, kann man kaum glauben, wenn man das hier heute erlebt hat

Und was wir jetzt schon in Internet rausgefunden haben und von dem englisch sprechenden Türken (war eigentlich ein Iraner, der Purzelbäume schlug, als er hörte, dass wir weiter in den Iran fahren und dann kaum noch zu bremsen war) erfuhren, dass das befüllen der Gasflasche eine Monsteraufgabe sein wird und nur in der Illegalität und mit Bakschisch umgesetzt werden kann, denn es ist hier strengstens verboten, nicht anschlussgerechte, nicht genormte Flaschen zu befüllen.

Wenn man nur den Text von dem heutigen Tag gelesen hat, kann man erkennen, oder raus hören, dass das Reisen mit dem Wohnmobil in fremde und ferne Länder sehr aufregend, toll, faszinierend ist, aber auch diese Freiheit, dieses machen können, was man möchte, dieses, sich auf vieles einlanssen können, dieses mit der einheimischen Bevölkerung sehr intensiv in Kontakt kommen können usw, ist mit einem Urlaub mit dem Flugzeug in der Tourizone nicht zu vergleichen und um ein Vielfaches aufregender, aber es birgt auch Situationen, die zu Anfang sehr schwer erscheinen, die bewältigt werden müssen. Bisher haben wir immer einen Weg gefunden, die Kugel am Rollen zu halten, aber das kostet manchmal Kraft, Geduld, Ausdauer und Ausgeglichenheit. Schauen wir mal, wie wir in den nächsten Tagen unsere Gasflasche befüllt bekommen. Derzeit haben wir es knuddelig warm, dank Stromkabel, und warten ab, diese Landschaft in besseren Lichtverhältnissen festzuhalten. Ansonsten nähern wir uns mit großen Schritten dem Iran, wo wir voraussichtlich schon in einer Woche, evtl. auch schon etwas früher einreisen wollen. Und dort wartet schon das nächste Problem, was wir aber auf uns zukommen lassen wollen, die vermutlich schlechte Qualität des Diesel, bzw, den Diesel zu erwerben, was vermutlich nur mit Bestechung geht, denn Diesel gibt es nur für LKW Fahrer mit entsprechender Karte, die wir aber nicht bekommen. D.h. wir müssen immer einen LKW Fahrer suchen und überreden, dass wir auf seine Karte tanken können. Ausserdem geht im Iran aufgrund der Sanktionen keinerlei Kredit- oder EC Karte. Aber dazu später mehr, wenn es dann soweit ist, wir lassen uns davon nicht abschrecken, wir sind mutig und wollen dieses Erlebnis Iran mitnehmen und erfahren, wie der Iran wirklich ist und nicht das Bild, was die Medien uns implementieren.

 38°38'12.7"N 34°51'13.5"E

38.636855, 34.853752


17.03.2019   120.721 km  Tag 237

Heute hatten wir nicht so tolles Wette,r was wir ja auch vorher wussten, deshalb sind wir auf den Campingplatz gegangen, auch weil wir hier Strom haben und so heizen können.

Auf blöd fragte ich den Campwart, ob es möglich ist, unsere Flasche zu befüllen, was ja angeblich ein Problem darstellen soll. Natürlich kein Problem, er rief jemanden an, der 5 min später zu unserem Auto kam, sich die Anschlüsse anschaute und uns eine türkische 11kg Flasche vor die Füsse stellte und sagte: „passt!“. Wir waren sehr überrascht, weil es ja laut Internetrecherche ein riiiiiiesengroßes Problem sei, Ersatz zu bekommen. Zu Testzwecken wurde diese Flasche dann auch gleich angeschlossen, sie kostete mit Füllung ca. 22€. Wir waren wirklich glücklich, dass sich eins unserer beiden Probleme jetzt aufgelöst hat. Bleibt die Heizung. Wir testeten weiter an der Heizung. Und hier hatten wir dann irgendwie das Gefühl, vielleicht ist das doch nicht machbar mit der türkischen Flasche, weil die Heizung auch hiermit immer wieder ausstieg. Wir waren unsicher. Wir entschlossen uns, unsere alte, leere Gasflasche nochmal befüllen zu lassen, um auszuschließen, dass der türkische Anschluss vielleicht auch ein Problem darstellt. Gleiche Prozedur, Campwart rief an, wieder 5 min später war der Gashändler da, nahm unsere alte Flasche mit und brachte sie in einer Stunde wieder mit. Jetzt haben wir 3 Gasflaschen, aber immer noch keine funktionierende Heizung.

Mittlerweile sind wir so weit, dass das türkische und deutsche Gas keinen Unterschied macht und auch die Flasche nicht, wir experimentieren weiter. Heute gelang es uns jedenfalls nicht, das Problem zu lösen und relativ früh und gefrustet, bin ich ins Bett gegangen, während Thomas sich noch weitere 2 Stunden mit dem Problem gefasste.

 

38°38'12.7"N 34°51'13.5"E

38.636855, 34.853752

Kaya Camping

Wahnsinniger Blick über das Tal, auch wichtig, keinerlei Hunde, was ja hier in der Türkei ein kleines Problem ist, wir sind die einzigen hier und die Betreiber sind supernett, bringen uns ständig Tee, alles ist gepflegt, es gibt eine Waschmaschine (auch nicht die regel), kostet 13€ pro Nacht. eine absolute Empfehlung. Und ganz gegen unsere Einstellung, haben wir hier mehrere Nächte verbracht

Unser Gasengel, der Campwart mit Thomas nach getaner Arbeit. Auch wenn sie uns nicht helfen können wegen der Technik, die ja so aufeinander abgestimmt ist, geben sie keine ruhe und suchen ständig nach Lösungen. Es ist richtig schwer, ihnen begreiflich zu machen, dass das Problem nur mit einem Spezialisten/ Spezialwerkstatt gelöst werden kann. 


18.03.2019   120.721 km  Tag 238

 

Wir haben mal ausgeschlafen und hatten heute zur Abwechslung wieder richtig schönes Wetter. Unser Experimentieren an der Heizung geht weiter. Der Campingplatzbetreiber bringt uns Tee, wir „unterhalten“ uns mit ihm über Google Übersetzer, wenn man sich dran gewöhnt hat und sich nicht mehr ärgert, dass man die Sprache nicht kann, geht es sogar gut, denn so lange man Internet hat, kann man ganze Sätze rein sprechen, die dann übersetzt werden.

Die Heizung haben wir zwischenzeitlich so weit hinbekommen, dass sie ca. 30 min lief. Wir dachten schon, Problem gelöst, machten sowas wie eine kleine Party, dann kam wieder die Errormeldung E33H. Zu früh gefreut.

Es war trotz allem ein wunderschöner Tag, denn wir sind in einer märchenhaften Umgebung und wenn die Sonne da ist, ist es so schön, dass man denkt, man träumt.

 

 

38°38'12.7"N 34°51'13.5"E

38.636855, 34.853752

großer Auflauf, als ich die Steine dann wieder los ließ, fielen sie in sich zusammen. Man rätselte, wie man das wieder rückgängig machen kann ;-)


19.03.2019 121.112 km  Tag 239

Ich wurde wach durch ein „Pffffpfffff“ , schaute aus dem Auto und einige Meter über uns schwebte ein Heissluftballon, ich hatte das Gefühl, man kann ihn greifen. Mein nächster Blick ging Richtung Horizont, dort schwebten mind. 50 weitere Heissluftballons, die gerade starteten, es dämmerte gerade. Es fühlt sich an wie in einem Märchen. Das Wetter versprach heute auch wieder sehr gut zu werden.

Da ja alle Versuche, unsere Heizung wieder in Gang zu bringen, bisher erfolglos blieben, schrieben wir eine ausführliche Fehlerbeschreibung an Truma, den Hersteller der Heizung. Die auch sehr zügig beantwortet wurde. Sie wiesen uns darauf hin, dass die einzige Möglichkeit eines Services in Istanbul sein, bzw, wenn wir auf dem Rückweg sind, erst wieder in St. Petersburg. Wir entschlossen uns, 1000km zurück nach Istanbul zu fahren. Thomas flucht leise vor sich hin, nicht weil die Heizung nicht geht, nicht weil wir jetzt 1000 km mso zurück fahren müssen, sondern weil er keine Lust hat in einer 15 Mio. Stadt Auto zu fahren. Die Fahrt war aber tatsächlich wunderschön, blauer Himmel, sehr wenig Verkehr, gute Straßen. Die Stimmung war gut, trotz unseres Problems und wir bekamen auch schon einen Vorgeschmack auf Istanbul, als wir Ankara durchquerten, eine 5,5 Mio Stadt. Zum einen wurden wir kurzzeitig von der Autobahn runter geleitet und mussten ein bisschen durch die Stadt, was superanstrengend war, sehr chaotisch und zum anderen fuhren wir ca. eine halbe Stunde mit 120kmh durch die Stadt, rechts und links 15 (mind.) stöckige Wohnhäuser, es ist riiiiesengroß hier. Was auffällt, man sieht so gut wie keine Menschen und nur wenige Autos, irgendwie merkwürdig. Da es ja jetzt schon dunkel wurde, stoppten wir an einem Autobahnrastplatz und gönnten uns Köfte in frischen Baguette mit Tomaten, Paprika und Petersilie. Für uns beide kostete das umgerechnet 10€ und war wirklich richtig gut, lecker und frisch. Völlig übermüdet fielen wir ins Bett, da ein großer Teil der letzten Nacht unseren Heizungsversuchen zum Opfer fiel.

Eine Anmerkung noch wegen der Autobahngebühren: Auf dem Hinweg die Küste entlang haben wir ja die Autobahn gemieden, haben aber vorsorglich bei PTT so eine Art elektronische Plakette erworben, die man mit Geld aufladen kann, dort wurde uns gesagt, der Weg quer durch die Türkei würde 10€ kosten. Dafür musste ich in die PTT Filiale gehen, eine Art Post und Bank, den Ausweis und Fahrzeugschein vorlegen und bekam die Plakette. Jetzt auf dem Rückweg haben wir natürlich die Autobahn genutzt, die deutschen Standard haben. Dann kamen wir an eine Mautstelle, die unbesetzt war, man fährt einfach an Messgeräten vorbei und bekommt ein grünes Licht, wenn alles in Ordnung ist, die Plakette erkannt ist. Wenn nicht kommt ein gelbes Licht, und man muss innerhalb einer Woche zur PTT fahren und das klären, oder ggf. die Plakette neu aufladen, falls das Guthaben schon aufgebraucht sein sollte.

Ach ja, da war ja noch was: bisher sind wir an zig Kontrollen vorbei gefahren bzw. vorbei gewunken worden (jetzt mal ironisch, wir fühlten uns schon benachteiligt). Heute durften wir dann auch mal. Auf einer 3-spurigen Straße, die auf eine verengt wurde, mit viel Verkehr, wurden immer kolonnenartig 10 Autos raus gewunken und zur Kontrolle gebeten. Wir waren dieses Mal mitten drin. Bei dem Kontrollpunkt gab es ca. 10 Militärs mit Maschinengewehr, etwa genauso viele von der Jandarma und noch mal 5 normale Polizisten. Wir mussten einen Augenblick warten, da vor uns ein Fahrzeug gefilzt wurde, dort musste alles geöffnet werden, es wurde überall rein geschaut. Von uns wurden die Ausweise eingezogen. Nachdem die Fahrzeuge vor uns abgefertigt waren, sollten wir ein Stück vorfahren und wir konnten beobachten, wie mehrere Kontrolleure etwas ratlos in unseren ausweisen rumblätterten und immer wieder das Nummernschild betrachteten. Thomas sagte noch zum Spaß, die wissen nicht mal aus welchem Land wir sind und rätseln gerade. Dann kam einer der Beamten an die Tür und fragte „Dänemark“? Nein, Almanya, sagten wir. Dann rief er den anderen zu „Almanya!“, daraufhin gaben sie uns die Ausweise zurück und wir durften ohne weiteres Prozedere weiter fahren. Ich muss nochmal betonen, hier spricht keiner englisch, nur türkisch, wir haben bisher erst 2 Personen getroffen, die ein bisschen englisch konnten.  

40.241649, 32.503913

Blick nur nach vorne, Ballons waren rechts, links, hinter und vor uns, überall,  es sind große Körbe an den Ballons für ungefähr 20 Leute und eigentlich ist Göreme ein kleines touristisches Dorf, sodass wir uns darüber wundern, wo diese ganzen Menschen her kommen, die in dieser Menge Ballons sitzen. Dieses Szenario findet nicht einmal pro Woche statt, sondern täglich, wenn das Wetter es zulässt. Vor ein paar Jahren gab es hier ein Unglück, dass 2 Ballons sich zu nahe kamen und abstürzten. 

 eine Ballonfahrt kostet 130€, man steht morgens noch im Dunkeln auf, wird abgeholt, zum Ballon gebracht und zum Sonnenaufgang steigen die Ballons auf. Der ganze Spuk ist eine Stunde später schon wieder vorbei und man hat ein Dauergrinsen im Gesicht. Wer mal nach Kappadokien kommt, sollte das unbedingt mitnehmen, aber nur ei gutem Wetter, es ist wirklich faszinierend. 

Erinnerung an unseren letzten Aufenthalt in Kappadokien, währenddessen wir eine Ballonfahrt gemacht haben. Nachdem der Ballon den Boden verlassen hatte, fragte der Captain, ob schon mal jemand mit einem Ballon geflogen ist...er konnte übrigens perfekt englisch...ich antwortete leise, ich schon mal in Jordanien. Worauf der Captain jetzt tief atmete, Gott sei Dank, dann wissen Sie ja wie es geht, das ist nämlich mein erster Flug. Alles lachte. War natürlich nur ein Spaß von dem Captain.


20.03.19   121.121 km  Tag 240   Istanbul

wir hatten uns gestern eine Tankstelle ca. 100 km vor Istanbul ausgesucht, um möglichst früh bei unserer Reparaturwerkstatt eintreffen zu können. Wenn diese Fahrt bis zur Übernachtungsstelle eine wunderschöne war, wir haben es genossen, der Verkehr war nicht schlimm, waren die 75 km Autobahn bis Istanbul anstrengend, die letzten 7,5 km waren ein absoluter Albtraum. Für die 7,5 km haben wir 45 min gebraucht und dass unser Auto keine weitere Delle bekommen hat ist ein wahres Wunder. Angekommen vor der Firma haben wir einen tollen Platz bekommen, auch für Jerry ist es hier gut und man nahm sich sofort unseres Problemes an. Ein wirklich sehr kompetenter und netter Techniker, der sich der Sache angenommen hatte, nahm unsere Heizung komplett vom Strom, nachdem er auch keinen sichtbaren Defekt fand. Woraufhin die Heizung auch dann erstmal problemlos lief. Er begründete das damit, dass die Heizung selber den Fehler speichert und war sich sicher, dass der Fehler jetzt nicht mehr auftritt. Was auch die nächsten 8 Stunden so war. Wir haben durch Einstellmöglichkeiten alles versucht, den Fehler wieder zu provozieren, aber die Anlage lief. Der Mechaniker hatte nochmal Rücksprache mit Truma Deutschland gehalten und uns gebeten, noch hier zu bleiben, das Ersatzteil sei bereits auf dem Weg und er würde es gerne noch austauschen zur Sicherheit. Wir stimmten zu, wohl wissend, dass es auch 4-5 Tage dauern kann, aber so haben wir viel Zeit für Istanbul.

 

Thomas hat immer mal wieder noch weitere Versuche gemacht, den Fehler wieder zu provozieren, was ihm gegen spätem Abend dann auch leider gelang. Nachdem er dann selber die Heizung vom Strom nahm, lief alles wieder. Was soviel heißt, der Fehler kommt ab und an, aber wieder hätten eine Lösung, die Situation dann retten zu können. Relativ relaxt gingen wir ins Bett.

41°05'31.4"N 28°47'38.6"E

41.092043, 28.794062

Der Verkehr in Istanbul ist der Schlimmste, den wir je irgendwo erlebt haben. hier fahren sie wie die Wahnsinnigen. Das hat was von Autoscooter. Auch Ampeln interessieren nicht. Dagegen war das Fahren in Marrakesch Kindergarten. Aber das scheint bei einer 15 Mio. Stadt unausweichlich zu sein. Wir brauchten für 7,5 km 45 min und nach Rücksprache mit Einwohnern braucht man hier für 30 km wenn man ins Herz von Istanbul will ca. 2h. Dass wir hier ohne Delle wieder raus gekommen sind grenzt an ein Wunder.


Bild 1: Thomas schmeißt eine Runde. Aber die Gedanken an die Heizung lassen mich nicht los.

(Café an der Blauen Moschee)

Bild 2: aber wer mich kennt, essen geht immer :-(

(unter der Galatabrücke, Fischbrötchen essen, Pflicht für alle, die nach Istanbul kommen)

 

Ägyptischer Basar, sehr gut besucht (ich will nicht sagen brechend voll), aber total orientalisch und spannend, es riecht wie in 1001 Nacht. Gewürzparadis.

Bild 5 ist wirklich ein riesiges Fass voll mit Henna

ich übe schon mal Kopftuch tragen für den Iran-

nein, Spaß beiseite in der Blauen Moschee ist das Kopftuch Pflicht.

 

die Blaue Moschee ist für Touristen zugänglich. 

 

Eigentlich heißt sie Sultan-Ahmed-Moschee, aber die meisten kennen sie wohl als Blaue Moschee. Diesen Namen verdankt das Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert den blau-weißen Fliesen die im Inneren des Gebäudes dominieren. Die Sultan-Ahmed-Moschee ist ein Meisterwerk der osmanischen Baukunst und gehört zu den schönsten Bauwerken weltweit. Schon deswegen ist ein Besuch in dieser

Der Galataturm liegt in Galata, einem Viertel des Istanbuler Stadtteils Beyoğlu. Ursprünglich war er ein Teil der unter den Genuesen errichteten Stadtbefestigung. Vielleicht hat er auch als Leuchtturm gedient.

Von außen sieht die Hagia Sophia aus wie eine Ruine. Um rein zu kommen muss man stundenlang Schlange stehen, fast 100m, dreireihiges Anstehen. Von innen muss sie wunderschön sein, aber wir haben sie nicht besucht, da wir so lange nicht anstehen wollten. 

Die einst mächtigste Kirche des frühen Christentums gilt wegen ihrer prachtvollen Innenausstattung mit Marmorplatten und Mosaiken als achtes Weltwunder.

Ihr Name ist von besonderer Bedeutung: Hagia Sophia – Die Heilige Weisheit. Sie erlebte fast die gesamte Geschichte Konstantinopels und wurde zum Symbol des Goldenen Zeitalters von Byzanz und der Stadt Istanbul.


21.03.19   121.547 km  Tag 241 Istanbul

So wie es aussieht kommt unser Ersatzteil erst am Montag. Wir nutzen den Tag, um im Auto endlich mal zu räumen und ein paar Sachen zu installieren. Da Thomas das Auto aber nicht einen Millimeter in dieser Stadt bewegen möchte, aber eigentlich ein kleiner Einkauf anstand, uns geht das Brot und das Wasser aus, fragte Thomas wo der nächste Supermarkt ist, wir wollten dort hinlaufen. Kurzerhand hat uns unser Supermechaniker mit seinem Auto zum Supermarkt gebracht, Diskussion, dass wir uns bedanken wollten, ist zwecklos. Gegen Mittag klopfte es und wir wurden zum Essen eingeladen. Auch hier, Diskussion, wir würden es gerne bezahlen, zwecklos. Auch bekommen wir mind. 3Mal am Tag Tee oder Kaffee gereicht, je nachdem was wir gerade möchten.

Und jetzt mal zu Istanbul: die Idee von uns, sich ein Taxi zu nehmen und von hier zur Hagia Sofia/ Blauen Moschee, das Goldene Horn, das sind 23 km von hier, und dem Taxifahrer 50€ zu geben und zu sagen, bring uns mal hin und wieder zurück, wurde von den Mitarbeitern belustigt belächelt und uns wurde erklärt, dass das in der Form hier in Istanbul nicht so einfach ist, da man von hier bis zur Blauen Moschee ca. 1,5h braucht mit dem Auto wegen des Verkehrs. Es sind lächerliche 23 km, über die wir hier reden. Die 2. Variante ist, man nehme die Metro, man muss einmal umsteigen von M3 auf M2, um dann in die T1(Tram) umzusteigen, die alle 5 min fährt, aber die Fahrzeit ist auch 1,5h  hin, 1,5h zurück und das in einer Millionenstadt, die Straßenbahnen und Metros sind auch sehr gut gefüllt, was soviel heißt, man kann nicht umfallen.

Aber das ist wohl der Preis in einer 15 Mio. Einwohnerstadt zu sein.

 

Breaking News: unser Ersatzteil, der Kabelbaum, ist derzeit von Putzbrunn/Bayern am Münchener Airport angekommen, das ist der derzeitige Stand. Das Transportunternehmen ist Fedex.

Heute keinerlei Ausfall der Heizung mehr, aber da der Kabelbaum schon unterwegs ist, wird er jetzt auch eingebaut 

41°05'31.4"N 28°47'38.6"E

41.092043, 28.794062

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22.03.19   121.121 km  Tag 242   Istanbul

es gibt nichts Neues, zur Zeit liegt unser Päckchen in Paris, am Charles de Gaulle Airport. Ein weiteres Sightseeing ersparen wir uns, da es schon eine ziemliche Tortur ist. Wir bastelten am Auto weiter rum, putzen war auch mal wieder nötig. Man kann sagen, wir schlagen die Zeit tot.

Das wird immer wieder unterbrochen von:

-wir bekommen Tee gebracht

-werden zum Essen geholt

Zusätzliches Feature: ohne, dass wir danach gefragt haben, wurde ein Stromkabel gelegt zu unserem Stromanschluss, uns wurde wiederholt Wasser für den Wassertank angeboten und auch bezüglich der Toilette sollen wir ihre benutzen und dürfen unsere dort auch entleeren.

Auch bat man uns an, in den Innenräumen schlafen zu dürfen, wenn wir möchten.

 

Und immer wieder werden wir gefragt, was wir noch benötigen

 

Da wir ja gerade Zeit haben, denn morgen sind wir schon 14 Tage in der Türkei, haben wir unsere Gedanken dazu mal zusammen getragen:

Es ist völlig anders hier als alle denken. Hier ist alles sehr positiv geregelt. Die Menschen sind unsagbar nett, hilfsbereit, man ist definitiv nicht am Portemonnaie interessiert. Zum Befahren mit dem Wohnmobil ist die Türkei perfekt, superbreite, sehr gut ausgebaute Straßen, fast so wie in Kanada. Man kann hier alles kaufen, was man braucht, alles ungefähr die Hälfte billiger, bis auf ein paar Ausnahmen. Landschaftlich sehr ansprechend, abwechslungsreich. Es gibt viele Sehenswürdigkeiten (die asiatischen Buskolonnen sind hier auch überall, die wissen ja, wo es gut ist). Wir haben extrem darauf geachtet, uns in keinster Weise zu politischen Äußerungen hinreißen zu lassen. Sicher gab es den einen oder anderen, der mal fragte, aber dann genau ging unser Googleübersetzer nicht mehr, weil wir das einfach nicht wollten. Und hatte dadurch auch keinerlei Probleme, ob Polizist, ob Militär, ob Verkäufer, ob Bauer, alle reißen sich darum, helfen zu können oder uns hier willkommen zu heißen.

Hier steht Gastfreundschaft noch an erster Stelle. Es ist für uns so ungewohnt und wir schämen uns, weil uns das aufzeigt, dass in Deutschland das genaue Gegenteil praktiziert wird meist. Wir empfinden das Land viel angenehmer, offener, herzlicher als unsere deutschen Standardurlaubsländer, Frankreich, Griechenland, Spanien usw. .Es ist in keiner Weise gefährlich, man hat eher das gegenteilige Gefühl. Wie im Vorfeld schon erwähnt, wir fühlen uns sicherer als in Deutschland. Und das anfängliche Sprachproblem haben wir inzwischen richtig gut lösen können, der Googleübersetzer, online benutzt, wandert zwischen uns und unseren Gesprächspartnern hin und her, das ist fast wie ein Gespräch, nur ein kleines bisschen verzögert, aber es funktioniert wirklich gut und gibt uns auch richtig Hoffnung, die folgenden Länder auch gut bewältigen zu können mit Persisch und Russisch. Wir können nur wirklich jedem empfehlen, bevor er zum 27. in die Standardurlaubsländer fährt, sollte man mal seine Vorurteile über Bord werfen und dieses Land einfach auf sich wirken lassen. Wir werden die Türkei definitiv wieder besuchen. Da dieses Land zusätzlich auch noch für Wohnmobilreisende prädestiniert ist, ist das zusätzlich auch ein weiterer Pluspunkt. Man kann hier überall stehen, überall übernachten, findet ganz leicht überall Wasser, das Benzin kostet erheblich weniger und die Lebenshaltungskosten sind auch relativ gering. Das Fahren mit dem Wohnmobil ist hier in der Türkei easy. Außer in Istanbul oder Ankara Innenstadt. Uns hat das Land absolut begeistert, es gehört zu den Top 5 von unserer Highlightliste.

 

41°05'31.4"N 28°47'38.6"E

41.092043, 28.794062


23.-26.3.2019

Murmeltiertage in Istanbul, vorweg, Istanbul ist eine tolle, eine sehenswürdige Stadt, die man unbedingt mal besuchen sollte. Wobei man sich im Bereich des Goldenen Horns ein Hotel suchen sollte, da 15 Mio. Einwohner eine extrem große Fläche einnehmen und sehr viel Verkehr verursachen. Es hat sich immer wieder bestätigt, dass man für 7km über eine halbe Stunde braucht, und bei den öffentlichen Verkehrsmitteln kann man bei der Formulierung bleiben „man kann nicht umfallen“.

Ansonsten können wir uns nur wiederholen, die Gastfreundschaft und Höflichkeit sind faszinierend.

Um auf unseren Zwangsstop hier zurück zu kommen: Wir verfolgten über die Tracking Number unser Fedex Päckchen. Wurden immer wieder zum Essen geholt. Die türkische Küche war sehr lecker, aber überhaupt nicht so, wie wir sie aus Deutschland von „unseren“ Türken kennen.

Dann wurde das Problem größer, weil unser Päckchen im Zoll hängen blieb. Wenn einer jetzt denkt, das könnte man ja mal schnell raus holen, was wir ja auch erst dachten, wurden wir eines besseren belehrt. Zum Einen fehlt wohl ein Begleitschreiben (Zollerklärung), zum anderen ist es hier nicht so einfach, schnell mal irgendwohin zu fahren. Auch die netten Mitarbeiter der Firma sagten, das kann jetzt noch dauern, bis das Päckchen da ist. Mert, der Techniker schnappte sich eine neue Heizung, baute dort das entsprechende Kabel aus. So wurden wir am Dienstagmorgen geweckt und zum Frühstück eingeladen, sie haben uns extra belegte Toasts gekauft. Dazu gab es türkischen Tee. Während wir beim Frühstück saßen, kam Mert mit einem Kabel in der Hand strahlend auf uns zu und sagte, dass das bestellte Kabel noch ein paar Tage braucht und er deshalb eins ausgebaut habe. Unsere Übersetzer App übersetzte,“ wir wollen, dass Ihr nicht so unglücklich seid“. Wir waren wirklich richtig gerührt. Gesagt, getan. Jetzt ging es an den Ausbau der Heizung. Aus den angedachten 1,5h wurden 8h, es ging bis Spätabends, da es eben doch nicht so einfach war und es immer wieder zu Komplikationen kam, auch weil das Auto ziemlich hoch technologisiert und und Reparaturen dadurch nicht einfacher werden. Ich versuchte Jerry in eine Ecke zu halten, da jetzt die meiste Zeit 3 Leute quer durchs Auto liefen, während Thomas den Technikern zur Hand ging. Eigentlich gab es heute Mittag Köfte, worauf wir uns schon sehr gefreut hatten und schon vor Tagen vorsichtig hochgerechnet haben, ob wir am Dienstag wohl immer noch hier sind. Aber es hat nicht sollen sein, wir vergaßen die Zeit, und als wir in die Küche kamen, sagte die Köchin, das Mittagessen sei bereits beendet. Sofort zog Mert sein Telefon, sagte kurz „dann bestellen wir“, wieder schlechtes Gewissen bei uns, denn Geld konnten/ durften wir wieder nicht geben dafür. Kaum 5 min später kam ein Mofafahrer mit Box auf dem Gepäckträger und brachte Essen und Getränke.

Den Nachmittag verbrachten wir damit, dass zwar die Heizung wieder funktionierte, aber dann ging mal das Panel (die Steuerung) nicht, dann die Pumpe, und und und, sodass es sich wirklich bis in den späten Abend zog, bis alles wieder lief. Sowohl die Techniker, Thomas, Jerry und ich waren total fertig, aber glücklich. Da man mittlerweile mitbekommen hat, dass uns ein paar Dinge inzwischen ausgegangen sind, wurden wir jetzt nochmal schnell zum einkaufen gefahren.

Wir saßen danach gemütlich im Auto und genossen das Triumphgefühl, dass alles wieder geht und gönnten uns auch ein paar Drinks, waren allerdings wirklich schnell im Bett, da der Tag sehr anstrengend war, auch mental, da wir Achterbahn fuhren, ob wir unsere Reise weiter fortsetzen können, oder ob wir abbrechen müssen.

Am Ende des Abends sagten wir, wir möchten die Reparatur gerne bezahlen. 3 Leute haben einen ganzen Tag daran gearbeitet, außerdem wurde ein neues Ersatzteil eingebaut. Unsere Heizung ist seit ca. 5 Monaten außerhalb der 2-jährigen Garantie. Aber wieder keine Chance, sie weigerten sich strikt, Geld anzunehmen, fast schon etwas beleidigt, dass wir überhaupt fragen.

Uns werden jedenfalls diese 6 Tage, die wir hier in Istanbul bei der Firma Termosa Makine verweilen durften/mussten, trotz des großen Problems, das immer über uns schwebte, noch lange positiv in Erinnerung bleiben und wir haben richtig viel über die türkische Mentalität lernen dürfen.


27.03.19   121.121 km  Tag 247    in Istanbul

 

Alles war in Ordnung, nachdem wir morgens auch nochmal alles Varianten der Heizung testeten. Wir verabschiedeten uns von allen in der Firma und sind seit ca. 9 Uhr auf dem Weg Richtung  Iran, über Ankara, Göreme und Van, das sind ca. 2000km. Mal schauen, wie weit wir heute kommen. Auch das Verlassen Istanbuls war ein reiner Horror wegen des Verkehr, oder besser gesagt, wegen der Fahrweise. Denn um abzukürzen, fahren manchen sogar entgegen gesetzt in einem Kreisel. Wir brauchten wieder 2h für ca. 30 km.

Nachdem wir den Bosporus wiederholt überquert hatten, nahm der Verkehr ab und wir konnten gemütlich zurück nach Göreme fahren. Das Wetter ist sehr ansprechend, blauer Himmel. So langsam löst sich auch die Anspannung, die sich in den letzten Tag wegen der Heizungssache aufgebaut hatte.

Da wir uns entschlossen haben, uns jetzt zügig dem Iran zu nähern, fuhren wir nicht nochmal nach Göreme rein, sondern auf direktem Weg Richtung Osten. Gegen Abend als als dämmerte, wollten wir kurz vor Göreme tanken und dort auch übernachten an der Tankstelle. Schlafen ging, tanken nicht. Das war jetzt die erste Tankstelle, die keinen Diesel hatte. Auch am nächsten Morgen nicht.

 

38°33'10.0"N 34°33'20.9"E

38.552770, 34.555800


28.03.19   122.317 km  Tag 248    on the way to iran

 

Heute sind es noch 1000 km bis Van. Nach Kayseri veränderte sich das Landschaftsbild extrem. Wir fahren weiter auf einer gut ausgebauten zweispurigen Straße, der Verkehr hat extrem nachgelassen, wir jetzt fast wie in Kanada ewig geradeaus und alleine. Wenn wir mal eine Pause machen, dauert es meist 5 min bis mal ein anderes Auto vorbei kommt. Wir sind jetzt auf 1800m Höhe, es gibt noch viele Schneefelder und die Temperaturen liegen bei 5-8 Grad. Karge, flache, einsame Landschaft wechselt sich mit leicht hügeligen Gebieten ab. Ab und an mal ganz kleine Dörfer, davor sieht man Schafherden. Das Landschaftsbild gefällt uns sehr, obwohl es sehr karg ist. Laut Goooglerecherche sind wir mittlerweile wie Karl May sagen würde „Durch den wilden Kurdistan“, im Kurdengebiet.  

 

38°57'15.9"N 40°58'37.5"E

38.954410, 40.977090


29.03.19   123.058 km  Tag 249    noch 380 km bis zum  Iran

Der heutige Tag steht eigentlich nur unter dem wunsch, die Grenze erreichen, die letzrn 800 km sind noch zu bewältigen. Der Tag entwickelte sich aber anders als erwartet und wurde auch sehr unangenehm. Um das besser zu verstehen, hier sind in zwei Tagen Wahlen und wir befinden uns im Kurdengebiet, in Gebiet der PKK. Nach Kayseri veränderte sich das Stadtbild, was vorher fast wie in europa aussah wurde jetzt sehr ärmlich. Je näher wir dem Iran kamen, desto ärmlicher. Auch bemerkten wir Veränderungen bei der Bevölkerung. Unser Problem ist, dass wir niht auseinander halten können, wer ist Türke, wer ist Kurde. Die Kontrollen nahmen stark zu und Panzerwagen (Thomas sagt, das sind ähnliche wie Marder) patroullierten alle paar Kilometer. Wachtürme,total eingebaut mit Sandsäcken. Die ganzen Straßen wurden mit Kameras überwacht, die sich bewegten. Es wurde richtig unangenehm. Als wir durch Tatvan, am Ufer des Vansees, wo wir eigentlich übernachten wollten, kamen wir mitten in eine riesengroße Demostration und mussten auch mitten durch, rechts von uns die Demonstranten, links von uns die Polizei und Militär und wir konnten es nicht verhindern, wir mussten mitten durch, Sprechchöre, Rufe Richung Polizei und Militär. Es war richtig furchtbar. Wir entschlossen uns, nicht mehr anzuhalten und bis zur Grenze direkt durchzufahren. Auch der restliche Verlauf bis zur Grenze war weiterhin mit starker Militärpräsenz, gepanzerte Autos. So fuhren wir durch bis zur Grenze, stellten uns dort abends davor mit dem Entschluß, morgen früh durch zu fahren. Wir schliefen sozusagen unter militärischer Überwachung.

 

Trotzalledem, die Türkei ist ein Muss, ein tolles Land, nur die 300-400km vor dem Iran, das Kurdengebiet war für uns nicht kalkulierbar, auch durch die anstehenden Wahlen, sodass wir die Flucht ergriffen haben. Die Nacht an der Grenze verlief problemlos und ruhig und auch wir beruhigten uns langsam wieder. 

 

38°29'50.8"N 44°19'10.1"E

38.497446, 44.319473

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